Bremerhaven-Tagebuch Oktober 2005
1. Oktober 2005
7.30 Uhr +11,3°C Es regnet, regnet, regnet. Der Herbst ist da. Die Tage sind
kürzer geworden. Man kann schon die Heizung anmachen.
18.30 Uhr Ich bin zurück von einer Fahrt durch die Häfen. Das musste einfach
mal wieder sein. Ich wusste ja schon gar nicht mehr was im Fischereihafen los
ist (Kontrollverlust). Ein Paar Fische habe ich gefangen. Der dickste Fisch ging mir im
Kaiserhafen ins Netz. Die "Sophie Oldendorf" liegt mit ihrer ganzen
gigantischen Größe im Dock V von Bredo/MWB. Das Dock ist doch nun schon 200m
lang, aber für die "Sophie Oldendorff" immer noch zu klein wie man unten sieht:
"Sophie Oldendorf im Dock V der MWB/ Foto von Peter
Müller 1.10.2005
(Im Internet gefunden: BREDO /E.O. Ein feiner Auftrag für die Bremerhavener
Dock GmbH (BREDO). Hier vor allem, da er technisch interessant ist, für
einen Altbekannten, d.h. für Oldendorff Carriers GmbH (Lübeck) abgewickelt
wird - und in starker Konkurrenz zu Betrieben in Holland, Spanien - und sogar in
Richtung Polen (!) - akquiriert werden konnte. Es geht hierbei um den im Jahr
2000 bei der Jiangnan Shipyard (Group) Co. Ltd. für E.O. gebauten
Panamax-Bulker "Sophie Oldendorff" (70.369 dwt), dessen self-unloader
Anlage modifiziert werden soll. So sollen u.a. in dem Bauch des Schiffes die
sogenannten "Gates" ersetzt werden. Hinzu kommen allgemeine Wartungs-
und Reparaturarbeiten (+ Klasse machen). Der ca. Mitte September zu startende
Auftrag soll an einer dafür von der Petram-Gruppe angemieteten Kai bei MWB
umgesetzt werden und dürfte rund 40 Tage in Anspruch nehmen. Über das nicht
"kleine" Auftragsvolumen schweigt man sich (noch) aus.)
Aber begonnen habe ich meine Fahrt durch die Häfen im Fischereihafen. Auf der
Ostseite des Fischereihafens. Dort liegt die "Al Zarah". Wir haben
bereits berichtet:
"Al Zarah im Fischereihafen"
"Binnenschiff Andreas im Fischereihafen von
Bremerhaven"
"KW.174 Annelies Ilena im Fischereihafen an der
Ostseite"
"Arctic Warrior, ein Hecktrawler aus
Großbritannien"
"Poseidon aus Kiel"
"Martinistad an der Westkaje des Fischereihafens"
Foto Peter Müller
"Trawler im Fischereihafen" Foto von Peter Müller
Auf dem Weg in den Kaiserhafen machte ich Zwischenstop an der Geestemünder
Mole.
Zufällig kam der Seenotrettungskreuzer vorbei.
"Seenotrettungskreuzer vor der Einfahrt in den
Geestevorhafen"
"Weserfähre bei der Einfahrt in den Geestevorhafen"
Foto Peter Müller
Im Kaiserhafen habe ich mich dann entschlossen den Pingelturm nicht zu
fotografieren. Denn was ich fotografiere wird oft anschließend abgerissen. Aber
dafür gab es eine schöne Überraschung schon vom Deich aus zu sehen. Die
"Sophie Oldendorf" liegt im neuen Dock der Motorenwerke.
"Sophie Oldendorff im Dock 5 der MWB" Foto Peter
Müller
Brigitte Ehlers hat sich heute schon beklagt, dass es in letzter Zeit sowenig
Neues hier im Tagebuch gegeben habe. Ich kann dazu nur sagen: ich bin
berufstätig, und wenn in Bremerhaven nichts Maritimes passiert, gibt`s für
mich auch nichts zu berichten. Außerdem wird sicherlich in den nächsten
Monaten hier noch weniger passieren, wenn es abends schon um 16 Uhr dunkel ist
und am Wochenende regnet.
2. Oktober 2005
8.30 Uhr Sonnenschein +10,3°C. Gestern waren hier 45 Besucher.
Das "Sonntagjournal" stellt heute die Frage, ob der "Pingelturm"
den Neubau der Kaiserschleuse überleben wird. Verschwinden werden auch die
Häuser in der Inselstraße. Ich denke, dass es Zeit ist die letzten Fotos zu
machen. Morgen schließt das "Koggenbräu" (ehemals Segelken &
Zacha").
3. Oktober 2005
8.25 Uhr Die Sonne scheint über Bremerhaven und das ist gut so. + 6,1°C
Gestern waren hier 64 Besucher. Ich war heute noch mal unterwegs am Alten und
Neuen Hafen und am Pingelturm. Mir ist aufgefallen, dass viele Tagestouristen
aus dem Umland bis Hamburg unterwegs waren. Bremerhaven ist eine Tagesreise
wert.
"Deutsches Auswandererhaus in Bremerhaven" Foto Peter Müller
3.10.2005
"Traditionsschiff Henny im Alten Hafen" Foto Peter Müller
"Koggenbräu am Alten Hafen" seit heute geschlossen
Foto Peter Müller

"Pingelturm an der Kaiserschleuse- vom Abriss
bedroht?"- Foto Peter Müller
"Hydraulikgebäude oder Altes Kraftwerk am Kaiserhafen-
vom Abriss bedroht?" Foto P. Müller
"MWB-Dock 5 mit Sophie Oldendorff" Foto Peter
von Lehe 3.10.2005
Ich habe im Laufe der Jahre mir eine eigene Auffassung zur Fotografie erarbeitet. Von abstrakt schönen Bildern halte ich nichts. Von Dokumentation
auch wenig. Ich neige eher zu einer heimatbezogenen Fotografie. Vielleicht neige
ich auch zur Arbeiterfotografie, wenn es das noch gibt. Ich bin eher der Auffassung, dass Fotografie die Aufgabe hat
Wirklichkeit wider zu spiegeln. Wenn man nicht offen für die Wirklichkeit ist
und nichts empfindet soll man die Finger von der Kamera lassen.
Ich versuche zu lernen die Fotos besser und spannender zu machen.
Ich versuche dem Betrachter etwas zu sagen. Inzwischen habe ich hohe Ansprüche
an meine Fotos. Das Beste ist nicht gut genug.
4. Oktober 2005
7.35 Uhr +7,2°C Gestern hatte ich hier 67 Besucher.
Heute erhalte ich folgende von mir gekürzte Mail:
Moin, moin!
Wirr haben Dich / Sie in unserer aktuellen Ausgabe zitiert (werften.fischtown.de)
und würden Dir / Ihnen gerne ein kostenloses Belegexemplar zuschicken. Dafür
benötigen wir aber Deine / Ihre Postanschrift.
Mit freundlichen Grüßen
AKN e.V. / WATERKANT
gez. B. Ilschner
Zurück aus Oldenburg erhalte ich eben eine Mail von Heiner
Otto, der mir eine Luftaufnahme von Langlütjen II schickt. Herzlichen Dank. Das
Foto findet man unter http://werften.fischtown.de/langluetjen1.html
5. Oktober 2005
5.49 Uhr +9,1°C gestern waren hier 75 Besucher.
Marion Krollmann schreibt mir (etwas gekürzt):
Hallo Peter,
hier noch was zum Pingelturm. Vielleicht kannst Du ja noch was gebrauchen.
Vorrangig war für mich jetzt das Komprimieren, hatte keine Ahnung wie es ging.
Scheint geklappt zu haben, aber ggf. noch nicht genug. Nun - ich übe weiter,
allerdings werde ich es jetzt lediglich nur noch einmal versuchen, dann
habe ich die Faxen dicke.
Tschüß - Marion
Ich habe die Fotos von Marion Krollmann auf der Seite http://werften.fischtown.de/pingelturm.html
ins Netz gestellt.
6. Oktober 2005
5.30 Uhr +10,3°C Gestern wurden hier 85 Besucher auf allen Seiten
registriert.
Das Koggenbräu hat, wie bereits berichtet, wegen dem zurückgehenden
Besucherstrom geschlossen. Schuld ist wohl die Großbaustelle Alter/Neuer Hafen.
Die Stadt sucht nun nach neuen Interessenten. Es gibt Überlegungen den Anbau
abzureißen und dem Speichergebäude im passenden Stil ein zweites
hinzuzufügen. Die BIS möchte das Gebäude erhalten. Seit Anfang 2004 gehört
das Gebäude der Stadt, die dafür 2,5 Mio. Euro bezahlt hat.
7. Oktober 2005
5.32 Uhr + 10,6°C Gestern waren auf meiner Homepage 76 Besucher.
Folgende Mail erhalte ich grade:
Sehr geehrter Herr Müller,
herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Internet-Auftritt ( habe Sie durch meinen
Informationsbedarf
hinsicht Doggerbank gefunden). Bitte schauen Sie auch mal bei uns unter www.brockhage-maritim.de
rein. wir würden uns freuen, wenn Sie uns im Stichwortverzeichnis ( link?) mit
aufnehmen könnten.
Mit freundlichen Grüßen
Heino Brockhage
Wie die NZ heute berichtet, soll das ehemalige Ramelow-Haus in der Hafenstraße
Ecke Rickmersstraße wieder aktiviert werden. Der Textil-Discounter "Kik"
möchte das Gebäude kaufen und dort eine Filiale eröffnen. Die Stadt
unterstützt das Vorhaben mit 75.000€. Für die erste und zweite Etage ist die
Ansiedlung eines Call-Centers im Gespräch. In seinem Kommentar meint Rainer
Donsbach, dass es schön wäre, wenn nun noch für den leer stehenden
Kistner-Baumarkt ein neuer Nutzer gefunden werden könnte.
Vor ca. 2- 3 Wochen brachte die NZ eine Meldung über die MS Norway, die
ich hier unterschlagen habe. Danach lag die MS Norway zu diesem Zeitpunkt auf
Reede vor Port Kelang (Malaysia). Der weitere Verwendungszweck war nicht
geklärt.
8. Oktober 2005
7.40 Uhr + 9,4°C für heute ist schönes Sonnenwetter angesagt. Gestern
waren hier 74 Besucher.
Der Ausbau von CT4 schreitet voran. Zwei Drittel der 1,7 Kilometer langen
Stahlwand ist bereits fertig. Es entsteht ein 90 Hektar großes
hochwassergeschütztes Neuland auf dem dann später die Container gelagert
werden.
Der Umschlag von Container für den Chinahandel hat in Bremerhaven im letzten
Jahr um 23,2% zugelegt. China, Japan und Korea haben für Bremerhaven inzwischen
fast die gleiche Bedeutung wie die amerikanische Ostküste.
Was ich an Bremerhaven wichtig finde: die Häfen, den Containerterminal, den
Fischereihafen. Die Traditionsschiffe der Schiffergilde, Lloydwerft und SSW,
Schiffe in allen Größen.
Was ich an Bremerhaven mag: den Speckenbütteler Park, den Weserdeich, das Leher
Rathaus und alles was sich fotografieren lässt.
Bremerhaven ist meine Heimatstadt. Ich mag den Blick von der Kennedybrücke auf
die Geeste zu beiden Seiten. Ich mag die Sehmeile von der Weserfähre bis zum
Pingelturm.
Bremerhaven kann stolz sein auf das Deutsche Schiffahrtsmuseum, das
Auswandererhaus, die Hochschule Bremerhaven, das Schaufenster Fischereihafen.
9. Oktober 2005
9.07 Uhr +12,5°C bedeckter Himmel. 48 Besucher gestern. Ich habe die
Langzeitberichte zur MarcelloC Nettuno3, zur Eplus-Netzabdeckung, zum Nokia 6230
und zum LG F 2100 fortgeschrieben.
Gerade erhalte ich folgende Mail:
Sehr geehrter Herr Müller,
ich wende mich heute wegen einer Recherche für ein Fachbuch zur Waffentechnik
an Sie.
Und zwar arbeite ich derzeit an meinem zweiten Buch. Es soll Entwicklung,
Produktion und Einsatz von Maschinenpistolen in Deutschland bis Kriegsende 1945
umfassen.
Ich habe heute auf Ihrer sehr interessanten Website u.a. die Angaben zur
Bewaffnung der U-Boote vom Typ XXI entdeckt:
6 Bugtorpedorohre für 20 mitgeführte Torpedos
4 Rohre installiert
1 Maschinenpistole
10 Mauserpistolen
3 Seitengewehre
Mich würde es sehr interessieren, wo Sie diese Angaben herhaben.
Gibt es eine Dienstvorschrift oder sonstiges Schriftgut mit diesen Angaben ?
Gibt es evtl. nähere Angaben über die Art der Aufbewahrung der Waffen und über
den mitzuführenden Munitionsvorrat für die Handfeuerwaffen?
Falls Sie mir in dieser Angelegenheit weiterhelfen können, wäre ich Ihnen sehr
dankbar.
Mit den besten Grüßen von der Schwäbischen Alb
Michael Heidler
Wer sich für den U-Bootbau (und den Einsatz von Zwangsarbeitern) auf der
Seebeckwerft/Deschimag während der Zeit des Faschismus interessiert, findet ihn
unter:
http://werften.fischtown.de/ssw5.html
14.49 Uhr grautrüber Himmel +14,5°C.
Mittelalter am Neuen Hafen: Laut SJ soll heute von 11 bis 18 Uhr auf dem
Lloydplatz an der Ostseite des Neuen Hafens ein Historischer Markt stattfinden.
Veranstaltet wird dieser Markt von der Hansekogge Werft mit Unterstützung der
Stiftung der Volks- und Raiffaisenbanken Niedersachsen.
Meine Fotos:

"Mittelalterlicher Fischer erklärt seine Schuhe" Foto Peter Müller
Die ehemaligen kaiserlichen Forts Langlütjen I
und II sind noch nicht verkauft. In der vergangenen Woche fand mit den
Kaufinteressenten eine gemeinsame Besichtigung der Insel statt. Ab morgen sollen
nun mit den potenziellen Investoren Gesprächstermine vereinbart werden.
Dabei will die Bundesanstalt alle Akteure an einen Tisch bringen. D.h. die
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben wird die Abstimmung mit den zuständigen
Behörden organisieren und moderieren.
10. Oktober 2005
5.32 Uhr + 10,4°C 54 Besucher gestern hier.
Von der Aktionskonferenz Nordsee erhielt ich heute per Post ihre Zeitschrift
"Waterkant" Ausgabe September 2005. Bezugspunkt ist der Artikel
"Investoren für KZ-Insel gesucht" in dem auch meine Homepage als
Quellennachweis genannt wird. Danke!
11. Oktober 2005
5.26 Uhr + 10,3°C 66 Besucher gestern.
12. Oktober 2005
13.30 Uhr + 17°C Sonnenschein. 64 Besucher gestern.
Am 2. Juli 2005 hatte ich vom Stapellauf der "Hermes" bei SSW
berichtet. Gestern nun kam der zweite Teil des Rumpfes aus Polen, nämlich das
Achterschiff. Laut NZ wurde das 122m lange Bauteil an die Ausrüstungskaje bei
SSW gelegt.
"Stapel des Vorderschiffes der Hermes" Foto Peter Müller
Laut NZ soll gestern für Stahlbau Nord eine mehrere Tonnen schwere Stahlsektion
vom Schwimmkran Enak in eins der Schwimmdock gehievt worden sein. Es handelt
sich um den Rumpf für eine Luxusjacht.
13. Oktober 2005
5.34 Uhr + 7,6°C 73 Besucher gestern.
18.49 Uhr + 14,0°C Dämmerung. Das Fischereiforschungsschiff "Walther
Herwig III" hat heute Bremerhaven verlassen. 6 Wochen lang wird es vor
Grönland die Bestände von Kabeljau, Rotbarsch und schwarzem Heilbutt
untersuchen.
Heute beginnt im Kino "Atlantis" der Dokumentarfilm "Die
Reise der Pinguine".
14. Oktober 2005
5.32 Uhr + 6,7°C Gestern waren hier 57 Besucher.
Das Gewerkschaftshaus im norddeutschen Klinkerstil Friedrich-Ebert-Str.1
soll Ende 2006 von den Gewerkschaften geräumt werden. DGB und
Einzelgewerkschaften ziehen in die Bürger 31. Im Gewerkschaftshaus hatte bis
1933 die "Norddeutsche Volksstimme", das Parteiorgan der SPD, ihren
Sitz. Verantwortlicher Redakteur war bis zu ihrem Verbot durch die Faschisten
das SPD-Bürgerschaftsmitglied Gerhard van Heukelum. Nach dem Verbot der
"Volksstimme", im März 1933, beschlagnahmten die Nazis die
Rotationsmaschine und benutzten sie für ihre Zwecke. Das Gebäude wurde später
umgebaut und von der Gestapo übernommen. Bis in die Kriegsjahre hinein wurde
Gebäude immer mehr den Bedürfnissen der Gestapo angepasst. Neue Zellen und
Vernehmungsräume wurden eingerichtet. Gefoltert und misshandelt wurden die
Häftlinge hauptsächlich im Keller. (Quelle: Antifaschistische Stadtrundfahrt,
SJD Die Falken, 1983)
15. Oktober 2005
8.23 Uhr + 9,3°C 63 Besucher gestern hier.
Heute morgen erhielt ich folgende Mail aus Frankreich:
Informationen zur Ludwig Janssen Reederei werde ich demnächst
auf folgender Seite veröffentlichen:
http://werften.fischtown.de/ludwigjanssen.html
(NZ) Die Norddeutsche Landesbank finanziert zwei SSW-Großaufträge komplett.
SSW baut zwei Schiffe für die Hamburger Reederei Projex. Die Zusage soll rund
100 Millionen Euro wert sein.
Das "Hermes"-Vorschiff liegt seit Juli an der Ausrüstungskaje der
Werft. Seit dieser Woche liegt dort auch das Achterschiff. In der kommenden
Woche werden beide Sektionen zur Bredo-Werft verholt, dort zusammen geschweißt
und der Hauptmotor eingebaut. Mit der Finanzierungszusage schwebten bereits die
ersten Sektionen für den zweiten Containerfrachter auf dem SSW-Helgen ein.
"Hermes hinter dem Zaun"
Ich war heute morgen mit dem Auto unterwegs in den Fischereihafen.
Ich bin dort mit meiner Kamera herumgestromert. Vom ehemaligen Gelände der
Holzhandlung Kühlken am Handelshafen kann man die beiden Schiffsteile sehen. In
der Hochseestraße habe ich vergeblich das Gebäude der ehemaligen Reederei
Ludwig Janssen gesucht und nicht gefunden. Dafür habe ich im Rahmen meiner
Fotosession an der Ecke Hafenkanal und Handelshafen die "Welle" wieder
getroffen und überrascht und freudig Fortschritte beim Bau gesehen und
festgehalten.
"Die Welle am Holzhafen in Bremerhaven" Foto Peter Müller
Herbst. In den nächsten Tagen sollen die Temperaturen nach
unten gehen. Aber es bleibt aber freundlich.
16. Oktober 2005
8.36 Uhr +4,1°C Sonnenschein. Heute bekam ich folgende Mail:
18.28 Uhr + 12,4°C Eine Mail aus Norwegen kommt herein:
17. Oktober 2005
5.40 Uhr + 6,4°C Gestern waren hier 49 Besucher im Archiv. Der Herbst und
das kalte Wetter kommen näher. Heute wurde es schon gegen 18.40 Uhr dunkel. Die
Tage werden unerbittlich kürzer.
Heute habe ich von SSW erfahren, dass es wohl diese Woche noch nichts wird mit
der Verlegung von Vorderschiff und Achterschiff zur Bredo. Am Freitag soll es
noch eine Feinabstimmung geben. Was gäbe ich dafür, wenn ich den Transport und
das Zusammenschweißen der beiden Schiffshälften beobachten und fotografieren
dürfte. Aber... Arbeit geht vor.
18. Oktober 2005
5.35 Uhr + 5°C Gestern waren hier 74 Besucher.
21.45 Uhr + 7°C Über die Zukunft und Vergangenheit der Reederei Bugsier
referiert morgen Abend 19 Uhr im DSM Carsten Sönke Wibel.
19. Oktober 2005
5.40 Uhr + 3,5°C 60 Besucher gestern.
17.52 Uhr + 10,8°C (NZ) Nach der Grundüberholung bei MWB hat der Haffkahn
"Emma" nun einen neuen Liegeplatz vor dem ehemaligen Getreidespeicher
von Segelken & Zachar gefunden.
"Emma im Alten Hafen vor Getreidespeicher" Foto von Peter Müller
Am Getreidespeicher restaurieren Handwerker
des DSM zur Zeit den alten Getreideheber.
Die 1928/29 gebaute "Emma" war bis 1992 an der Ostseeküste im
Einsatz und gehört seit 1994 zum DSM.
20. Oktober 2005
5.35 Uhr + 6,7°C 73 Besucher gestern.
21. Oktober 2005
6.50 Uhr + 7,1°C 61 Besucher gestern.
Heute morgen erreicht mich folgende Mail:
Guten Tag, peter.
Da schreibt man aus Russland. Wir interessieren uns fuer grousse
Wasserbremse fuer Pruefstaende von "Seebeckwerft". Ein davon wurde in
die UdSSR im
1985 geliefert. Wenn Sie eine Information davon haben, berichten
bitte uns.
Vielen Dank. Leiter der Konstrukteuerabteilung des Insituts fuer
Schiffbautechnoligie Nikitin Wladimir, Sankt-Petersburg.
mailto:nikitin@crist.ru
Telefonat mit Frau Bischof von SSW Shipyard. Vor- und Achterschiff werden bis
zum 31. Oktober 2005 zur Bredo geschleppt. Ich erhalte eine Mail wenn klar ist,
wann es passiert.
14.17 Uhr + 12,9°C Ich war heute morgen mit Auto und Kamera im Hafen unterwegs.
Hier meine Fundsachen:
"Zwei Hecktrawler aus Rostock" Peter Müller
"Verladung"
"Holzentladung" von Peter Müller
"Noortje im Fischereihafen" von Peter Müller
(NZ) BLG gibt Gas beim Autoumschlag. Der Autoumschlag im Kaiserhafen steigt und
steigt. Insgesamt gingen von Januar bis September 2005 bereits 1,14 Millionen
Fahrzeuge über die Rampen der großen Autotransporter.
Gestern schrieb die NZ, dass der ARGE-Chef Zwangsumzüge für ALG
II-Empfänger angekündigt hat. 13.000 ALG II-Empfänger gibt es in Bremerhaven,
die über das gesamte Stadtgebiet verteilt in Bremerhaven wohnen. Noch. Denn
sollte die ARGE bei ihren Ermittlungen herausfinden, dass diese so genannten
Bedarfsgemeinschaften in zu teuren oder zu großen Wohnungen leben, könnten
bald die Stadtteile Leherheide, Grünhöfe oder Lehe die neue Heimat für viele
ALG II-Familien sein. Dort stehen Wohnungen leer und die Mieten sind besonders
niedrig. Der Mieterverein befürchtet schon jetzt, dass neue soziale
Brennpunkte entstehen.
Hintergrund für die Pläne sind die seit 1. Januar 2005 geltenden gesetzlichen
Mietobergrenzen.
Heute schreibt die NZ, dass bereits die ersten Aufforderungen an ALG
II-Empfänger rausgegangen sind. Einige haben sich bei der NZ gemeldet. Jens
Osieka erhielt die Aufforderung sich entweder eine neue Wohnung zu suchen oder
die 90€, die seine Kaltmiete über der gesetzlichen Obergrenze liegt, selbst
zu tragen.
Ich für meinen Teil lehne die Agenda 2010 und das ALG II ab. Ich halte das
Ganze für den größten Blödsinn des Jahrhundert. Es führt nicht nur zu
Verarmung, Verelendung und Obdachlosigkeit. Außer der Disziplinierungsfunktion
gegenüber der arbeitenden Bevölkerung kostet das ALG II sehr viel Geld. Es
wird kein Geld gespart, im Gegenteil es wird teurer als vorher.
Aber die Gefahr, dass viele Menschen völlig den Boden unter den Füßen
verlieren, kriminell werden und ihnen alles egal ist, ist viel gefährlicher. Es
führt neben einer gigantischen Einkommensumverteilung von unten nach oben auch
zu einer politischen Radikalisierung.
Die Gefahr einer weiteren Verarmung und Verelendung ganzer Stadtteile besteht.
Die Zahl der Menschen, die obdachlos werden wird steigen. Durch die Beschneidung
der Sozialhilfe ist auch von hier kaum noch Hilfe zu erwarten.
Die ARGE hat in Bremerhaven einen sehr schlechten Ruf. Bei den Arbeitslosen als
auch in Fachkreisen. Zuständige Sachbearbeiter sind telefonisch nicht zu
erreichen. Das ganze Haus versteckt sind hinten irgendwelchen Callcentern und 16
stelligen Telefonnummern.
Post kommt angeblich nicht an. Selbst Faxe und Einschreiben irren irgendwo im
Haus herum. Es gibt ungeklärte Zuständigkeiten. Das Ganze wirkt
unprofessionell. Man könnte manchmal glauben, die Bescheide wären von 1
Euro-Job-Leuten gefertigt worden.
Es kommt oft vor, dass Post überhaupt nicht beantwortet wird.
Ich kann mich daran erinnern, dass die Bundesanstalt für Arbeit im letzten Jahr
für viel Geld ihr Image aufbessern und den Service verbessern wollte. Service
und Erreichbarkeit sind von der BA gar nicht gewollt. Vorschriften, beamtenhafte
Arroganz und Bunkermentalität werden gepflegt und zwar auf Anweisung von ganz
oben. Der gute Kontakt den viele Menschen zu Sachbearbeitern des Sozialamtes
lange Jahr gepflegt haben, ist hier völlig unerwünscht.
Ich gebe der FDP an diesem einen Punkt Recht, wenn sie die Auflösung der
Bundesanstalt für Arbeit fordert.
22. Oktober 2005
8.52 Uhr + 11,8°C 74 Besucher gestern hier. Am kommenden Mittwoch
spricht Dr. Peters vom DSM ab 19.30 Uhr im Bürgerrundfunk Bremerhaven über
"Die Dockanlagen in Bremerhaven". Seit gestern arbeitet der neue
leistungsstarke Hafenschlepper der Bugsier-Reederei in den Überseehäfen.
"Bugsier 1" wurde in den Niederlanden gebaut und kann zur Zeit 59
Tonnen ziehen.
"Bugsier 1 im Kaiserhafen" von Peter Müller
Die Festma Vertäugesellschaft soll ab Mai 2006 aus der alten
Signalstation der Marine am Südende des Containerterminals umziehen in eine
neues Gebäude am Rande des Kreuzfahrtterminals.
"Sophie Oldendorf im Dock 5 während der blauen Stunde" von Peter
Müller
23. Oktober 2005
8.39 Uhr + 10,7°C Es regnet in Strömen. Dunkelgrauer Himmel. Ein dunkler
Tag. 49 Besucher gestern. (SJ) Im Frühjahr nächsten Jahres wird die
schwedische Modekette H&M in der Bürger 44/46 mit dem Bau ihres neues
Hauses beginnen. Das Karstadt-Kaufhaus soll von Grund auf saniert werden und
erhält ein neues Design von außen. Laut SJ sind sich Insider sicher, dass das
geplante Mediterraneo so gut wie gestorben ist. War das Ganze nicht sowieso für
Bremerhaven eine aufgesetzte Sache? Was hat eine italienische Einkaufsmeile mit
einer Hafenstadt tun?
Folgende Mail erreicht mich:
Sehr
geehrte Damen und Herren,
In
meiner Freizeit bin ich als Autor für die freie Enzyklopädie Wikipedia tätig.
Diese Enzyklopädie kann von allen kostenlos genutzt werden. Ich arbeite gerade
an einem Artikel über die Insel Langlütjen unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Langl%C3%BCtjen
Daher
möchte ich Sie fragen, ob ich die beiden Fotoaufnahmen in der Dateianlage von
Ihrer Website für diesen Artikel verwenden darf.
Das
Grundprinzip der Gemeinfreiheit bei Wikipedia bedingt, dass alle Inhalte zur
allgemeinen und unbeschränkten Nutzung freigeben sein müssen, damit sie auf
Wikipedia erscheinen können.
Die
Gemeinschaft der Wikipedianutzer und ich würden uns sehr freuen, wenn Sie die
Bilder in der Anlage zur Veröffentlichung freigeben würden.
Vielen
Dank im Voraus für Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Unterstützung.
Mit
freundlichen Grüßen,
Axel
Hindemith
24. Oktober 2005
17.50 Uhr + 7,7°C 73 Besucher waren gestern hier.
18.35 Uhr Regen, Regen, Regen. Dunkelheit. + 9,9°C.
25. Oktober 2005
5.36 Uhr + 13,1°C 68 Besucher gestern.
20.05 Uhr +12,9°C Am kommenden Sonntag, den 30. Oktober 2005 werden Vorschiff
und Achterschiff des SSW-Containerschiffes "Hermes" von der
Ausrüstungskaje der SSW zur Bredo geschleppt. Ich habe mir schon einen guten
Kamerastandpunkt ausgesucht. Fischereihafen Westkai mit Blick auf die
Hoebelstraße. Das ist sozusagen die engste Stelle. Außer natürlich gleich
neben der "Welle". Aber da könnte es kritisch werden.
26. Oktober 2005
5.32 Uhr + 11,5°C 62 Besucher gestern.
Herr Krieger schreibt mir:
Moin
Moin H.
Müller
Ich,
eine elendige Landratte aus dem Schwabenland, ich wohne in der Nähe von
Heilbronn, möchte ihnen sagen dass ich die Seite toll finde, besonders das
Tagebuch.
Mir selbst ist Bremerhaven nicht fremd, ein teil meiner Gene stammt aus dieser
Stadt.
Meine Mutter stammt aus Bremerhaven und wohnt inzwischen wieder da.
Ich selbst bin zwei / Dreimal im Jahr in Bremerhaven, ich komme sehr gern
dahin (nicht nur wegen meiner Mutter, die sah mich während der Sail
so gut wie gar nicht)
Wenn ich Ihre Unternehmungen so lese, kann ich mir das richtig vorstellen, wo
sie unterwegs sind, wie sie durch den Hafen schleichen (nicht wörtlich
gemeint) einfach was zu entdecken.
Ich hoffe sie machen weiter so
Grüsse
aus dem Hinterland
21.07 Uhr + 15,6°C
Ich bekomme eine Mail aus Brasilien und eine Liste. Ich spreche kein
Portugiesisch.

28. Oktober 2005
5.32 Uhr + 13,1°C 78 Besucher gestern.
Sonntag morgen um 6 Uhr kommen die Schlepper. Und um 7 Uhr, werden sie die "Hermes" zur Bredo verholen. Dort werden
die beiden Teile zusammengeschweißt werden.
6.04 Uhr ist Dämmerung und ab 7.22 Uhr Sonnenaufgang. Lohnt es sich dafür
aufzustehen, oder wird es zu dunkel zum Fotografieren sein?
Außerdem wird zur Zeit bei der Bredo der Heringsfänger "Annelies Ilena"
verlängert. Das Schiff wird um 30 Meter verlängert.
Ich bin heute Abend mal am Neuen Hafen auf den Spuren des Hamburger Fotografen
Markus Tollhupf gewandelt.

"Beleuchtete Klappbrücke mit Radarturm" von Peter Müller
"Beleuchtete Klappbrücke an der Keilstraße" von
Peter Müller

"Auswandererhaus bei Nacht"
29. Oktober 2005
8.02 Uhr + 11°C 58 Besucher gestern hier. Morgen um diese Zeit, nach Umstellung auf Winterzeit,
also um 7 Uhr werden Vorderschiff und Achterschiff des SSW-Containerschiffs
"Hermes" von der SSW-Ausrüstungspier zur Bredo geschleppt. Draußen
ist Dämmerung. Nach Versuch ist es um diese Zeit schon möglich digital zu
fotografieren. Werde ich dabei sein?
8.04 Uhr es wird hell. Die Wolken am Himmel färben sich rot.
Es wird für mein Empfinden hell.
Nun könnte ich schon ohne Probleme fotografieren.
15.28 Uhr + 18,6°C Sonneschein ein wunderschöner Herbsttag. Traumhaft.
Sönke Hansen schreibt heute im Niederdeutschen Heimatblatt einen Artikel mit
der Überschrift "Als Lehrer in Bremerhaven". Dort erzählt er, dass
Peter Suhrkamp von 1913-1915 in Bremerhaven gewohnt und gearbeitet hat und zwar
als Lehrer. Seinen Artikel beendet Hansen mit folgendem Satz: "Dass ich
meinen Beruf als Pädagoge aufgab, geschah zuletzt, weil ich einsehen musste,
dass gerade unter Lehrern infolge ihrer mangelhaften Ausbildung, woraus man den
Lehrern selbst keinen Vorwurf machen kann, ein echtes Verhältnis zur
Wirklichkeit, zu den Realitäten des Lebens, und deren Ordnung fehlt."
30. Oktober 2005
8.44 Uhr 10,7°C 55 Besucher gestern. Eigentlich wollte ich heute
morgen um 7 Uhr im Fischereihafen sein, um den Schleppzug der "Hermes"
zu erleben und zu fotografieren. Aber um 23.40 Uhr erhielten wir einen Anruf
meines Bruders, das Ganze sei auf 12 Uhr verschoben worden. Morgen hatte ich
keine Lust aufzustehen. Nach dem Hausputz fuhr ich in den Fischereihafen und
hatte Glück. Am Liegeplatz der "Welle" kamen die Schlepper gerade mit
dem Achterschiff um die Ecke. Es war bewegend, rührend und wunderbar. Hier
meine Fotos:
"Mit Mühe geht die Kiste um die Ecke, fast schramm er
die Kaje"
"Hermes mit vier Schleppern vom Handelshafen zum
Fischereihafen" Peter Müller
"Vorschiff der Hermes an der Labradorkaje/Fischereihafen- links
Bredo-Docks"
"Schleppzug Achterschiff Hermes nähert sich Bredo"
"In nächster Zeit werden die beiden Teile der Hermes im
Bredo-Schwimmdock zusammengeschweißt"
Es war für mich ein bewegender Augenblick als die "Hermes" mit ihren
Schleppern in ihrer gigantischen Größe fast mit den Händen zu greifen, um die
Ecke kam. Allerdings muss ich gestehen, dass die Fernsehbilder heute morgen im
ZDF von der Einweihung der Frauenkirche in Dresden mir noch viel näher gegangen
sind. Tränen der Rührung und der Ergriffenheit. Was für ein historischer
Augenblick. Was für eine wundervolle und schöne Kirche mit einer solchen
historischen Bedeutung. Fast war es mir als wäre jetzt erst der Krieg nach 60
Jahren endlich zu Ende mit Großbritannien.
Und auch die Wiedervereinigung kam mir zum ersten Mal so vor, als wäre sie nun
wirklich etwas Gutes, etwas das zu mir gehört. Das andere Deutschland, das
jetzt auch langsam meines ist, und das ich gerne habe und gerne besuche. Neben
mir im Büro sitzt eine wirklich nette Kollegin aus Magdeburg. So nahe und dicht
ist die Frauenkirche schon gerückt.
Ein Spaziergang am Neuen Hafen und zwei Fotos:
"Deutsches Auswandererhaus währen der blauen Stunde"
Klappbrücke während der blauen Stunde
19.25 Uhr + 14,7°C 1982 war ich in Florenz und habe mir die
Basilika Santa Maria de Fiore angeschaut. Von außen und innen. Ich war
dermaßen begeistert, dass ich versprach noch einmal in meinem Leben wieder zu
kommen. Bisher war ich noch nicht wieder in Florenz.
Ich habe heute im Fernsehen Bilder der neu erbauten Frauenkirche in Dresden
gesehen. Ich habe jetzt einen neuen Traum: ich möchte die Frauenkirche von
Dresden besuchen, anschauen und erleben. Und ich möchte dieses Wunderwerk auf
mich wirken lassen. Die Frauenkirche ist göttlich.
31. Oktober 2005
5.34 Uhr 63 Besucher gestern.