| SSW hofft auf einen Neubeginn Umfirmierung am Werfthafen: SSW Schichau Seebeck Shipyard übernimmt das Geschäft- "E.R.Elsfleth" zur Schlussdockung Der Helgen und die Hallen bleiben, mit ihnen rund 400 Mann der alten Belegschaft. Doch die Gesellschaft, die auf dem Werftgelände im Handelshafen wieder Schiffe bauen will, trägt jetzt einen anderen Namen: SSW Schichau Seebeck Shipyard GmbH. Ins Handelsregister ist das Unternehmen bereits eingetragen- nach Ansicht von Werftchef Karl-Heinz Jahncke mehr als ein formaler Akt: "Damit haben wir die entscheidende Voraussetzung geschaffen, Neubauaufträge abschließen zu können", sagt er. Denn die alte SSW Fähr- und Spezialschiffbau GmbH ist pleite, genau wie ihre Vorgängerin Schichau Seebeckwerft AG- sie werden abgewickelt. Die SSW Schichau Seebeck Shipyard GmbH dagegen soll an frühere Erfolge anknüpfen. Die Neugründung sei nicht nur ein Signal an mögliche Auftraggeber, betont Jahncke, sondern auch die Voraussetzung, um an Geld und staatliche Schiffbausubventionen zu gelangen. Einziger Gesellschafter der neuen GmbH ist noch der Insolvenzverwalter Jan Wilhelm. "Aussichtsreiche Verhandlungen mit weiteren Gesellschaftern laufen zurzeit", versichert Jahncke jedoch. Auch mit dem Investor Karl Ehlerding habe er gesprochen; der in Bremerhaven geborene Börsenspekulant hatte SSW beim Neubeginn nach der ersten Pleite unterstützt, steckt jetzt jedoch mit seiner Beteiligungsgesellschaft WCM selbst in Schwierigkeiten. Neben Schiffen will SSW Schichau Seebeck Shipyard auch stählerne Fundamente für Offshore-Windenergieanlagen bauen. Hoffnungen macht man sich bei SSW daneben auf den Bau von Spezialschiffen zur Montage der riesigen Windkrafträder draußen auf See. Das erste Schiff, das SSW (neu) abliefern wird, stammt noch aus dem Auftragsbuch von SSW (alt): Gestern verholte der Containerschiffsneubau "E.R.Elsfleth" von der Ausrüstungskaje im Werfthafen ins Doch der Lloyd Werft. Dort soll der Unterwasseranstrich komplettiert werden. Die Taufe findet- in kleinem Rahmen- am 13. Dezember an der Columbuskaje statt. Anschließend geht das Schiff auf Probefahrt. Ablieferung: 19. Dezember. Der Neubau Nummer 2010 ist das sechste und letzte Schiff einer Serie, die SSW für den Hamburger Reeder Erk Rickmers fertigt. Riesige Verluste beim Bau der Frachter hatten maßgeblich zur zweiten Insolvenz der Werft in sechs Jahren beigetragen. Trotzdem entwickelt sich der Schiffstyp zum "Verkaufsschlager": Die Kieler Werft HDW baut zurzeit vier Exemplare nach den Plänen aus Bremerhaven. SSW arbeitet bei diesem Auftrag als Subunternehmer: Deckshäuser, Vorschiffe, Achtersteven und andere Sektionen kommen aus der Seestadt und sollen der Werft das Übeleben bis zu eigenen Neubauaufträgen sichern. Quelle: NORDSEE-ZEITUNG vom 04.12.2003 |
Kiellegung bei SSW für ein Schiff nach eigenen Plänen
Auf dem Helgen der SSW-Werft wurde Mitte Januar 2004 der Kiel für ein
"halbes Containerschiff" gelegt. Im Auftrag der Kieler Werft HDW bauen die
Seebecker eine 85 Meter lange Vorschiffssektion, die Ende April abgeliefert
werden muss. Auch das Achterschiff und das Deckshaus des Frachters entstehen auf
der Bremerhavener Werft.
Bis Ende des Jahres ist die nach der Insolvenz vor knapp anderthalb Jahren neu
formierte SSW Schichau Seebeck Shipyard mit dem Bau von großen Teilen für
insgesamt vier Containerschiffe beschäftigt.
Im März 2004 kämpfte SSW weiter um Schiffsfinanzierungen. Vorrangiges Ziel der
Führung war es allerdings die 2,5 Millionen Euro Außenstände, die durch die
Lloyd-Insolvenz entstanden war, wieder herein zu bekommen. SPD und CDU forderten
den Senat auf zu helfen.
380 Mitarbeiter hatten Angst, dass ihrem Arbeitgeber kurz vor dem Ziel die Luft
ausging. Laut Werftchef Jahnke hatte die Werft 14 Aufträge für
Schiffsneubauten in der Schublade. Arbeit für drei Jahre. Aber die staatliche
Schiffbauhilfe reichte nicht aus. Die Werftarbeiter demonstrierten vor dem
Stadthaus. In Bürgermeister Teiser fanden Sie Unterstützung. Pflaumbaum
forderte erst die Liquiditätshilfe, dann die Wettbewerbshilfe.
Jahnke: SSW habe Aufträge für 14 Neubauten, vorausgesetzt Bund und Land
zahlten dafür die Schiffbauhilfe. Rund 20,5 Millionen Euro hatte SSW beantragt.
Aber die Landesregierung kam nicht in die Pötte. Man konnte den Eindruck haben,
dass der Senat der Werft immer neue Bedingungen diktierte mit dem Ziel sie am
ausgestreckten Arm verhungern zu lassen. Thorsten Brockmann von der NZ
schrieb: "Jede weitere Verzögerung nährt den wieder den Verdacht, dass
die Landesregierung sich doch längst vom Schiffbau verabschiedet hat."
Ende März 2004 meldete die NZ, dass der Bremer Senat eine Rettungsbeihilfe in
Höhe von 2,9 Millionen Euro beschlossen hatte- verknüpft mit harten Auflagen.
Für 100 SSW- Mitarbeiter, die bis zur Havarie der "Pride of America"
bei der Lloydwerft beschäftigt waren, wurden 5 Millionen Euro für eine
Beschäftigungsgesellschaft bereit gestellt.
Auch im Monat April 2004 kämpfte SSW weiter ums Überleben. Am 17. April 2004
wurde eine 85 Meter lange Vorschiffsektion für HDW ins Wasser gelassen. 70
Mitarbeiter wechselten in die Auffanggesellschaft.
Am 30. April 2004 berichtete die NZ, dass SSW die harten Auflagen des Bremer
Senats für eine Rettungsbeihilfe nicht erfüllen konnte. Die Werft baute weiter
komplette Vorschiffe, Deckshäuser und Sektionen für Frachter. Anfang Juli 2004
lief das zweite Vorschiff für HDW vom Stapel.
Anfang August 2004 wurde bekannt, dass SSW die Zwangsversteigerung ihres
Geländes drohte.
Die alte SSW hatte seit April monatlich 11.000 € für die Nutzung an die
Sparkasse Bremerhaven gezahlt. Weil die Sparkasse als Zwangsverwalter des
Grundstücks die Grundstückskosten für Steuern und Versicherungen tragen
musste, forderte sie von SSW, die dafür anfallenden Kosten sofort aus der
Unternehmensmasse zu zahlen. Das können wir nicht, sagte Insolvenzverwalter Jan
Wilhelm. Sollten die Grundstücke versteigert werden, könnte das das endgültige
Ende Werft bedeuten.
Kommentar von Thorsten Brockmann, NZ: Nun sind die Sparkassen mit ihrer Geduld
am Ende und übernehmen die Aufgaben des Totengräbers.
Am 11.08.2004 schrieb die NZ, dass es für SSW zur Zeit keine Möglichkeit gebe
auf dem Weltmarkt große Schiffsmotoren für geplanten zwei Containerschiffe
für Erck Rickmers zu bekommen.
Am 18. September 2004 stand die Zwangsversteigerung des Geländes der
insolventen Werft SSW auf der Tagesordnung. Es fand sich allerdings kein
Käufer.
Im Oktober 2004 baute SSW Vorschiffe, Deckshäuser und Sektionen. Die
Belegschaft bestand zu diesem Zeitpunkt aus 180 Mitarbeitern.
Mitte Dezember 2004 wurde bekannt, dass SSW im Unterauftrag für die
Lürssen-Werft in Bremen den Rumpf und die Aufbauten für eine Mega-Yacht bauen
soll.
Mitte Januar 2005 schickte SSW auf einem Ponton das halbe Vorschiff zur Werft
HDW für "Caroline E".
Im Februar 2005 erhielt SSW den Auftrag den ausgebrannten Papierfrachter "Schieborg"
wieder in Stand zu setzen. Der Auftrag hatte ein Volumen in Höhe von 10-20
Millionen Euro.
Am 23. März 2005 lief ein Vorschiff-Oberteil vom Helgen und zwar
für HDW.
Am 7. April 2005 wurde die vordere Hälfte eines Containerschiffes auf Kiel
gelegt.