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77 Jahre alter Skulpturengarten
Thieles Garten hat lange Tradition- 1891 kam Familie
nach Bremerhaven
Im Jahre 1891 kam die Butjadinger Schifferfamilie Thiele nach Bremerhaven. Sie
zog ins Hafengebiet, um Geld zu verdienen. 1904 eröffneten die Brüder Gustav
und Georg Thiele einen Fotoladen in der Hafenstraße 43.
Da sie etwas Geld verdient hatten, gelang es ihnen, 1923 eine 6000 Quadrat-
meter Landfläche in Leherheide zu kaufen.
Foto: Peter Müller, 8/2002
Dort fingen sie an, Pflanzen zu setzen (eine Lärche, eine Rotbuche und eine
spanische Tanne) und Skulpturen und Teiche zu erstellen.
Für die Arbeit der Brüder interessierte sich die Leherheider Nachbarin Grete
Itzen. Sie half beim Aufbau des Gartens. Georg Thieles spätere Frau Grete stand
sogar Modell- als Blumenpflückerin, Sonnenanbeterin oder Tänzerin. 1929 war
das selbsterrichtete Wohnhaus fertig und Georg und Grete heirateten. Da die
Thieles immer noch Ideen hatten, den Garten zu verschönern, aber kein Geld mehr
hatten, errichteten sie einen Kaffee- und Kuchenausschank in einem
Gartenpavillon ein, wodurch sie Geld bekamen. 1954 kaufte ein mit den Thieles
befreundeter Bauunternehmer den Besitz und erweiterte ihn um mehr als das
Doppelte- er ist jetzt 20.000 Quadrat-
meter groß- und gab den Künstlern Gelegenheit, ihre Vorstellungen weiter
auszuleben. Später hat man auch Grete Thieles künstlerische Begabung bemerkt,
als sie ihrem Mann beim Skizzieren half. Im Jahre 1968 verstarb Georg Thiele.
Trotzdem haben Grete und Gustav Thiele den Garten weiter-
gebaut. Ein Jahr später, 1969, starb auch Gustav Thiele. Daraufhin schloss der
Garten. Am 1. April 1985 übernahmen das Gartenbauamt und der Förderverein
"Thieles Garten" (200 Mitglieder) den Garten mit 50 Skulpturen.
Im Haus, in dem die Thieles lebten, befindet sich eine Galerie mit 37 Bildern,
die Georg und Grete malten. 1990 starb dann auch Grete Thiele im Alter von 85
Jahren in Langen in einem Altersheim.
Das Gartenbauamt restaurierte die Skulpturen und eröffnete den Garten wieder.
Der Förderverein organisiert dort auch Musikveranstaltungen von Jazz bis
Volksmusik. Der Garten hat von zehn Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit
geöffnet, außer montags und in den Monaten Januar und Februar.
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Geschrieben von Jasmin Perkuhn, Klasse 9. Realschule Lessingschule, in:
Zeitungstreff vom 16. Dezember 2000