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Viel Lob: Fenster erinnern an Leuchttürme
Immobilienmesse: Weserterrassen gehören weltweit zu schönsten Wohnhäusern
Bremerhaven. Riesige Fensterfronten, großzügige Terrassen- und das alles in Form eines Schiffes: So präsentieren sich die Bremerhavener Weserterrassen am Geestvorhafen. Für die besondere Architektur wurde das Apartmenthaus für den renommierten Mipim-Award nominiert. "Leider konnten wir uns in Cannes gegen den französischen Mitbewerber nicht durchsetzen", sagt Bauherr Heiner
Kropp.
Doch auch die Nominierung ist für ihn ein Erfolg: Eine unabhängige Jury wählte das Bremerhavener Objekt in der Sparte "Wohnungsbau" von 69 internationalen Bewerbern unter die ersten drei. Der Mipim-Award gilt als wichtigste inter-
nationale Auszeichnung der Branche.
"Gewinner wurde ein Sanierungsprojekt in der Altstadt von Toulouse, außerdem war ein rundes Hochhaus in Istanbul nominiert", so Bauherr Heiner Kropp. Er hat das Projekt gemeinsam mit dem Bremerhavener Kaufmann Norbert Tränkner verwirklicht.
Die "Suiten" in dem Luxusliner aus Stein bieten zwischen 92 und 266 Quadratmetern Wohnfläche, der Kaufpreis beträgt durchschnittlich 4.200 Mark pro Quadratmeter.
Das Gesamtvolumen liegt bei knapp 10 Millionen Euro. Damit haben Kropp und Tränkner die teuersten Wohnungen der Seestadt geschaffen- und das obwohl der Bremerhavener Immobilienmarkt als einer der schwächsten in ganz Deutschland gilt.
"In Bremerhaven gab es bislang keine derartigen Wohnungen", sagt Kropp. Doch offenbar herrschte Bedarf: Von den 37 Wohnungen sind bereits 36 verkauft. In erster Linie würden ältere Leute einziehen, deren Kinder ausgezogen sind und die keine Lust mehr dazu haben, ein Haus mit Garten zu bewirtschaften.
"Leuten, die ihr eigenes Haus aufgeben, muss man natürlich etwas bieten", weiß der Bauherr- und das macht er. Penthäuser haben über 100 Quadratmeter große Dachterrassen, das hohe Heck öffnet sich zur Stadt mit vielen kleineren Fenstern, während die "Bugwohnungen" Fenster ausgewölbtem Glas zur Weser haben, und so an die Leuchttürme in der Umgebung erinnern.
"Das Grundstück gehört meiner Familie bereits seit 1922", sagt Kropp. Es liegt auf einer Landzunge, die die Verbindung zwischen Hafen und Stadt herstellt. Bis Ende der 60er Jahre betrieb Familie Kropp hier einen Schiffsausrüstungsbetrieb und bis 1994 einen Mineralvertrieb. Erste Ideen zur Umnutzung gab es schon Ende der 80er Jahre- doch damals stimmte die Politik dagegen.
Angenehmer Nebeneffekt
In den 90er Jahren plante Kropp dann auf dem Gelände ein Hotel zu errichten. "Aber keiner der großen internationalen Hotelbetreiber wollte nach Bremerhaven", erinnert er sich. Erst 1999 begann die Planung für eine Wohnbebauung. Den Zuschlag für den Entwurf eines Appartementhauses erhielt der Hamburger Architekt Martin Hecht.
"Eine Schwierigkeit war die Sturmflutgefahr", erinnert sich Krupp. Damit die neuen "Schiffsbewohner" keine nassen Füße bekommen, wurde die Garage ebenerdig- und wassergeschützt- gebaut. Angenehmer Nebeneffekt sind die dadurch entstandenen riesigen Terrassen der Erdgeschosswohnungen.
Sonntagsjournal vom 01.04.2001

Weserterrrassen Foto Peter Müller 5. Februar 2005