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Vogel und Genossen
von Peter Müller, 1984
Willi Vogel wurde 1933
auf der Arbeit
verhaftet.
Er sollte Aussagen machen
über das Versteck von Beitragsmarken,
Waffen und Geld.
Er verweigerte die Aussage.
Man zeigte ihm in einer Zelle den
Arbeiter Rabus,
der mit weißen Tüchern
bedeckt auf einer Pritsche lag.
Rabus war morgens auf dem Gespensterschiff
"behandelt" worden.
Man sagte ihm,
wenn er nicht gestehe, gehe es
ihm wie Rabus.
Nachmittags wurde er
zum Schiff
gebracht.
Er wurde mit "Lump, Verbrecher,
Schwein" empfangen.
Mit Fußtritten trieben sie
ihn in einen unteren Raum.
"Jacke aus und an die Wand!"
Vogel schwieg.
Zwei Stunden lang schlugen drei
SA-Männer
mit Gummiknüppeln auf ihn
ein,
auf Brust, Gesicht und Hände.
Auch auf den Kopf schlugen sie
ihn.
Wenn das Bewußtsein schwand,
nahmen sie einige Eimer Hafenwasser
und begossen ihn damit.
Dann stellten sie Willi erneut
an die Wand,
und die Mißhandlung nahm
ihren Fortgang.
Am 25. Juli 1934 wurde
Willi Vogel
zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt wegen Aufbau einer illegalen
Kassiererorganisation
der KPD in Bremerhaven.
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Notizen aus meinem Tagebuch vom 27.11.1984:
Willi Vogel wurde am 11.09.1906 in Jena geboren und kam 1924 nach
Bremerhaven. Er arbeitete als Kesselreiniger auf den Schiffen. 1927
lernte er seine Frau kennen. Ich hatte ihn am 27.11.1984 interviewt. Ab
1930/1931 kassierte er für die KPD. Als Hauptkassierer Karl
Trieschmann verhaftet wurde, übernahm Willy die Hauptkassierung
für Mitte. Bei Schuchmann wurde er verhaftet und zwar am 6. Juli
1933, dann wurde er auf das Gespensterschiff gebracht.
2 1/2 Jahre Gefängnis. 1936 entlassen im Frühjahr, nach
Bremen, wieder eingesperrt, "Du kommst ins KZ"
Bremerhaven, den
11.12.2009
Peter Müller