


Franz C.H. Stapelfeldt
Franz Carl Heinrich Stapelfeldt. Geboren am 18.1.1877 in Stockelsdorf (Krs.
Eutin). Seit dem 1.4.1921 war Stapelfeldt
Vorstandsvorsitzender der A.G. "Weser" und mit der Gründung des
Schiffbaukonzerns Deschimag deren
Generaldirektor. 1940 Ernennung zum Wehrwirtschaftsführer. Von 1940 bis 1944
Vizepräses und Leiter der
Industrieabteilung der Handelskammer Bremen. Verbindung zum Widerstandskreis um
Carl Goerdeler. Unter dem Verdacht,
der Widerstandsbewegung anzugehören, wurde er am 3.10.1944 verhaftet und bat zum 31.12.1944
um seine offizielle Entlassung als Werftdirektor. Wegen Beweismangels
am 2.3.1945 entlassen. Von
der amerikanischen Besatzungsmacht vom 17.5.1945 bis zum Februar 1946
inhaftiert. Seine Versuche zur Rückkehr
in die Führungsposition der A.G. "Weser" blieben vermutlich wegens
einer umstrittenen politischen Haltung
als auch wegen seines fragwürdigen geschäftlichen Gebarens ergebnislos. Am
4.6.1954 in Bremen gestorben.
Die Antifaschisten, die auf der AG-Weser arbeiteten, wurden teilweise
von dem antinationalsozialistischen Generaldirektor Stapelfeldt, der z.B.
persönlich für die Freilassung von Emil Theils einsetzte,
gedeckt. (siehe: Peter Brandt, Antifaschismus und Arbeiterbewegung,
Christians Hamburg 1976, S.323
Franz Stapelfeldt: Für den
Werftarbeiter, ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden der AG Weser und Bürgerschaftsabgeordneten
der KPD, Hermann Prüser, war die schnelle
Rehabilitierung Stapelfeldts Anlaß,
im März 1947 aus der Entnazifizierungskammer der Bürgerschaft zurückzutreten.
Prüster hatte auf der AG Weser maßgeblich
den Widerstand mitaufgebaut und warf
Stapelfeldt vor, der NSDAP eine
Million DM für das Parteihaus in Gröpelingen gegeben zu haben. Er sei der
intimste Freund des
NSDAP-Gauleiters Röver gewesen. ( Vgl. Arbeitsgruppe Abrüstung, Der
Kaiser ging, der Führer ging- die
Waffenschmieden blieben, Bremen 1984, S.21)
Peter
Kuckuck, Bremer Großwerften im Dritten Reich, Edtion Temmen, 1993 Bremen, S.
41ff