Wencke-Werft 1834-1900

Ein Stadtrundgang durch Bremerhaven-Mitte lohnt sich, entlang der Geeste, über die alte Geestebrücke, kommt man bald, wenn man auf der Geestemünder Seite steht, zum Historischen Museum (daß man unbedingt besuchen sollte). Von hier aus über die Geeste rüber hat man einen schönen Blick auf das Gelände, auf dem im 19.Jahrhundert die Werften von Lange  und Wencke lagen. 

Foto: Peter Müller 6/2002

Die Reste der Trockendocks der Wenckewerft sieht man gegenüber bei Ebbe noch. Diese Reste wurden zwischen 1975 und 1977restauriert und wieder sichtbar gemacht. Die Werft war zwischen 1834 und 1900 an der Geeste tätig.


Foto: Peter Müller 6/92

1834 wurde die Helling von Wencke gebaut und in den 40er Jahren entstand das erste Trockendock. Für Deutschland war diese Dockanlage eine Neuheit. Das Trockendock besaß eine Bodenlänge von 52/32m und eine Einfahrtsbreite von 11m.
Von 1835 bis 1866 entstanden auf der Wencke-Werft 27 Schiffe, u.a. der 1840/41 erbaute hölzerne Seeraddampfer "Manchester" für die "Hanseatische Dampfschiffahrts-Gesellschaft" in Hamburg.


Foto: Peter Müller 6/1992

Die Wencke-Werft war nicht so bedeutend wie Rickmers, Tecklenborg  oder Seebeck, dennoch hatte sie  als Reparatur-und Spezialwerft einen guten Ruf.
1860 wurde das Trockendock vergrößert und erneuert. Neben Segelschiffen wurden Dampfschiffe für den Robbenfang vor Grönland gebaut z.B. die Bark "Grönland".
Wencke baute den ersten deutschen Hochseefischdampfer "Sagitta".

Später baute Wencke Fischdampfer wie "Präsident Herwig" (1887).

1900 mußte die Werft geschlossen werden.
Bankier Schröder kaufte die Werft und verkaufte sie kurz darauf an Georg Seebeck.

Im Januar 2000 wurde in der Regionalpresse bekannt, dass die SPD-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung das älteste noch erhaltene deutsche Trockendock rekonstruieren und so die große Bremerhavener Schiffbautradition darstellen will.

Foto: Peter Müller 6/1992