Luxusyacht auf erster Reise
Bei Stahlbau Nord gefertigter Rumpf wird zur Schweers-Werft geschleppt

Die Luxusyacht hat zwar noch keinen Namen, aber sie geht heute schon auf ihre Erste Reise. Zwei Schwimmkräne ziehen den 58 Meter langen Rumpf aus der Schiffbauhalle von Stahlbau Nord im Fischereihafen und setzen ihn in den Labradorhafen. Am Haken eines Schleppers geht es zum Ausbau zur Schweers-Werft.

Wer einmal seinen Urlaub an Bord der Yacht verbringen wird, weiß selbst Nobert Müller, Geschäftsführer von Stahlbau Nord, nicht. Die Schiffbauer haben im Unterauftrag der Berner Werft gearbeitet und 300 Tonnen Stahl zu dem Rumpf verarbeitet, "über die Auftraggeber für solche Schiffe erfährt man nichts", sagt Müller.
Am Heck der Yacht ist schon die künftige Badeplattform zu erkennen, und in beide Bordwände, erklärt Müller, werden später an der Wasserlinie Klappen eingebaut, hinter denen schnelle Motorboote, Jet-Skier oder auch schon mal ein Auto geparkt werden werden können.
Der Kasko wird Stahlbau Nord heute ohne Aufbauten verlassen. Sie werden aus leichtem Aluminium gefertigt und unter anderem deshalb später aufgesetzt, weil die Halle am Labradorhafen zu niedrig ist. Noch in diesem Jahr will Stahlbau Nord sie deshalb ausbauen und einen weiteren 40-Tonnen-Kran einbauen. "Wir haben gut zu tun", sagt Müller, bis Sommer kommenden Jahres ist der Betrieb mit seinen 60 Mitarbeitern ausgelastet- ein guter Zeitraum im Sektionsbau.
                    Neben der 58-Meter-Luxusyacht liegt bereits eine Hinterschiffs-
Sektion für den zweiten von sieben Containerfrachtern, die SSW baut, "und wir arbeiten auch viel für die Lloyd Werft", erzählt Müller: 500 Tonnen werden für den Umbau eines Bulkers zum Orangensaft-Tanker verarbeitet, kleinere Stahlarbeiten fallen bei den Arbeiten an der "Norway" an.
Heute ab 6 Uhr wird die Yacht im Schritttempo aus der Halle gezogen, zweieinhalb Stunden später sollen zwei große Bugsier-Schwimmkräne den Rumpf anheben und gegen 10 Uhr ins Wasser setzen.
Die kleine Schlepp-Reise weseraufwärts nach Berne soll gegen Mittag beginnen. In Berne wird der Rumpf wieder in eine Halle gezogen, um die Maschine einzubauen und die Aufbauten aufzusetzen. Anschließend wird die komplette Außenhaut  des Schiffes im Dock gespachtelt und lackiert. Geschätzte Dauer nur der aufwendigen Arbeit der Maler: rund ein dreiviertel Jahr.

Nordsee-Zeitung vom 03.11.2001