| Legendär
sind
die Vier- und Fünfmastbarken, die in Wesermünde auf der im
Rahsegelbau
weltberühmt gewesenen Bauwerft Joh. C. Tecklenborg
Ende des
19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurden. Tecklenborg war die
Geburtsstätte der Viermastbarken vom sogenannten
Drei-Insel-Typ,
typischer Laeisz-Segler von der Bauart Dreiinseltyp die sich als die schnellsten und sichersten
Schwerwetter-Segler
der Kap-Horn-Route bestens bewährten.
Eines von
den diesen
stolzen Schiffen ist die heute noch unter russischer Flagge laufende "Kruzenstern",
die 1926 als „Padua“
für die Hamburger Reederei Laeisz vom Stapel
lief. Auch die heutige
norwegische „Statsraad
Lehmkuhl“, die ehemalige „Großherzog Friedrich August“
wurde
1914 als Vollschiff für den Deutschen Schulschiffverein vom Stapel
gelassen. In Bremen liegt das „Schulschiff
Deutschland“, Tecklenborgs letzter Segelschiffbau von 1927 als
Seemannschule
mit festem Platz.
Am 30.
September 1841
wurde ein Mietvertrag über die Errichtung einer weiteren
Schiffswerft
in Bremerhaven (Platz der heutigen Goethe-Schule) zwischen der
Deputation
zur Verwaltung der öffentlichen Grundstücke und Jan
Simon
Abegg in Bremen geschlossen. Der Bauplatz befand sich neben dem
Gelände
der Rickmerschen Werft und mußte gegen den Widerstand der
Alteingesesssenen
Cornelius,
Wencke,
Lange
und Rickmers,
durchgesetzt werden. Das Gelände
umfaßte 99 100 Quadratfuß. Abegg hatte die erforderlichen
finanziellen
Mittel von Franz Tecklenborg, dem Sohn eines bremischen Kaufmanns,
Reeders
und Segelmachers, erhalten. Nach § 5 des Vertrages durften auf
diesem
Bauplatz nur ein Helgen für Schiffe von 150 Lasten und ein
Lagerschuppen
errichtet werden. Das Pachtabkommen galt für 13 Jahre und die
Pacht
hatte sich gegenüber der die Rickmers entrichten mußte,
verdoppelt.
Auf dem Westufer der Geeste gelegen, wurden auf dem Gelände
zunächst
nur Segelschiffe für eigene Rechnung gebaut. Erst später ging
man dazu über auch für fremde Rechnung zu produzieren. 1842
erhielt
Abegg auf seinem Areal an der Geeste die Erlaubnis zur Anlegung einer
kleinen
Schiffsschmiedewerkstatt von 40 Fuß Länge und 22 Fuß
Breite.
Zwei Jahre später mietete er einen Platz zur Holzlagerung und
für
Schiffszimmerarbeiten an.
Der Betrieb wurde 1843 von Franz Tecklenborg übernommen, der seinen Bruder Johann Carl als Schiffszimmerbaas gewinnen konnte. Franz Tecklenborg wurde als ältestes von zehn Kindern des Segelmachers, Reeders und Kaufmanns Franz Tecklenborg geboren. Nach dem Tode des Vaters erlernte er die Segelmacherei und arbeitete als Geselle in Kopenhagen. Nach Bremen zurückgekehrt, leitete er den väterlichen Betrieb und übernahm ihn nach dem Tode der Mutter 1830 auf eigene Rechnung. Dazu bekam er in den nächsten Jahren die Vertretung mehrerer englischer Metall-, Anker-, Ketten-, Tauwerk- und Segeltuchfabriken und konnte aufgrund wirtschaftlicher Erfolge auch die Reederei bald wieder aufnehmen. Johann C.
Tecklenborg
übernahm im Januar 1845 den Abeggschen Mietvertrag. Der Betrieb
wurde
unter dem Namen Johann Carl Tecklenborg weitergeführt. Schon im
Dezember
1844 wurde Tecklenborg als Bürger Bremerhavens aufgenommen. Zu dem
Schiffbaubetrieb gehörten zwei Helgen, eine Schmiede, eine
Tischlerwerkstatt,
einige Schuppen für die Lagerung der Baumaterialien sowie
Unterkunftsräume
für die Schiffszimmerleute.
1852 fand der Abschluß eines Pachtvertrages über die Errichtung einer Trockendockanlage im hannoverschen Geestemünde durch die Tecklenborg-Werft statt. Der Platz lag zwischen dem Dockplatz von Schau & Oltmanns und der Fähre und der späteren Geestebrücke. Die Schiffe, die Tecklenborg baute wurden immer größer. Ein Aufholen an Land wurde schwerer, so daß sich Tecklenborg zum Bau eines Trockendocks entschloß. Da der Platz auf der Bremerhavener Seite durch die vielen Werften zu eng wurde, ging Tecklenborg nach Geestemünde ins hannoversche "Ausland". Geestemünde war seit 1845 Stadt und gehörte zum königlich-hannoverschen Gebiet. Gegenüber dem Schiffbauplatz von R.C. Rickmers baute J.C. Tecklenborg das "König-Georg-Dock". Der Bau des "König-Georg-Docks" der Tecklenborg-Werft erfolgte unter der Leitung des hannoverschen Wasserbauinspektors Dincklage und zwar am heutigen Platz des Tecklenborg-Wohnhauses in der Claussenstraße. Das Trockendock stellte für die damalige Zeit eine großartige technische Leistung dar. Die massiven Schleusentore, Seitenwände, das Dockbecken und der Boden bestanden aus Holz. Die Baukosten der gesamten Anlage betrugen etwa 120.000 Taler. Das Tecklenborg -Dock wurde im wesentlichen für Schiffsreparaturen verwendet. Im Jahr 1855 erfolgte die Eröffnung des "König-Georg-Docks" mit der Dockung der Bremer Brigg "Mathilde". Das Dock hatte eine Länge von 87 bzw. 52 m und eine Einfahrtsbreite von 13,02 m. 1858 fand die Taufe des Auswandererschiffs "Helvetia" bei Tecklenborg statt. Bis 1860 soll Tecklenborg 60 Neubauten geschaffen haben. Bis zu dieser Zeit war es bei den Bremer Werften nicht üblich Baunummern zu vergeben. Bei Tecklenborg wurden die Neubauten erst von Nr.50 an gezählt, das war der eiserner Schraubendampfer "Eberstein" im Jahre 1883. 1863 kam es zur Eröffnung des Geestemünder Handelshafens. In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts beschäftigte Tecklenborg ungefähr 100 Schiffszimmerleute und war mit dem Neubau und der Reparatur hölzerner Segelschiffe gut ausgelastet. Der gemieteten Schiffbauplatz in Bremerhaven, der sich zwischen Rickmers und Ulrichs befand, konnte im Jahre 1863 käuflich von Bremen erworben werden. Die Vertragsunterzeichnung mit der Deputation für die Häfen und die Hafenanstalten wurde am 30.09.1863 in Bremen vorgenommen. 1867 begann Tecklenborg mit dem Bau von Fischkuttern. Im Tecklenborgschen "König-Georg-Dock" zu Geestemünde entstand 1869 der hölzerne Schoner "Germania" für die zweite deutsche Nordpolar-Expedition. Er besaß eine Hilfsdampfmaschine von 60 PS und die Maschinen-und Kesselanlagen wurden von der Bremer Firma Waltjen & Co geliefert. Die Wasserverdrängung des Schiffes betrug 225 Tonnen. Das Schiff wurde in der Rekordzeit von 28 Tagen bis zum Stapellauf fertiggestellt. Der Stapellauf fand am 16. April 1869 statt. Expeditionsleiter war der Kapitän der "Germania", Karl Koldewey , der auch die 1. Polarexpedition mit der "Grönland" 1868 geleitet hatte. Die Abfahrt der Expedition fand in Gegenwart von König Wilhelm I von Preußen im Juni 1869 statt. Zusammen mit Eduard Tecklenborg, jüngster Sohn aus 2. Ehe des Werftgründers Franz Tecklenborg, erhält Georg Wilhelm Claussen 1872 Prokura. Der Schoner "Admiral Tegetthoff" für die österreichisch-ungarische Nordpolexpedition lief 1872 vom Stapel. Das Holzschiff war mit doppelten Wänden ausgestattet, hatte 440 Tonnen Wasserverdrängung und war als Dreimast-Schoner getakelt. Die Maschinenanlage besaß 120 PS. Nach dem Tode Joh. C. Tecklenborgs am 14.10.1873 wurde Georg Wilhelm Claussen technischer Leiter der Tecklenborg-Werft. Claussen hatte eine vierjährige Lehrzeit auf der Tecklenborg-Werft absolviert und war dann für einige Zeit zu dem schottischen Schiffbauunternehmen Caird & Co. in Greenock am Clyde gegangen. Dort war er als Zeichner und Konstrukteur tätig gewesen. 1869 trat Claussen wieder in die Dienste der Fa. Tecklenborg. Georg W. Claussen (1845-1919) wurde 1876 Mitinhaber und erkannte, daß sich die Werft auf dem bisherigen Bremerhavener Gelände nicht weiterentwickeln konnte. Im gleichen Jahr wurde Claussen Mitinhaber bei der Tecklenborg-Werft. Die Bark Figaro war 1879 das letzte bei Tecklenborg gebaute hölzerne Segelschiff. Mit der Konzentration auf den Eisenschiffbau, wurde das Unternehmen 1881 nach Geestemünde verlegt. Hier wurden ab 1881 mehrere Grundstücke erworben und eine großzügige neue Werftanlage auf dem Wählacker im Geestebogen errichtet. Das Gros, der in den nächsten Jahren entstandenen Schiffe, waren Fischdampfer. Im Jahre
1882 ging
die Tecklenborg-Werft als eine der ersten Bremerhavener Werften vom
bewährten
Holzschiffbau zum Eisenschiffbau über. Im Frühjahr 1882
konnte
die neue Schiffbauanlage auf dem Wählacker mit der Kiellegung des Lloyddampfers
"Möwe" in Betrieb genommen werden. Bereits im Sommer
1882 waren drei Helgen betriebsfertig. In diesem Jahr entstanden auch
die
ersten Werkstätten, Lager und das Verwaltungsgebäude.
1884 erfolgte der Bau des Salon-Raddampfers "Willkommen" für den Norddeutschen Lloyd, Bremen, mit einer Länge von 55,83m und 408,7 BRT. Ein Jahr später wurde der Klipper "Andromeda" zum ersten Segeltankschiff der Welt mit 17.000 Barrel Tragfähigkeit für die Fa. W.A. Riedemann, Geestemünde, umgebaut. In den Jahren 1886-1892 entstanden die stählernen Segelschiffe "Richard Wagner"(1886), "Placilla" (1892) und die "Pisagua" (1892). Vier Jahre später baute Tecklenborg die 4-Mast Bark "Hera" für die Reederei B. Wencke Söhne, Hamburg, mit einer Länge von 84,12m, einer Breite von 12,5m und 2084 BRT. Im Jahr 1888 baute Tecklenborg das erste aus Stahl gefertigte Vollschiff mit Namen "Najade" für die Reederei Visurgis AG. Das Schiff hatte eine Vermessung von 1752 BRT und eine Länge von 77,91m. Ein Jahr später erfolgte für die D.D.G. Hansa, Bremen, der Bau des Frachtdampfers "Johannisberg" mit einer Länge von 104,43m und 2981 BRT sowie der Bau des Vollschiffes "Parchim" für die Reederei F. Laeisz, Hamburg. Im Jahr 1890 erfolgte der Bau des Vollschiffs "Pera". In diesem Jahr entstand eine 4. Helling. 1894 lief der erste auf einer deutschen Werft entstandene Tankdampfer, die "August Korff", vom Stapel. Wie bereits
erwähnt,
ging man erst im Jahr 1881 bei Tecklenborg zum Bau eiserner Schiffe
über.
Aber der Bau von Segelschiffen wurde aus bestimmten Gründen
weiterverfolgt.
Nachdem in Großbritannien und Frankreich der Bau von
Großseglern
schon stark zurück ging, kam es in Deutschland noch zu einem
letzten Höhepunkt in der Konstruktion von stählernen Vier-
und
Fünfmastseglern. Der Leiter der Tecklenborgwerft, Georg W.
Claussen,
stellte fest, daß trotz der schnelleren Reisen der Dampfschiffe
auch
damals noch die Segelschiffe für bestimmte Fahrten günstig
abschneiden
müßten, wenn sie entsprechend ausgerüstet wären.
Er
berechnete, daß z.B. bei Verschiffung von Salpeter von der
Westküste
Südamerikas nach Europa die Passatwinde einem großen Segler
die volle Ausnutzung der Segelmasten und dadurch eine
verhältnismäßig
schnelle und billige Reise sichern müsste. Die Erfolge des 1894
erbauten
großen Seglers "Potosi"
gaben ihm Recht.
Im Jahre
1897 wurde
die Joh. C. Tecklenborg Werft in eine Aktien- |
| Am
Südende des
Geestemünder Fischereihafens errichtete Tecklenborg eine
Patentslipanlage
mit entsprechenden Werkstatteinrichtungen zur Reparatur von
Fischereifahrzeigen.
Von 1897 bis zum Ausbruch des I. Weltkrieges wurden die Werftanlagen
ständig
erweitert. Die 5. Helling mit 160 m Länge wurde 1898 errichtet und
im Jahr 1900 baute man die "Neckar". Bau des
Doppelschraubendampfers "Frankfurt".
1899 erhielt die Werft den Anschluß an das Eisenbahnnetz.
Im Jahr 1901 baute Tecklenborg die "Großherzogin Elisabeth" als erstes für den deutschen Schulschiffverein gebautes Vollschiff. Das Schiff war ausschließlich für die Ausbildung von Kadetten und Schiffsjungen gedacht. Der Stapellauf fand am 8. März 1901 in Gegenwart der Kgl. Hoheit des Prinzen Heinrich von Preussen statt. Das Schiff galt als sehr manövrierfähig und hatte alle Eigenschaften eines schnellen Seglers, während es gleichzeitig die Form einer Yacht erhielt. Der Schiffskörper, die Masten und ein Teil der Rahen wurden aus Siemens-Martin-Stahl gefertigt. Das Schiff besaß zwei in ganzer Länge durchlaufende Decks. Es hatte eine Länge von 77m und eine Breite von ca. 12 m. An Bord konnten 31 Kadetten und 120 Jungen untergebracht werden. Die Takelung des Schiffes war die eines dreimastigen Vollschiffes mit losen Mars- und Bramsstengen. Die Gesamtsegelfläche betrug 2060qm. Im Jahr
1902/03 baute
Tecklenborg den Doppelschrauben Reichspost-und Passagierdampfer
"Roon"
für den NDL mit einer Länge von 143,63m, einer Breite von 17m
und einer Tiefe von 12m. Das Schiff gehörte zusammen mit der
Scharnhorst zur "Feldherrnklasse". Die Schiffe konnten 8000 Tonnen
zuladen.
Die dreifachen Expansions- Für
die Hamburger
Reederei F. Laeisz baute Tecklenborg 1902 das 5-Mast-Vollschiff "Preussen"
mit 5081 BRT, einer Länge von 124,30m und es war zu diesem
Zeitpunkt
das größte Segelschiff der Welt. Das Segelschiff konnte 8200
Tonnen Ladung aufnehmen und besaß zwei durchlaufende Stahldecks.
Die 48 Mann starke Besatzung war im Brückenhaus untergebracht. Den
gesamten Schiffsrumpf erbaute man aus deutschem Siemens-Martin-Stahl,
ebenso
sämtliche Masten. Der Großmast hatte eine Länge von
64m.
Die Gesamtsegelfläche betrug 5560qm. Auf diesem Segelschiff wurde
zum erstenmal eine Maschinenanlage eingebaut.
Die Werft
konnte die
Größe der Schiffe stetig steigern. Diese Steigerung hielt
bis
1901 an. Den Bau noch größerer Schiffe konnte die Firma
damals
nicht mehr übernehmen, weil die Wasserverhältnisse und der
gekrümmte
Lauf der schmalen Geeste den Ablauf von Schiffen mit über 10.000
Tonnen
noch nicht erlaubten, und weil auch die Durchfahrt bei der alten
Geestebrücke
zu schmal war. Daraufhin regulierte man die Geeste und ließ eine
neue Geestebrücke im Jahr 1904 bauen, bei der auf die Abmessungen
der bei Tecklenborg zu bauenden Schiffe Rücksicht genommen
wurde. Mit der Fertigstellung der
Geestedrehbrücke wurde die untere Geeste für Schiffe bis
zu 20.000 BRT passierbar. In den Jahren 1904-1905 wurde die Werft
grundlegend
modernisiert und über den Helgen 6 und 7 entstand das markante
Stahlgerüst,
daß der Werft später sein optisches Profil geben
sollte.
Im Jahr
1906 betrug
die Länge der Uferfront 1.500m und es erstreckten sich im
schrägen
Ablaufwinkel zum Fluß 7 Hellinge in einer Länge bis zu 225m.
Die 7 Hellinge lagen schräg versetzt zum Geestefluß und an
ihrer
nordöstlichen Seite stand eine siebenschiffige Halle von 60m
Länge
und je 20m Spannbreite. In diesen Hallen standen die Werkzeugmaschinen.
Zwischen 1904 und 1908 entstanden u.a. eine neue Kesselschmiede, ein
150t tragender elektrisch betriebener Uferkran und das
Verwaltungsgebäude
("Grauer
Esel").
Nach der Fertigstellung der neuen Geestedrehbrücke 1904 konnte zum
Großschiffbau übergegangen werden und eine grundlegende
Modernisierung
in Angriff genommen werden. Der Übergang vom Handwerksbetrieb zum
industriellen Werftbetrieb zeichnete sich ab. Einsatz von Maschinen in
der Produktion, Helling-und Dockgerüste mit elektrischen
Kränen
und mit Elektrikzität, Dampf-, Druck-und Preßluft versorgte
Schiffbauhallen ließen diese industrielle Produktion real
werden.
Im 1906 bildeten Ed. Tecklenborg und Georg W. Claussen den Vorstand. |

Der Bau des
Reichspostdampfers
"Prinz Friedrich Wilhelm" für den Norddeutschen
Lloyd als erstes Schiff jenseits der 10.000 BRT-Grenze erfolgte 1907.
Neben
den beiden größten Schnelldampfern des Norddeutschen Lloyd
„Kronprinzessin
Cecilie“ und „Kaiser Wilhelm II“ gehörte „Prinz Friedrich Wilhelm“
zu den mächtigsten Handelsdampfern der Welt.
Der Norddeutsche
Lloyd
als Reeder stand unter den Auftraggebern der Werft damals an erster
Stelle.
Das 17.082 BRT große Schiff wurde in einer Bauzeit von 7 Monate
fertiggestellt
und hatte eine Länge von 186,53 m und eine Breite von 20,8 m. Der
Dampfer bot 2.720 Fahrgästen Platz für eine Reise. Die 195
Kabinen
für die 425 Passagiere 1. Klasse wurden größtenteils
auf
dem Oberdeck mittschiffs angeordnet und zwar außenschiffs, damit
Licht und Luft direkt von außen empfangen werden konnten.
Besonders
schön wurde der Salon 1. Klasse mit 324 Sitzplätzen
entworfen.
Der Salon ist mit einem 12 m hohen, durch drei Etagen hindurchgehenden
35 qm großen Lichtschacht verbunden. Der Lichtschacht verbindet
mit
dem darüberliegenden Gesellschaftssalon sowie dem Rauchsalon 1.
Klasse
und dem weiter nach oben liegenden Wiener Café.
Das Schiff wurde wie
eine damals modernen Dampfer mit einem durchlaufenden Doppelboden
ausgestattet.
Neben Vorrichtungen für etwaige Marinetransporte und einem
möglichen
Einsatz als Hilfskreuzer, war der Dampfer durch zehn wasserdichte bis
zum
Oberdeck reichende Querschotten in elf Abteilungen geteilt. Man
orientierte
sich bei der Konstruktion an der „Großer Kurfürst“-Klasse
und
gab dem „Prinz Friedrich Wilhelm“ zwei Masten und zwei
Schornsteine.
Die Höhe der Masten über dem Kiel betrug 36,5 m und hatten
einen
Durchmesser von 4 m.
Der Bau des Verwaltungsgebäudes der Werft (genannt "Grauer Esel") erfolgte in den Jahren 1906/07. In dieser Zeit erfolgte auch der Bau des Doppelschrauben- Reichspost-Dampfer "Washington". Er hatte eine Länge von 186,67m und 17.000 BRT. Zu seiner Produktion wurden 7.400.000 kg Stahlplatten und Formstahle verwendet. Es handelte sich hierbei um ein Schiff mit 20,73m Breite und 12,72m Tiefe. Das Schiff wurde später auf der Linie Bremen-New York eingesetzt.
Im Jahr 1909/1910, also noch zu Friedenszeiten, baute Tecklenborg für die Kaiserliche Marine das leicht gepanzerte Flußkanonenboot "Otter" (314 BRT), das in China auf dem Jangtsekiang stationiert und später in Nanking aufgelegt wurde. Das 54 m lange und 8,6 m breite Schiff mit nur 1 m Tiefgang wurde von 2 Dampfmaschinen mit 1.728 Psi für 15,2 kn über zwei Propeller angetrieben, hatte 47 Mann Besatzung und zusätzlich 9 chinesische Kohlentrimmer und Köche. Seine Bewaffnung bildeten zwei 5,2cm-Kanonen und drei Mgs. Die Baukosten betrugen 780.000 Mark.
Im Kampf der
verschiedenen
Reedereien um Aufträge, Expansion und Schiffahrtslinien ließ
die Hamburg-Amerika-Linie neben den drei Riesenschiffen „Imperator“
(51.669
BRT), „Vaterland“ (54.282 BRT) und „Bismarck“(56.551 BRT- alle bei
Blohm
& Voss gebaut) drei weitere Großbauten in Auftrag geben, um
auf
der La-Plata-Route die Vormachtstellung zu bekommen, die bis dahin die
Hamburg- Südamerikanische Dampfschiffahrts- Gesellschaft
unbestritten
mit ihren Schiffen besaß. Für die drei HAPAG-Dampfer waren
als
Namen zwei Hamburger Bürgermeister und Großadmiral Tirpitz
vorgesehen.
Die „William O`Swald“ wurde bei der AG Weser in Bremen in Auftrag
gegeben,
„Großadmiral Tirpitz“ baute der Stettiner Vulkan und den dritten
Auftrag für die „Johann
Heinrich
Burchard“ erhielt die Tecklenborgwerft
und das Schiff lief am 10. Februar 1913 vom Stapel. Als Baupreis wurden
8,427 Millionen Mark vereinbart.
Das Schiff hatte
eine
Länge von 179,96 m und war immerhin 24,53 m breit und lief 18
Knoten
schnell. Es hatte drei Schornsteine, von denen der dritte des Trios ein
blinder war, der mehr Kraft vortäuschen sollte. Dies war damals
üblich,
da die Auswanderer von der Zahl der Schornsteine magisch angezogen
wurden.
In der I.
Kajüte
konnten 369 Gäste, in der II. 185 Passagiere, in der III.
Klasse
380 Reisende und im Wohndeck 944 Auswanderer oder Saisonarbeiter
untergebracht
werden. Es war eine Mannschaft von 450 Mann vorgesehen. Besondere
Beachtung
fand damals das geräumige Schwimmbecken auf dem Bootsdeck, dessen
Dach je nach Wetterlage geöffnet werden konnte.
Der Taufakt wurde
vom Hamburger Bürgermeister Predöhl mit einer markigen und
weithin
schallenden Rede gehalten und die Tochter des Paten ließ eine
Flasche
„Kupferberg Gold“ gegen den Bug knallen. Das bracht dem Schiff trotzdem
keinen Glück. Nachdem das Schiff die Ausrüstungskai verlassen
hatte, war inzwischen der erste Weltkrieg ausgebrochen und die „Johann
Heinrich Burghard“ lag während dieser Zeit bei Schuppen 14 im
Kaiserhafen
in der Nähe der Gaststätte „Roter Sand“. An Bord aber
vertrieben
gelegentlich hübsche Mädchen aus der Umgebung den
Wachoffizieren
die Langeweile auf beschwingten Zusammenkünften.
Als Ausgleich für ein von einem deutschen U-Boot versenktes niederländisches Schiff namens „Trabantia“ und andere zugefügte Schiffsverluste sollten die beiden Hamburger Bürgermeister-Schiffe im Ausgleich 1919 als DD „Limburgia“ und „Brabantia“ nach Holland gehen. Die Alliierten wußten dies allerdings erfolgreich zu verhindern. Daraufhin wurden die beiden Schiffe den United America Lines zur Verfügung gestellt. Beide Schiffe bekamen nun ihren dritten Namen und fuhren als „Reliance“ ex „Johann Heinrich Burghard“ und „Resolute“ und den Stars and Stripes.
Die Bark "Großherzog Friedrich August" wurde für den Deutschen Schulschiffsverein gebaut. 1914 hatte die Tecklenborgwerft 3.500 Beschäftigte. Der Ausbruch des 1.Weltkrieges traf die Werft mitten in einer Phase der Hochkonjunktur. 13 große Schiffe befanden sich im Bau, wurden nun aber von ihren Eignern nicht mehr benötigt. Durch den Krieg bedingt verlor die Werft ihren Stamm an Facharbeitern, während man mit der Restmannschaft die restlichen Aufträge abzuarbeiten hatte. Von der Kaiserlichen Marine erhielt die Tecklenborg-Werft Aufträge für Minensuchboote, Flachminensucher und U-Boote. Die U-Boote wurden nicht mehr fertiggestellt.
Das
Kühlschiff
"Pungo" wurde 1914 bei Tecklenborg vom Stapel gelassen und im
Jahr
1915 als Hilfskreuzer Möwe in Wilhelmshaven ausgebaut.
Im ersten Weltkrieg
baute Tecklenborg wie auch Seebeck
Minensuchboote.
Das erste Boot mit der Bezeichnung „M23“ lief am 29.7.1915 vom Stapel.
Weitere mit den Bezeichnungen M 23-26, 35-38, 63-66, 75-78, 87-90,
97-100,
107-112, 137-140 und (163-166) folgten. Im Februar und März 1918
baut
Tecklenborg zwei flachgehende Minensuchboote mit den Bezeichnungen „FM
19“ und „FM 20“ für die Kaiserliche Marine. Die Boote gingen auf
einen
Amtsentwurf von 1917 zurück. Wegen der beschränkten
Seefähigkeit,
der schlechten Manövrier- und Seefähigkeit und wohl auch
wegen
des wenig widerstandsfähigen Materials u.a. Mängel,
verzichtete
die Marine nach Entwicklung des neuen Bugschutzes für M-Boote
noch
1918 vor Kriegsende auf den Fertigbau von noch geplanten Booten.
Die U-Boote UF 21-32
( Bau-Nr.323-334) und UF 49-UF 60 (Bau-Nr. 339-350) liefen nicht mehr
vom
Stapel, obwohl für sie am 22.5.1918 eine Bestellung an die
Tecklenborgwerft
erfolgte. Nach Kriegsende wurden die bereits begonnenen U-Boote
zerlegt
und verschrottet.
Dieses Tauch-Boot
ging auf den Amtsentwurf von 1917/18- Projekt 48a zurück. Der
Einhüllentyp
war als Küstenboot speziell für den Flandern-England-Einsatz
entworfen worden, da die bisherigen U-Boote wegen der verstärkten
Abwehr in der Nähe der englischen Küste allmählich zu
unhandlich
geworden waren. Von diesem U-Boot sollten ursprünglich 92 Boote
gebaut
werden, das eine Größe von 364/381 t hatte und 44,60 m lang
war. Das Einhüllenboot hatte einen Durchmesser von
4,44
m, einen Tiefgang von 3,95 m und sollte bei einer
Maschinenleistung
von 600/620 PS eine Geschwindigkeit von 11,0/7,0 Kn laufen. Die
Tauchtiefe
betrug 75 m. Die U-Boote sollten mit einem 2 Benz-bzw. MAN- bzw.
Körting-
bzw. Linke-Hoffmann-Junkers-6zyl.Viertakt-Diesel laufen. Geplant waren
5 Torpedorohre, eine Schnellfeuerkanone mit 8,8/30 cm sowie ein
Maschinengewehr.
Die Besatzung sollte aus 2 Offizieren und 28 Mann Besatzung bestehen.
Es
war ein grauer Farbanstrich geplant. Das U-Boot wurde nicht
in Dienst gestellt.
Das englische Dreimastvollschiff „Prise Pass of Balmaha“(1.571 BRT) ein 1888 in Glasgow erbauter Segler mit Dieselmotor-Hilfsantrieb wurde 1915 von einem deutschen Hilfskreuzer gekapert und in einem ziemlich klapperigen Zustand der Tecklenborgwerft zum Umbau übergeben. Den äußerlich-klapperigen Zustand ließ man mit Absicht so, aber unter dieser Tarnung baute man einen 1000 PS-Dieselmotor ein, das Auspuffrohr wurde unauffällig versteckt angebracht. Die Schraubenwelle wurde sehr tief gelegt, so daß sie auch bei stärkstem Seegang nicht sichtbar werden konnte. Kurz vor Weihnachten verließ der „Seeadler“ nach dreimonatiger Umbauzeit, äußerlich altersschwach, innen aber technisch mit allen modernen Errungenschaft gut aufgerüstet, als norwegischer Segler „Irma“ mit einer Ladung Holz Geestemünde und verstand es später auch auf hervorragende Weise das britische Wachtschiff „Highlandgod“ zu täuschen und die britische Blockade zu durchbrechen. Die kaiserliche Kriegsmarine holte ihre Geschütze aus den Verstecken gab triumphierend einen Funkspruch raus, daß der „Seeadler“ die Blockade durchbrochen habe.
Nach dem I.Weltkrieg herrschte auch in Bremerhaven große Wohnungsnot. Deshalb versuchte man den Wohnungsbau anzukurbeln. Um den Bau der Siedlungshäuser für den Geestemünder Bauverein zu finanzieren, wandte sich Bürgermeister Delius 1918 an die Fisch- und Werftindustrie. 46 Firmen gaben 781.000 Mark, die zum Kauf des Geländes ausreichten. Werftdirektor Niedermeyer von der Seebeckwerft und der Direktor der Klippfischwerke, Herr Zitzlaff, waren an der Gründung des "Gemeinnützigen Bauvereins Geestemünde-Süd eGmbH" beteiligt. Gegründet wurde der Bauverein von der Stadt, und 46 Firmen beteiligten sich mit Darlehen, wie z. B. die Geestemünder Herings- und Hochseefischerei, Geestemünde, mit 30.000 Mark, die J. C. Tecklenborg-Werft mit 10.000 Mark, die Erste Deutsche Stock- und Klippfischwerke mit 100.000 Mark, die Kriegsfischindustrie "Weser", Geestemünde, mit 100.000 Mark, die Kriegsfischerei "Nordsee", Geestemünde, und die G. Seebeck A.G. mit 150.000 Mark. In den Gründungsvorstand wurden als Vorsitzender Direktor Niedermeyer von der Seebeck AG, Geschäftsführer Klepzig vom Konsum-Verein und Bürgervorsteher Lührs als Vertreter der Stadt Geestemünde gewählt. Der Hausbau wurde durch Reichszuschüsse und in viel stärkerem Maße durch Gemeindezuschüsse ermöglicht, so daß ohne Unterbrechung durch Inflation und Materialmangel 239 Einfamilienhäuser gebaut werden konnten.
Im Jahr 1919 reparierte Tecklenborg Lokomotiven und Waggons. Georg Claussen wurde zum Ehrenbürger der Stadt Geestemünde ernannt. Die Dockstraße wurde in Claussenstraße umbenannt.
In den Jahren 1924/25 hatte Tecklenborg eine schlechte Auftragslage. Die Bremer Schröder-Bank sollte die Tecklenborg-Werft für die Deschimag übernehmen. So lautete jedenfalls der Vorschlag von Schröder. Im Vorstand der Werft war man geteilter Meinung. Fritz Tecklenburg (1888-1964) glaubte, die Krise aus eigener Kraft meistern zu können, wurde aber von anderen, darunter auch H.Wach, überstimmt.
Die 4-Mast-Bark "Padua" wurde 1926 als letzte frachtfahrende 4-Mast Bark auf der Tecklenborg-Werft gebaut.
Durch
Angliederung
der Vulcan-Werke in Hamburg und der Werft Joh. C. Tecklenborg A.G. in
Wesermünde
an die A.G. "Weser" entstand am 28. Dezember 1926, als erster
Großkonzern
der deutschen Schiffbauindustrie, die "Deutsche Schiff-und Maschinenbau
Aktiengesellschaft" (Deschimag), mit dem Verwaltungshauptsitz in Bremen.
Am 24. Mai 1927 fand
die erste ordentliche Hauptversammlung der "Deutsche Schiff- und
Maschinenbau Aktiengesellschaft" in Bremen im Gebäude der J.
F. Schröder Bank K.a.A. in der Obernstraße 2/12 statt. Dem
Bericht
des Vorstandes ist zu entnehmen, daß die "Deschimag" im ersten
Geschäftsjahr
mit einem Gewinn von 412.722,74 RM abschloß. Zu diesem Zeitpunkt
war J. F. Schröder der Vorsitzende des Aufsichtsrates
und F.
Stapelfeldt Vorstandsvorsitzender. Als weitere
Vorstandsmitglieder fungierten
Dr. Wach, Dr. Bauer, H. Wallwitz und H. Claussen.
Der Drahtzieher
dieser
ganzen Fusions- und Konzentrationsbestrebungen war der Bremer
Bankier
J. F. Schröder. Er hatte sich in den zwanziger Jahren ein
beachtliches
Vermögen und großen Einfluß bei Bremer Kaufleuten
erworben.
Er besaß Einfluß in Reedereien, wie der DDG "Hansa", der
DDG
"Neptun" und dem NDL. Bereits 1925 hatte seine Bank die Aktienmehrheit
der A.G. Weser erworben. Durch weitere Angliederungen in den Jahren
1927-1928
waren schließlich acht Werften von den Küsten der
Nord-
und Ostsee in der Deschimag vereinigt:
-
Actien-Gesellschaft
"Weser", Bremen
- Vulcan-Werke
Hamburg, A.G.
- Joh. C.
Tecklenborg
A.G., Wesermünde
- Vulcan-Werke
Stettin A.G.
- G. Seebeck
A.G., Wesermünde
-
Actien-Gesellschaft
"Neptun", Rostock
- Nüschke
& Co. A.G., Stettin
-
Frerichswerft
A.G. Einswarden
Mit der Angliederung des Hamburger Vulcans und der Tecklenborgwerft traten Ende 1926 bzw. Anfang 1927 Prof. Dr. G. Bauer und F. Wallwitz (Vulcan), Dr.-Ing. H. Wach und Georg Claussen (Tecklenborg) in den Vorstand der Deschimag ein, außerdem Schiffbaudirektor Dr.-Ing. Hermann Hein vom Werk der A.G. "Weser".
Die
Größe,
das Ausmaß und vor allem die Folge der
Deschimag-Konzentrationsbestrebungen
in nationalem Maßstab, stießen einerseits auf Widerstand
von
Seiten Hamburger Schiffbaukreise und andererseits auf Proteste in der
Öffentlichkeit
und aus der Arbeiterschaft, da Tradionswerften wie die
Tecklenborgwerft
mit einem großen Namen und neuester Technologie einfach
stillgelegt
wurden. Zunächst verbreitete die Deschimag auch den Eindruck,
daß
es wichtig sei, die Tecklenborgwerft bestehen zu lassen, da der NDL
diese
Werft als Reparaturbetrieb benötige. Bald stellte sich allerdings
heraus, daß zwischen der A.G. "Weser" Bremen und der
Tecklenborgwerft
eine Interessenskollision dergestalt bestand, daß beide
vergleichbare
Schiffsgrößen bauten und ein ähnliches
Fertigungsprogramm
besaßen.
Bankier
Schröder
verfügte über großen Einfluß in den Reedereien.
1928
zog der NDL zwei Aufträge an die Tecklenborgwerft wieder
zurück,
was die Industrie- und Handelskammer Bremerhaven zu der Aussage
veranlaßte,
"daß die Unrentabilität der Tecklenborgwerft für die
Jahre
1927/28 durch künstliche Maßnahmen der Deschimag
bewußt
herbeigeführt worden ist".
Franz Xaver Ortlieb stellt drei Thesen auf, wie es Bankier Schröder gelungen sein könnte, die Tecklenborgwerft auszumanövrieren: Erstens setzte Schröder die Tecklenborgwerft über die Reedereien, bei denen er Hauptaktionär war, unter Druck, zweitens wurden aller Wahrscheinlichkeit nach der Vorstand der Tecklenborgwerft und fünf Mitglieder des Aufsichtsrats "geschmiert", und drittens waren alle Aufsichtsratsmitglieder der Tecklenborgwerft in irgendeiner Form mit dem Bankhaus Schröder verknüpft.
Die Deschimag brachte als Begründung dafür, daß eine der beiden Bremerhavener Werften (Seebeck oder Tecklenborg) geschlossen werden müsse und man sich für die Seebeckwerft entscheide, als Gründe an, daß zwei Werften in der anhaltenden Schiffbaukrise für das Gebiet der Unterweser nicht erforderlich seien und die Seebeckwerft den Bedürfnissen der Wesermündung vollauf genüge. Mit diesen Argumenten gelang es der Deschimag offensichtlich, den Protest aus Bremerhaven zu kanalisieren .
Die
Tecklenborg-Werft
baute Maschinen für die SS "Schwaben" des NDL und das Vollschiff "Schulschiff
Deutschland" für den deutschen Schulschiffverein. Dieses
war der
letzte an der Geeste gebaute Großsegler.
Fusion der
Tecklenborg-Werft
mit der AG-"Weser" in Bremen auf Wunsch von Bankier Schröder.
Zusammenschluß
als Deschimag. Handelsrechtlich erlosch die Tecklenborg-Werft am
29.11.1926.
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Am 1. August 1928
genehmigte die Bezirksregierung in Stadt die Stillegung der Werft sowie
den Abbruch der Anlagen. Docks, Kräne, Einrichtungen und Maschinen
gingen zum Teil an die Seebeckwerft. Ca. 400 Mann wurden von der AG
Weser
übernommen. Stillegung und Demontage der Tecklenborg-Werft.
Maschinen
und Geräte wurden zum Teil zur Erweiterung und Modernisierung der
Seebeck-Werft verwendet. Das König-Georg-Dock gliederte
man
dem Werk Seebeck ein. In den folgenden Jahren war das Unternehmen mit
Fisch-
und Schleppdampferbauten gut ausgelastet.
Im Jahr 1934 bot der Oberbürgermeister von Wesermünde, Dr. Walter Delius, das Gelände der ehemaligen Tecklenborgwerft der Marine zum Bau einer Kasernenanlage an. Eine Besichtigung der entsprechenden Fachleute ergab eine Eignung. Angeworbene Arbeitslose demontierten die Werftanlagen, wochenlange Sprengungen waren nötig. Oft mußten die Arbeiten wegen des Hochwasser unterbrochen werden.
1968 erfolgte die Zuschüttung des König-Georg-Docks.
1971 erfolgte der Abbruch des Verwaltungsgebäudes mit der Jugendstilfassade (Grauer Esel)
15. Juni 1987
Ausstellung
zur Namensgebung "Lehrgebäude Tecklenborg" auf dem Gelände
der
Marineortungsschule in Bremerhaven.
.
16.12.1998:
Die Tecklenborg-Werft steht wieder an der Geeste- als 3qm grosses
Modell
im Historischen Museum. Der Modellbauer des Museums Otto Freudenthal
hat
den berühmten Betrieb über mehrere Jahre anhand von Fotos und
alten Plänen detailreich rekonstruiert. Die Werkstätten,
Kräne
und besonders die imposanten Helgengerüste von Tecklenborg, die
zum
Wahrzeichen des Schiffbaus an der Geeste wurden, lassen die
Betriebsamkeit
auf der Werft erahnen. Auf dem Helgen entsteht der Frachter
"Weissenfels",
an einem Duckdalben macht der Hochseeschlepper "Seefalke" fest.
Literaturhinweise:
1) Dirk J. Peters, Der Seeschiffbau in Bremerhaven von
der Stadtgründung bis zum Ersten Weltkrieg,
Veröffentlichungen
des Stadtarchivs Bremerhaven, Bd. 7
Herausgeber:
Burhhard
Scheper, Gesamtherstellung: Ditzen Druck und Verlags-GmbH, Bremerhaven
2. unveränderte Auflage 1992
2) Marc Fisser,
Seeschiffbau
an der Unterweser in der Weimarer Republik, Veröffentlichungen des
Stadtarchivs Bremerhaven Band 10, Herausgegeben von Hartmut Bickelmann,
Bremerhaven 1995
3) "Strandgut 11/85;
Bernd Langensiepen/Reinhard Schmelzkopf: Johann C.
Tecklenborg, Schiffswerft
und Maschinenfabrik, Bremerhaven/Geestemünde
Nachtrag 04.
Dezember 2009
http://www.tecklenborg-werft.de