Dampfeisbrecher "Wal"


1938 wurde der Dampfer "Wal" bei den Stettiner Oderwerken in Dienst gestellt für Eisbrechdienste auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Er war in Rendsburg beheimatet, aber in den vergangenen Jahren immer seltener eingesetzt worden, weil es wenig Eis zu brechen gab und das Konzept des 50m langen Schiffes mit Dampfantrieb auch überaltert war. Zuviel Energie benötigte der ölbefeuerte Dampfer, um rentabel gefahren zu werden. Um das seltene Schiff, das in den sechziger Jahren von Kohlebefeuerung auf Öl umgestellt wurde, aber nicht verschrotten zu müssen, bot das Bundesverkehrsministerium sein letztes Dampfschiff in der Flotte zum Verkauf an, um ein maritimes Kulturdenkmal zu erhalten. Die Schiffergilde Bremerhaven e.V. kaufte den Dampf-Eisbrecher mit Unterstützung der Stadt.
Im Juni 1990 trat der Dampfer seine von Rendsburg nach Bremerhaven und wurde binnen eines halben Jahres restauriert und in wichtigen Bereichen auch umgebaut. Eine ehrenamtliche Crew bemüht sich mit sichtbarem und erlebbarem Erfolg darum, den Dampfer mit seiner reizvollen und interessanten Ausstattung in Maschine, Nautik und Wohnbereichen nicht nur zu erhalten, sondern auch Freunde traditioneller Schifffahrt bei kurzen und langen Törns mit erleben zu lassen, was ein altes Dampfschiff an Besonderem bietet.
Der Dampfer "Wal" soll nicht  im Hafen liegen, sondern fahren. Auf der Weser, auf Nordsee-Törns und auch auf der Ostsee. Und wer mitfahren möchte, hat an Bord dieses besonderen kleinen Dampfschifffahrts-Museums im Sommer wie im Winter eine Chance, dabei zu sein.
Denn ungewöhnlich ist auch die Geschichte des Dampfers "Wal". Er war nicht immer nur im winterlichen Eisdienst unterwegs, sondern auch zum Ende des 2. Weltkrieges rettete er von  Danzig aus in dramatischen Fahrten Flüchtlinge, Einschüsse von Geschossen zeugen heute noch von dieser Zeit. Und nach dem Krieg versorgte der Eisbrecher dann die Insel Helgoland mit Wasser.
Im Neuen Hafen von Bremerhaven ist der Dampfer mit seiner typischen Eisbrecher-Form und der breiten Brücke nicht nur ein Blickfang, sondern im neuen touristischen Konzept der Seestadt Bremerhaven auch ein neues Merkmal in einer maritimen Erlebniswelt, die Spuren eigener Geschichte für die Zukunft aufbereitet.

Die "Wal"

D. "Wal" in Zahlen  
Länge über alles: 50,00 m
Breite: 12,35 m
Tiefgang: 5,25 m
Geschwindigkeit: 12,2 Knoten
BRT: 662
Baujahr: 1938 bei den Stettiner Oderwerken
Rufzeichen: DBHK
Besatzung: Der D. "Wal" wird von einer ehrenamtlichen Besatzung gepflegt und gefahren. Das Schiff entspricht auf allen Stationen den technischen Sicherheitsansprüchen eines modernen Seeschiffes.
Gesellschaftsräume und Kabinen: 1 Salon für 35 Personen mit Bar, 1 Mannschaftsmesse für 20 Personen, 1 Kombüse.