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SSW Fähr- und Spezialschiffbau 1996- 2004
von Peter Müller, Bremerhaven
Am 1. Mai 1996 haben Bremer Vulkan AG und die Schichau Seebeckwerft Konkursanträge
gestellt. Für die Lloyd Werft und die Geeste-Metallbau wurden Vergleichsvorschläge
eingereicht. Zwei Tage später unterschrieben die Beschäftigten der
Seebeckwerft auf Anraten des Betriebsrates die Aufhebungsverträge und neue, auf
ein Jahr befristete mit der Beschäftigungs-und Qualifizierungsgesellschaft
"My-Pegasus Bremen/Bremerhaven" GmbH" Verträge.
Für den Betriebsrat und die Beschäftigten stellte sich die Frage: wie geht es
weiter, wie können wir unsere Arbeitsplätze retten? Von Seiten der
Landesregierung, der Banken und der EU-Kommission wurde gefordert,
die Personalkosten sofort um 20% senken und die Produktionskosten um 25% zu
senken. Die Unternehmensberatungsfirma "McKinsey" wurde von der
Landesregierung beauftragt zu prüfen, ob diese Forderungen zu erreichen sind
und wie diese im Einzelnen umzusetzen seien.
Zu der Frage wie weit sich Betriebsrat und Beschäftigte aktiv
gestaltend für die Erhaltung der Werft und ihrer Arbeitsplätze
eingeschaltet haben, nahm Holger Pflaumbaum,
Betriebsratsvorsitzender von SSW, im Juni 2001auf einer Veranstaltung der
Kooperation Universität-Arbeitnehmerkammer Bremen Stellung:
"Um überhaupt ein Weiterführungskonzept
für unseren Werftenstandort durchsetzen zu können, musste kurzfristig die
Kostendeckung der damaligen drei Fährschiffaufträge erreicht werden. Ohne eine
Kostenreduzierung, um weitere Verluste zu verhindern, hätte eine sofortige
Komplettschließung der Werft auf der Tagesordnung gestanden. Denn es gab nicht
mehr genügend Liquidität. Dann wäre der Neubaustandort mit allen Arbeitsplätzen,
auch die der Zulieferer in Bremerhaven, für immer verloren gewesen.
Eine sofortige Kostensenkung wurde
zum einen als erste Sofortmaßnahme mit dem sogenannten
„Sanierungstarifvertrag“ erreicht, der für alle Vulkan Konkurs- bzw.
Vergleichsbetriebe abgeschlossen wurde - also auch für uns. Es gab damals einen
massiven Druck auf die IG Metall Bezirksleitung Küste, von Seiten der
Landesregierung, von Seiten der Banken und von der EU-Kommission. Alle haben
deutlich formuliert, dass sie Weiterführungskonzepte nur unter der Bedingung
akzeptieren, dass es zu einer sofortigen Senkung der Personalkosten in Höhe von
rund zwanzig Prozent kommen muss. Dieser dann von der IG Metall Bezirksleitung Küste
abgeschlossene Sanierungstarifvertrag beinhaltete eine zeitlich befristete
Streichung des Urlaubsgeldes, des Weihnachtsgeldes, der Überstundenprozente an
Werk- und Samstagen und einen „Produktivitätsvorschuss“ von einer Stunde
pro Woche. Eine Verschlechterung des regelmäßigen Monatseinkommens konnte
verhindert werden. Außerdem wurde dieser Sanierungstarifvertrag mit einem
Zeitrahmen versehen, um wieder den üblichen IG-Metall Flächentarifvertrag zu
erreichen. Durch diese befristete Personalkostensenkung konnten alle 3 Fährschiffaufträge
der SSW AG i.K. abgearbeitet werden. Damit wurde Zeit für Fortführungskonzepte
gewonnen. Das schaffte eine der Grundlagen für die Gründung der neuen SSW GmbH
am 1. Mai 1998. Dieser Vulkan-Sanierungstarifvertrag von 1996 für die SSW AG
i.K. wurde am 1. Mai 1998 auf die neu gegründete SSW Fähr- und
Spezialschiffbau GmbH übertragen und damit auch alle zentralen und bezirklichen
Tarifverträge bis auf die o.g. Ausnahmen (4 Punkte) übernommen, also auch die
Tarifvertragsbindung der neuen Gesellschaft sichergestellt. Und dies bevor die
erste Einstellung bei der SSW GmbH vorgenommen wurde. Die Angleichung an den Flächentarifvertrag
wird über einen Stufenplan realisiert. Wir befinden uns gerade in dieser
Angleichungsphase. Der Flächentarifvertrag für die neue SSW GmbH wird bis zum
30.06.2002 über mehrere Schritte erreicht. Dies war unsere klare politische
Zielvorgabe. Innerhalb des vereinbarten Zeitrahmens muss der Flächentarifvertrag
wieder erreicht werden."
Und an anderer Stelle sagte Pflaumbaum:
"Aber zurück zur Ausgangsbasis 1996. Eine weitere Bedingung der
Landesregierung, der EU-Kommission, der Banken und der zukünftigen Eigentümer
war, eine Reduzierung der Produktionskosten um 25%. „Wahnsinn“, haben wir
alle gedacht. Diese Kostenreduzierung um 25% wurde die Messlatte, um die
Sanierungsfähigkeit des Schiffsneubaus in Bremerhaven zu beweisen. Dies war die
Voraussetzung, um überhaupt weiterzumachen und Fortführungskonzepte umsetzen
zu können.
Die Unternehmensberatungsfirma
„McKinsey“ wurde von der Landesregierung beauftragt, knallhart zu prüfen,
ob diese Produktivitätsschritte und Kostensenkungsmaßnahmen zu erreichen sind
und wenn ja, wie dies im Einzelnen umzusetzen ist. Denn eins war klar: Der
befristete Sanierungstarifvertrag
(Holger Pflaumbaum "Unternehmenskrise als Chance? Anm. P. Müller) war nur „eine“ Maßnahme und die war nur
die „einfachste“, um dieses Ziel zu erreichen. Wir hatten teilweise den
Eindruck, viele hofften, dass es besser wäre, wenn wir diese Kostensenkung
nicht erreichen würden. Das mussten wir immer mit in Rechnung stellen.
Wir haben uns dann als Betriebsrat
sofort mit der Geschäftsführung, dem mittleren Management, der betrieblichen
IG Metall und der Belegschaft hingesetzt und überlegt, wie wir die Bedingungen
der Politik und Banken - Kostensenkung um 25% - realisieren können. Wir haben
nach breiter Diskussion (auf Abteilungs-, Betriebs- und
Vertrauensleuteversammlungen mit einer betrieblichen Verhandlungs- und
Tarifkommission und demokratischen Abstimmungen in der Belegschaft) als erste
Notmaßnahme den „Sanierungstarifvertrag“ abgeschlossen und dann an der
kompletten Reorganisation des Betriebes mitgearbeitet. In den entsprechenden
betrieblichen Arbeitsgruppen, die von „Mc Kinsey“ moderiert wurden, haben
wir unsere Vorschläge und Konzepte eingebracht und auch durchgesetzt. Denn
allen war klar, entweder wir kriegen das hin oder wir werden dichtgemacht. Das
Beispiel der eiskalten Schließung der Vulkanwerft in Bremen hatten wir alle vor
Augen.
Man redet da jetzt so locker drüber, aber in dieser Konkurssituation war es für die Kollegen unglaublich schwierig, weil alles offen und extrem kompliziert war. Das Ausscheiden bei der SSW AG i.K., der dreiseitige Aufhebungsvertrag, der Wechsel in die mypegasus-Qualifizierungsgesellschaft, der Zurückverleih an die WvB-Verleih-gesellschaft, nur zeitlich befristete Arbeitsverträge und Fragen: „Was wird aus uns?“, „Wieviel Kollegen können auf Dauer weiterbeschäftigt werden?“ Wie gesagt, alles war offen und absolut unsicher! Nur eins war klar, wir wollten unseren Standort und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten. In solch einer Situation, die Aufbau- und Ablauforganisation des neuen Betriebes grundlegend zu verändern, neue Fertigungsstrukturen und neue Organisationskonzepte einzuführen, eine Kostenreduzierung von 25% sicherzustellen und gleichzeitig die Liefertermine, die Qualität einzuhalten und die Mannschaft zusammenzuhalten, das war schon eine enorme Leistung!
Im Rahmen dieser
„Sanierungsdiskussion“ haben auch wir als Betriebsrat Vorschläge
eingebracht um die Produktivität zu erhöhen und die Fertigungskosten zu
senken, die dann auch über Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen
abgeschlossen und umgesetzt wurden. Dies waren Vereinbarungen (Ergänzungstarifverträge)
die qualitativ besser als der Flächentarif sind oder sich im Flächentarif noch
nicht wiederfanden. Dies betraf insbesondere neue Entgeltsysteme, neue
Arbeitszeitmodelle, flächendeckende Einführung von Gruppenarbeit, stärkere
Beteiligungsrechte der Belegschaft und mehr Mitbestimmungsrechte im
wirtschaftlichen Bereich des Betriebsrates. Ein Vetorecht des Betriebsrates bei
betriebsbedingten Kündigungen wurde u.a. vereinbart. Das heißt, wir haben
neben dem „Sanierungstarifvertrag“ weitere Ergänzungstarifverträge
abgeschlossen, die wichtige gewerkschaftliche Forderungen nach mehr
Beteiligungsrechten der Belegschaft und weiterführenden Mitbestimmungsrechten
des Betriebsrates realisierten.
Dies führte mit über hundert
weitere Einzelmaßnahmen dazu, dass „Mc Kinsey“ feststellte: Die SSW ist
sanierungsfähig! Schiffsneubau ist in Bremerhaven subventionsfrei und
gewinnbringend möglich. Nach dieser Feststellung hatten Überlegungen, unseren
Standort „platt zumachen“, keine politische Chance mehr und wir konnten mit
dem Neuanfang beginnen.
Wir haben u.a. einen Tarifvertrag über
„Budgetentgelte“ vereinbart. Ich glaube dieser Vertrag war besonders
wichtig, weil über diesen Tarifvertrag erstens eine kontinuierliche Budgetprämie
in Höhe von 138% der jeweiligen persönlichen Lohngruppe erreicht wurde (wir
hatten früher ein klassisches Akkordsystem mit einer Bandbreite von 110% bis
138%) und zweitens eine hohe Transparenz und weitgehende Mitbestimmungsrechte
des Betriebsrates in diesem „Budgettarifvertrag“ geregelt werden konnte. Bei
Unter- bzw. Überschreitungen der vereinbarten Stundenbudgets werden die
Arbeitszeitkonten aller Mitarbeiter (also Arbeiter und Angestellte) be- oder
entlastet. Schwankungen im Positiven oder Negativen gibt es nur über Stunden.
Das Belastungsrisiko wurde auf 5,5% der Jahresarbeitszeit begrenzt. Mit diesem
Budgettarifvertrag wurde eine deutliche Produktivitätssteigerung erreicht.
Unter anderem ist in dieser Vereinbarung geregelt, dass bei
Angebotskalkulationen der Schiffe der Betriebsrat zu beteiligen ist. Alle
entscheidenden Kennziffern z.B.: Mengengerüste, Kosten der Eigen- und
Fremdleistung, Stundensätze usw., also die Basis der Angebotskalkulationen,
werden mit dem Betriebsrat besprochen und zum Teil vereinbart. Der Betriebsrat
wird über Verhandlungen mit dem Kunden und die sich daraus ergebenen
wirtschaftlichen Ergebnisse zeitnah informiert. Es müssen nach Abschluss der
Verhandlungen mit dem Kunden die Stundenbudgets, die Mengengerüste usw., also
die Basis der Auftragskalkulation und der betrieblichen Kostenstruktur, mit dem
Betriebsrat und den Budgetbeauftragten, die von den Kollegen gewählt sind,
vereinbart werden. Das heißt, mit diesem Ergänzungstarfvertrag zum
„Budgetentgelt“ haben wir deutlich mehr Informationen und Einblick in die
Kostenstrukturen und in die Kalkulation des Unternehmens, als dies im
Akkordsystem oder über das Betriebsverfassungsgesetz üblich war. Insgesamt hat
dieser Tarifvertrag zum Budgetentgelt positive Auswirkungen für das Unternehmen
und die Kollegen.
Ein zweite wichtige tarifliche
Vereinbarung war, die Gruppenarbeit in unserem Unternehmen einzuführen. Das
haben wir jetzt realisiert. Wir waren die erste Werft, die flächendeckend
Gruppenarbeit eingeführt hat. Auch hier ist es uns gelungen, wichtige Grundsätze,
z.B. mehr Demokratie u.a., durch die Wahl der Gruppenleiter, hohe Teilautonomie
der Gruppen, große Transparenz der betrieblichen Abläufe und mehr Beteiligung
der Belegschaft zu vereinbaren.
Auch die bisherigen Arbeitszeitmodelle wurden neu organisiert. Im Rahmen eines Zeitkorridors kann die Arbeitszeit innerhalb von 12 Monaten zwischen 30 und 40 Stunden schwanken. Die Obergrenze sind 105 Plus-Stunden, die Untergrenze 70 Minus-Stunden. Die Durchschnittsarbeitszeit beträgt aber eindeutig 35 Stunden in der Woche. Auch hier hat die Belegschaft über die Gruppenarbeit mehr Einflussmöglichkeiten als früher. Ebenfalls konnten wir damit Abteilungen „retten“, die bei festen „unflexiblen“ Arbeitszeiten, wegen schwankender Auslastung fremdvergeben worden und im neuen Unternehmen nicht mehr vorhanden gewesen wären. Dies ermöglichte deutlich mehr Einstellungen als ursprünglich geplant."
Im September 1996 trennte sich SSW vom Vulkan. An die
Stelle der alten Schichau Seebeckwerft im Konkurs trat nun die "SSW Fähr-
und Spezialschiffbau GmbH". Mit einem Kapital von 100.000DM war Konkursverwalter
Wolfgang van Betteray alleiniger Gesellschafter. 1996 führte SSW Unteraufträge für die "Costa Victoria" bei der Lloydwerft
Bremerhaven durch.
Am 1.Oktober 1996 nahm in den Docks des ehemaligen SSW-Reparaturbetriebes
die Bremerhavener Dockgesellschaft
(Bredo) ihre Arbeit auf. Drei Monate später
erklärte die Unternehmensberatungsgesellschaft McKinsey SSW für
überlebensfähig.
1997 erfolgte der Bau der Cotunav-Fähren "Ulysse" und "Salamba".
Im September 1997 baute die Werft weitere 280 Arbeitsplätze ab. Von über 1800 Mitarbeitern aus der Vorkonkurszeit blieben nur noch 650.
18. Oktober 1997: Das von der Lloydwerft bestellte Mittelteil
für die Verlängerung des Kreuzfahrtschiffes "Norwegian Wind"
läuft vom Stapel.
Am 1. Mai 1998 mit rund 500 Beschäftigten,
davon die Hälfte mit unbefristeteten Verträgen, nimmt die "SSW
Fähr-und Spezialschiffbau GmbH" auf dem Gelände der ehemaligen
Seebeckwerft ihre Tätigkeit auf. Auftragsvolumen 50 Mio. DM. Zunächst
soll sich das Unternehmen mit dem Sektionsbau beschäftigen.
Ziel des Unternehmens sei aber der Bau von ganzen Schiffen, betonte Hans
Tempel. Zu dieser Zeit gehörte die SSW GmbH der Hanse Vermögensverwaltung.
Die war das Ergebnis der Initiative einiger Bremerhavener Unternehmer,
die nach dem Zusammenbruch die "Unterweser Schiffbau- und Meerestechnik
Beteiligungsgesellschaft" gründeten und zunächst solange Gesellschafter
waren, bis sich ein neuer Kapitalgeber fand.
1998 arbeitete SSW Unteraufträge für die Lloydwerft Bremerhaven
im Rahmen der Ausrüstung des Costa II-Rumpfes, Projekt 108, "Norwegian
Sky" ab.
1998- 11. Juli: Der Stahlschiffbau bei SSW Fähr-und
Spezialschiffbau war bis Ende des Jahres ausgelastet. Deshalb mußte
ein Auftrag der Lloyd Werft zum Bau einer 33,6 Meter langen Mittschiffssektion
an die Werft Aker MTV in Wismar vergeben werden. Zu diesem Zeitpunkt zeichneten
sich auf dem Helgen der SSW die Konturen eines Vorschiffs einer Mega-Yacht
ab, über deren Auftraggeber sich die Werft nicht äußern wollte.
Weiter liegt ein Auftrag der Rolandwerft vor, für die SSW größere
Sektionen baut. Sie sind für zwei große RoRo-Schiffe bestimmt,
die Egon H. Harms vergeben hat. Auch durch Aufträge der Papenburger
Meyer-Werft und den Bau mehrerer Sektionen für die "Norwegian Sky",
die bei der Lloydwerft entsteht, ist die Stahlschiffbau-Abteilung von SSW
bis Ende des Jahres 1998 recht gut ausgelastet.
1998- 7. August: SSW lieferte die vordere Hälfte
einer Mega-Yacht an die Kieler Werft HDW ab.
Am Haken der Schlepper "Bugsier 14" und "Steinbock" verließ
am 6.8.1998 eine 1100 Tonnen schwere Vorschiffsektion den Werfthafen der
SSW Fähr- und Spezialschiffbau. Die 80 Meter lange und 23,50 Meter
breite Sektion war vor zwei Tagen vom Stapel gelaufen. Sie wurde zur Kieler
Werft HDW geschleppt. Dort entstand zu dieser Zeit eine Mega-Yacht für
einen unbekannten Auftraggeber. Bei der Sektion, die auf eigenem Kiel überführt
wurde, handelt es sich um die vordere Hälfte des künftigen Luxusschiffes.
SSW verweigerte mit Hinweis auf die Wünsche des künftigen Eigners
jede Auskunft und erließ für den formlosen Stapellauf sogar
ein Fotografierverbot auf dem Werftgelände.
Im August 1998 wurde der ehemalige Seebeckwerft Reparaturbetrieb
an der Herwigstraße abgerissen und mit ihm auch Teile der ehemaligen
Slipanlage der Unterweser-Werft.
.
Im September 1998 kündigte Hans Tempel sein Ausscheiden
aus der Geschäftsführung an. Sein Nachfolger wurde der langjährige
Lloydwerft-Chef Eckart Knoth.
Im November 1998 gab die Verwaltung von
SSW ihre Büros auf. Die Büros der Werft zogen bis Weihnachten komplett in das benachbarte Ausrüstungsgebäude (ZAW) um.
"Es macht keinen Sinn, Gebäude weiter zu nutzen,
wenn die Werft von 2500 auf 600 Mitarbeiter geschrumpft ist", begründete
SSW-Geschäftsführer Michael Teller den Umzug. In dem großen
Gebäude am Werfthafen waren zuletzt nur noch 80 Personen beschäftigt.
Die Werft hatte den Bürotrakt von Konkursverwalter Wolfgang van Betteray
gemietet. Das Gebäude gehörte der alten Schichau Seebeckwerft,
die zu dieser Zeit abgewickelt wurde. SSW erhoffte sich von dem Umzug Einsparungen
bei den Miet-, Heiz- und Instandhaltungskosten.
Die Werft bemühte sich seit dem Konkurs vergeblich
um einen Neubauauftrag. Trotzdem sei der verbliebene Stahlbau zur Zeit
mit Unteraufträgen gut bestückt, versicherte Teller. "Auch für
1999 sehe kein Problem." Anders sei die Situation in den Ausrüstungsgewerken,
wo nach Abschluß der Arbeiten auf der "Norwegian Sky" für die
Lloyd Werft ein Beschäftigungsloch drohe.
14. Dezember 1998: Vorschiff für den zweiten Harms-Neubau
vom Stapel gelaufen.
Geplant war eigentlich der Bau des gesamten Schiffes
auf der SSW. Am 12.12.98 lief jedoch nur das 600 Tonnen schwere Vorschiff
eines neuen Autotransporters vom Helgen. Autospediteur Egon Harms hatte
den Auftrag nicht wie erhofft an die Seebecker vergeben, sondern der zur
Hegemann-Gruppe gehörenden Rolandwerft. Diese vergab das 47 Meter
lange und 19,65 m breite Vorschiff als Unterauftrag an SSW, ausgerüstet
mit Rohren und Bugstrahruder.
.
17. Dezember 1998: Die Bremerhavener
Investoren Friedrich
Dieckell, Gründer der "Für-sie"-Verbrauchermärkte
und das Ehepaar Ingrid und Karl Ehlerding,
Mehrheitsaktionäre der WCM Beteiligungs-und
Grundbesitzgesellschaft sowie Großaktionär bei der Frosta
wollen bei SSW Fähr-und Spezialschiffbau investieren. Auch der neue
Geschäftsführer Eckart Knoth beteiligt sich mit eigenem Geld
an dem Schiffbauunternehmen. Zusammen schießen die neuen Gesellschafter
der Werft 7 Mio. DM zu, wodurch sich deren Kapital auf 15,5 Millionen Mark
verdoppelt. Zur Zeit erzielt die Werft einen Jahresumsatz von 100 Millionen
DM.
4. Februar 1999: Bei SSW Fähr-
und Spezialschiffbau lief die erste von drei Sektionen für die
Papenburger Meyer Werft vom Stapel. Es handelte sich um die Maschinenraum-Sektion
für das Kreuzfahrtschiff "Aurora" (Baunummer 640), das die Meyer Werft
für die britische Reederei P&O Cruises baute. Die 824 Tonnen schwere
Sektion wurde noch am gleichen Tag nach Emden geschwommen. Ende der Woche
wurde die zweite Sektion mit 1113 Tonnen von Bremerhaven nach Emden verschifft.
In der darauffolgenden Woche wurde dann mit der Auslieferung der letzten
Sektion (879 Tonnen) der mehrere Mio. DM umfassende Auftrag abgeschlossen.
.
20. März 1999: Seit Wochen
wartet SSW auf einen Fährauftrag. Aber nun meldete die NZ, daß
SSW die befristeten Verträge nicht verlängert. Die SSW Fähr-
und Spezialschiffbau muß in den kommenden Monaten voraussichtlich
weiter Personal abbauen. Betroffen sind Arbeitsnehmer mit befristeten
Verträgen. Zur Zeit arbeiten noch rund 500 Menschen dort, davon mehr
als 300 mit befristeten Verträgen. In den kommenden Monaten werden
weitere Zeitverträge auslaufen und nicht verlängert werden, kündigte
Eckhard Knoth an. SSW hat für den Sommer ein Auftragsloch.
Fest eingeplante Unteraufträge
für die Meyer-Werft in Papenburg und HDW Kiel sind bislang nicht zustande
gekommen. SSW sollte Sektionen für ein Kreuzfahrtschiff und zwei Fähren
zuliefern. Die Stahlteile werden jetzt von den Auftraggebern selbst gebaut.
|
Untersuchung
(März 1999) „Schiffbau
an der Unterweser. Von der Weimarer
Zeit bis zur Vulkan-Krise und deren Auswirkungen“ Herausgeber
Bildungsgemeinschaft Arbeit und Leben e.V. Text
und Recherche: Ingeborg Rath Stand
März 1999 Von
der Schichau Seebeckwerft AG zur SSW Fähr- und Spezialschiffbau GmbH Von
den Turbulenzen des Vulkan-Zusammenbruchs war auch die ehemals zum Verbund
gehörende Schichau Seebeckwerft in Bremerhaven betroffen. Da ein
Vergleich gegenüber den Gläubigern nicht darstellbar war, wurde für die
im Neubaubereich tätige Werft am 01.Mai 1996 das Konkursverfahren eröffnet
und die Arbeiter und Angestellten wechselten in die Beschäftigungs- und
Qualifizierungsgesellschaft „mypegasus“. Allerdings wurde ein Teil der
Beschäftigten über die nach dem Arbeitnehmer-Überlassungsgesetz neugegründete
Firma der Insolvenzverwalter zwecks Auftragsabarbeitung sofort wieder an
die Schichau Seebeckwerft zurückverliehen. Nach
fast drei Jahren des Vulkan-Zusammenbruchs und der Konkurseröffnung kann
festgestellt werden, daß die aus der Schichau Seebeckwerft neu
hervorgegangene SSW Fähr- und Spezialschiffbau GmbH durch weitreichende
Kostensenkungsmaßnahmen und Produktivitätssteigerungen vorerst das
rettende Ufer erreicht hat. So wurde die Unternehmensorganisation
effizienter gestaltet, Konstruktion und Fertigstellung wurden
reorganisiert, Hierarchien u. a. durch Einführung von Gruppenarbeit
abgebaut, das Arbeitsstundenvolumen zur Fertigung eines Schiffes reduziert
und die Personalkosten gesenkt. Kurz: Durch eine Reduzierung der Kosten
und einer Steigerung der Produktivität konnte die Sanierungsfähigkeit
der Werft erreicht werden. Desweiteren konnten nach Verhandlungen mit den
Zulieferern die Materialkosten, die mehr als die Hälfte der Baukosten
eines Schiffes ausmachen, ebenfalls gesenkt werden.[1]
Darüber
hinaus gab die im Konkurs befindliche Werft das Reparaturgeschäft gänzlich
auf und verlagerte ihre Aktivitäten auf den Schiffsneubau.[2]
Parallel
dazu fand ein massiver Abbau von Arbeitsplätzen statt: Gingen im April
1996 noch rund 1 700 Arbeiter und Angestellte auf der Neubauwerft einer
Erwerbsarbeit nach, so zählten 1998 nur noch 664 Beschäftigte[3]
zur Kernbelegschaft der Werft. Hinzugefügt werden muß, daß die im
Schiffbau verbliebene Arbeitnehmerschaft in Zusammenarbeit mit der IG
Metall Bezirk Küste einer Aufhebung der Flächentarifverträge zustimmte
und durch innerbetriebliche Regelungen hinsichtlich der Arbeitszeit sowie
bei den Löhnen und Gehältern entscheidende Vorleistungen erbrachte, ohne
die eine Fortführung der Werft nicht möglich gewesen wäre. So
akzeptierten die Beschäftigten durch den sog.
„Sanierungstarifvertrag“ die Streichung von Sonderzahlungen wie
Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie den Wegfall von Überstunden und
Erschwerniszulagen. Dieser Sanierungstarifvertrag sollte allerdings
stufenweise bis zum Ende des Jahres 2000 wieder an den Flächentarifvertrag
angeglichen werden.[4] Rückblickend
ist zu konstatieren, daß der Werft trotz der erschwerten Umstände im
laufenden Konkursverfahren der Durchbruch gelungen ist. So wurde das von
der DFO-Reederei in Auftrag gegebene weltweit größte Kombi-Fährschiff
im Dezember 1996 kostendeckend und termingerecht abgeliefert - eine unter
diesen Umständen erstaunliche Leistung der Belegschaft. Auch die von der
tunesischen Staatsreederei Cotunav bestellten Fährschiffe Ulyssee und
Salammbo 7 wurden trotz der Turbulenzen um die Genehmigung der Landesbürgschaften
(IG Metall und Betriebsräte reisten u. a. deswegen nach Brüssel)[5]
ordnungsgemäß und planmäßig abgearbeitet. Darüber
hinaus wurde die Fortführung der auf der SSW begonnenen Ausbildungsverhältnisse
unter dem Motto „Ausbildung statt Arbeitslosigkeit finanzieren“ weiter
gewährleistet. Auf Vorschlag des Betriebsrates wurde ein Sozialplan
abgeschlossen, der es ermöglichte, daß alle Beteiligten an einem Strang
zogen: So stellte Konkursverwalter van Betteray aus Sozialplanmitteln den
gesetzlichen Höchstbetrag von 200 000 DM bereit, das Landesarbeitsamt gab
eine Million Mark und das Land Bremen 1,3 Millionen Mark dazu,[6]
damit die Auszubildenden bei der SSW Fähr- und Spüezialschiffbau GmbH
weiterlernen konnten. Einen
Meilenstein für die Zukunft der Werft brachte das in Auftrag gegebene
Gutachten der Unternehmensberatung McKinsey. So war nach Ansicht der
Experten die Betriebswirtschaftlichkeit des Unternehmens gegeben und ein
kostendeckender und gewinnbringender Handelsschiffbau möglich. Anders
ausgedrückt: Das Gutachten bescheinigte der Werft nicht nur einen
renditebringenden, sondern vor allem einen subventionsfreien Schiffbau,
was im Hinblick auf die EU-Kommission in Brüssel von entscheidender
Bedeutung war. Desweiteren räumte die Unternehmensberatung der Werft gute
Zukunftschancen im Fähr-, Passagier- und Spezialschiffbau ein -
Marktsegmente, in denen das Schiffbauunternehmen bereits über
jahrzehntelange Erfahrungen und am Markt bewiesene Kompetenzen verfügte.[7] Selbstverständlich
stellte das McKinsey-Gutachten eine wichtige und positive Botschaft für
die Neubauwerft dar, die seit
Mai 1998 als SSW Fähr- und Spezialschiffbau GmbH (SSW-FuS) firmiert. Darüber hinaus wurde im September 1998 die Geschäftsführung
im Bereich Marketing, Vertrieb und Technik durch den Eintritt von Eckart
Knoth – Ex-Chef der Lloyd Werft und früheres Vorstandsmitglied des
Bremer Vulkan – verstärkt. Da
eine ausreichende Kapitaldecke im internationalen Schiffbau für Werften
eine unerläßliche Voraussetzung ist, um bereits in den
Vertragsverhandlungen die von den Reedern geforderten Sicherheiten für
den jeweiligen Auftrag vorweisen zu können, stellte der im Dezember 1998
erfolgte Eintritt mehrerer privater Bremerhavener Investoren (die Eheleute
Ehlerding, Friedrich Dieckell und SSW-Geschäftsführer Eckart Knoth) und
einer damit verbundenen Eigenkapitalerhöhung von sieben auf rund 15
Millionen Mark einen weiteren wichtigen Schritt für den Erhalt der
Neubauwerft dar.[8]
Betriebsratschef Holger Pflaumbaum: „Damit besteht die Chance,
den Teufelskreis „Kein Auftrag ohne Investor, kein Investor ohne
Auftrag“ zu durchbrechen.“[9]
Darüber hinaus teilte Herr Ehlerding als einer der Investoren im
Rahmen einer Pressekonferenz mit, daß es bei Akquirierung eines
Neubauauftrags für ihn auch vorstellbar wäre, sich als Mehrheitsaktionär
der WCM Beteiligungs- und Grundbesitzgesellschaft AG finanziell an der
Werft zu beteiligen. Nachdem nach der monatelangen Suche nun die Gesellschafter in die Traditionswerft eingestiegen sind, verhandelt die Geschäftsführung – die durch Eckard Knoth für die Bereiche Vertrieb und Marketing verstärkt wurde – derzeit über acht Neubau-Projekte. Allerdings wird das geplante SSW-FuS-Comeback durch die Konkurrenz anderer Werften erschwert, denn war der Fährschiffbau einst eine Domäne der Bremerhavener Werft, drängen mittlerweile immer mehr deutsche, europäische und koreanische Schiffbauunternehmen in dieses Marktsegment ein. Problematisch ist auch, daß seit Ablieferung der tunesischen Fährschiffe kein Anschlußauftrag akquiriert werden konnte und die Werft durch den Konkurs drei Jahre nicht präsent war – ein langer Abschied auf dem hart umkämpften Markt für Schiffsneubauten. Zur
Zeit (März 1999) werden die Kapazitäten der SSW-FuS durch Unteraufträge
von anderen Werften (z. B. Lloyd Werft Bremerhaven, Meyer/Papenburg,
Thyssen Nordseewerke Emden) ausgelastet. Die Funktion als Unterlieferant für
andere Werften tätig zu sein, birgt allerdings die Gefahr, daß solche
Arbeiten nur dann vergeben werden, wenn die eigenen Anlagen nicht
ausreichen. Dieses Problem stellte sich konkret im März 1999, als
festeingeplante Aufträge von der Meyer Werft und HDW nicht mehr zur
Fremdvergabe kamen. Dies führte sofort zu Auftragslöchern, die als Folge
für die Belegschaft durch Urlaub, und Freizeitausgleich überbrückt
werden mußten sowie mit dem Auslaufen
von Zeitverträgen einhergingen.[10]
Ein Teil der ausgefallenen Arbeiten konnte zwar durch neue Aufträge - z.
B. von Thyssen Nordseewerke Emden - ausgeglichen werden, aber die
Problematik als Zulieferer ohne eigenen Schiffsneubau wurde dadurch
schlagartig deutlich. Natürlich stellen diese Unteraufträge einen erneuten Zeitgewinn und damit vielleicht die letzte Chance zur Akquirierung eines Neubauauftrages dar. Da die Voraussetzungen für einen Schiffsneubau in Bremerhaven vorhanden sind – neue Eigentümer, Erhöhung des Eigenkapitals, verstärkte Geschäftsführung, Spezialschiffbau und Fährschiff-Know-how sowie eine dafür notwendige Facharbeiterschaft – fehlt jetzt der SSW FuS nur noch eine gehörige Portion Glück, um wieder in den Neubaumarkt einzusteigen. Ob dies gelingt, wird die Zukunft zeigen. [1]
Vgl. WK 25.01.1997: Schichau Seebeck arbeitet ohne Verluste; taz
25./26.01.1997: SSW könnte
leben;
Heseler, H.: Die Sicherung eines wettbewerbsfähigen Kerns des
Handelsschiffbaus im Lande Bremen ist betriebswirtschaftlich möglich und regionalwirtschaftlich geboten. Pressekonferenz des Betriebsrates der Schichau Seebeckwerft und der IG Metall Bremerhaven am 24.01.1997. Bremen, Januar 1997, S.2 [2] Der damalige SSW-Reparaturbetrieb wurde von einer aus mehreren mittelständischen Zulieferern bestehenden Gruppe übernommen, die das Reparaturdock als Bremerhavener Dockgesellschaft (Bredo) weiterführte. Vgl. NZ 30.08.1996: Dockgesellschaft will 75 Mann beschäftigen; NZ 27.09.1996: Bredo beginnt mit der Arbeit; NZ 10.10.1996: Schichau Seebeck in neuen Händen [3] Vgl. IG Metall Bezirk Küste/Universität Bremen: Beschäftigung, Auftragslage, Perspektiven im deutschen Schiffbau. Umfrageergebnisse 1998. Bremen 1998, S.8 [4] Vgl. NZ 14.05.1996: Verwalter wollen Kosten senken; NZ 18.05.1996: Arbeiter sollen Opfer bringen; NZ 01.06.1996: Einkommen sinken um 20%; NZ 05.06.1996: Geänderter Tarif gebilligt; NZ 12.06.1996: „Tarifkürzungen nur bei neuen Aufträgen“; [5] Vgl. NZ 19.07.1996: Wir sind das Armenhaus der Republik; NZ 20.07.1996: Hoffnung auf Atempause [6] Vgl. NZ 31.10.1998: Auf Werft 55 Ausbildungsplätze gesichert [7] NZ 28.01.1997: Gutachter stützen SSW; WK 29.01.1997: Schichau Seebeck ist sanierungsfähig; taz 29.01.1997: McKinsey gibt Schichau eine Chance; NZ 11.06.1997: McKinsey sieht Chancen für die Werft [8] Pressemitteilung der SSW Fähr- und Spezialschiffbau GmbH vom 16.12.1998: Mit zusätzlichem Kapitel verstärkt SSW Auftragsakquise; NZ 17.12.1998: Neuer Optimismus auf der Seebeckwerft [9] Pressemitteilung des Betriebsrates der SSW - FuS GmbH vom 16.12.1998: Weiterer wichtiger Schritt zur Neubaustabilisierung; NZ 17.12.1998: „Teufelskreis durchbrechen“ [10] NZ 19.03.1999: SSW verlängert befristete Verträge nicht; NZ 20.03.1999: Kein Knick in der Statistik |
Juni 1999: Die Bundesregierung will die Werftenhilfe streichen.
Vom kommenden Jahr an sollen Schiffsneubauten deutscher Werften finanziell
nicht mehr gefördert werden. Lothar Heuer, Sprecher der SSW Fähr-
und Spezialschiffbau: "Wenn es uns in diesem Jahr gelingt, in den Markt
kommen, könnten wir im nächsten Jahr gleich wieder rausfliegen."
.
Im Juli 1999 schickte SSW Fähr-
und Spezialschiffbau die fünfte und letzte Sektion nach Emden. Dort
wurde der größte Schwimmbagger der Welt, die "Vasco da Gama"
mit 236 Meter Länge und 36,2 Meter Breite bei den Thyssen Nordseewerken
gebaut.
.
Im August 1999 wurde in der Regionalpresse
bekannt, daß SSW, vier Jahre nach dem letzten Neubauauftrag, zwei
Fährschiffe für die Ostsee-Reederei TT-Linie bauen soll. Kurz
darauf erklärte Wirtschaftssenator Hattig, die Werftenbeihilfen seien
verbraucht. Auf Druck machte die Bundesregierung dann noch 21 statt
24,6 Mio DM Werftenbeihilfe frei.
Kurz darauf am 12. August 1999 war ein ganz
besonderer Tag für SSW: Fast vier Jahre nach dem letzten Neubauauftrag, mehr
als drei Jahre nach dem Konkurs und zwei Jahre nach der Ablieferung des letzten
Schiffes hat die Werft ihr Comeback geschafft:: Bis Juli 2001 soll SSW zwei
Fährschiffe für die Ostsee-Reederei TT-Line bauen.
Die entscheidende Rolle im Hintergrund spielten allerdings
die Gesellschafter Karl Ehlerding und Friedrich Dieckell, die die Sicherheiten
für den Bau der Fähren stellten.
Um die Aufträge fristgerecht abzuarbeiten erklärte SSW, es wolle seine
Stammbelegschaft von 380 Mann auf 500 aufstocken.
Die beiden mit je 36 000 BRZ vermessenen TT-Line-Fähren werden mit einer Länge
von 190 Metern und einer Breite von 29,50 Metern zu den größten Schiffen
gehören, die jemals bei Seebeckwerft gebaut wurden. Mit einer
Reisegeschwindigkeit von 22 Seemeilen pro Stunde können sie 744 Tagespassagiere
und Lkws auf einer Länge von rund 2,7 Kilometern auf drei Decks befördern.
Für die Nachtfahrt stehen 642 Betten zur Verfügung. Neuartig ist der
dieselelektrische Antrieb, bei dem die Elektromotoren und Propeller in um 360
Grad drehbaren Gondeln, sogenannten Azipods, unter dem Heck der Schiffe montiert
sind. Das verbessere die Manövrierfähigkeit und schaffe zusätzlichen
Transportraum.
Am Wochenende darauf feierte die Belegschaft der SSW auf dem Gelände. Einer der
"Strippenzieher", denen die Werft ihre neue Chance zu verdanken hat,
mischte sich unauffällig unters Arbeitsvolk: Konkursverwalter Wolfang van
Betteray. Er hätte Hallen, Helgen und Docks vor drei Jahren schließen können,
tat es aber nicht. Van Betteray sanierte. Immer in der Hoffnung auf den
Durchbruch? "Nach so vielen Fehlschlägen war ich inzwischen
skeptisch", räumt er ein. "Aber jetzt hat die Werft wieder eine
Chance."
Auch einige Investoren der ersten Stunde sind erschienen. Zehn Firmen und
Institutionen hatte sich 1996 zur "Unterweser Schiffbau- und Meerestechnik
Beteiligungsgesellschaft" (USMB) zusammengeschlossen, um der Werft mit zwei
Millionen Mark unter die Arme zu greifen. "Sie haben den Grundstock für
unser Unternehmen gelegt", sagte SSW-Chef Eckart Knoth in einer
kurzen Dankesrede.
Drei Wochen später berichtete die Regionalpresse, daß der Großauftrag für
SSW fraglich sei, weil die Bundesregierung notwendige Werftenhilfen verweigere.
Dies habe Wirtschaftssenator Hattig (CDU) mitgeteilt. Der Neubauauftrag belief
sich auf rund 350 Millionen Mark. 24,6 Millionen Mark mussten durch staatliche
Hilfen abgesichert werden.
SPD-Fraktionschef Jörg Schulz warf Hattig vor, nicht alle Möglichkeiten zur
Hilfe für SSW ausgenutzt zu haben. Hattig wolle aus ordnungspolitischen
Gründen keinen Schiffsneubau in Bremerhaven.
Mitte September 1999 war aus der Presse zu erfahren, daß SSW Fähr- und
Spezialschiffbau nach einem Gespräch von Hattig mit Bundeswirtschaftsminister
Müller 21 Millionen Mark Werfhilfe erhalten sollte. Die Lücke von 3,6
Millionen Mark mußte dann von der Seestadt Bremerhaven und zwar aus dem Anteil
Bremerhavens am Investitions-
programm des Landes bezahlt werden.
Knapp einen Monat nach der Kollision des Kreuzliners "Norwegian Dream"
mit einem Frachter im Ärmelkanal lieferte SSW am Haken des Schwimmkrans "Enak"
den neuen Wulstbug zur Lloydwerft. Zwei weitere Sektionen für das Vorschiff
folgten.
Im November 1999 demonstrierten mehr als 500 Bremerhavener Werftarbeiter, IGM
und die Werftenchefs gegen die Dumping-Politik Südkoreas im Schiffbau. Parallel
demonstrierten 20.000 Beschäftigte in den deutschen Küstenländern. Kritisiert
wurde, dass die Koreaner nicht nur Containerschiffe um rund ein Drittel billiger
anbieten, sondern jetzt auch sogar ins letzte Refugium der Europäer vordringen:
den Bau anspruchsvoller Fähr- und Kreuzfahrtschiffe. IG-Metall-Chef Karsten
Behrenwald meinte: "Es kann nicht sein, dass koreanische Werften durch
Kredite von amerikanischen und europäischen Banken entschuldet werden, und dann
Schiffe zu Materialpreisen anbieten."
Die Zukunft beginnt mit Baunummer 2000
SSW schneidet erste Bleche für Ostsee-Fähren zu
Bei 30 000 Grad wird auch daumendicker Stahl weich. Gleißend brennt sich
die blaue Plasmaflamme ihren Weg durch das Blech- zielsicher, computergesteuert.
So beginnt der Bau einer Ostsee-Fähre mit dem Zuschneiden einer Bodenwrange-
eines unscheinbaren Stücks Stahl, das später im Doppelboden des Schiffes auf
Nimmerwiedersehen verschwinden wird.
"NB 2000" steht in weißer Kreide auf der Stahlplatte. Die Werft hat
ein wenig aufgerundet: Mit der Ablieferung der Baunummer 1094- einer
Tunesien-Fähre- war vor zwei Jahren der Schiffbau auf der alten
Seebeckwerft zu Ende gegangen. Mit der symbolträchtigen Baunummer 2000 ist die
neue SSW Fähr- und Spezialschiffbau jetzt ins Geschäft zurückgekehrt.
Am 13. Februar 2000 fand die Kiellegung der ersten TT-Line-Fähre statt.
Eigentlich ist es das immer gleiche Ritual: Holzblock, Münzen, Kupfernägel und
eine gravierte Messingplatte bildeten schon die Zutaten einer Kiellegung, als
die Schiffe noch aus Holz bestanden.
"Sie haben das glänzend vorbereitet", lobte Dr. Arndt-Heinrich
von Oertzen, Chef der Hamburger TT-Line. "Man braucht mit dem Hammer gar
nicht mehr richtig draufzuhauen". Die Nägel verschwanden selbst unter
ungelenken Schlägen schnell im Holz. Wenige Minuten später setzten zwei Kräne
die Doppelbodensektion 0108 auf den Holzblock. Seitdem wächst die Ostseefähre
mit der symbolträchtigen 2000 auf dem Helgen der SSW heran.
Im März 2000 berichtete die Nordsee-Zeitung, daß die Fähre wächst, d.h. 23
der 110 Stahlsektionen, aus denen das Schiff zusammengesetzt wird, sind schon
verbaut. SSW erhielt inzwischen von der EU die Genehmigung erhalten hat, das
stillgelegte Westdock wieder als Bauplatz nutzen zu dürfen. Ende April 2000
wurde dann der Einbau der Bugsektion vorgenommen. Zwei Wochen später wurden die
beiden je 114 Tonnen schweren Dieselgeneratoren vom Typ MaK 8 M 43 eingebaut.
Im Mai 2000 wurde die ehemalige Schiffbauhalle des Bremer
Vulkan zum Abtransport nach Norwegen vorbereitet. Das 2000 Tonnen schwere
Hallengerippe hatte nach dem Konkurs auf dem Gelände von SSW gelagert.
Die Werft wird neu organisiert
Geschäftsführung und Betriebsrat haben den Arbeitsablauf neu organisiert.
Wie schon seit Jahren in der Automobilindustrie wird jetzt auch in der
Schiffbauhalle, auf dem Helgen und in den Ausrüstungswerkstätten von SSW in
Gruppen gearbeitet- selbstbestimmt und eigenverantwortlich. Ein Gruppenleiter
muss sich nicht nur beim Personalchef bewerben, sondern auch bei seiner Gruppe.
Und die Gruppe kann ihn auch wieder loswerden, wenn sie will.
Thomas Meinert ist einer von sechs Gruppenleitern in der Vormontage. Früher
wäre sein Job der eines Vorarbeiters gewesen. Meinerts Gruppe- das sind
Schiffbauer, Schweißer, Gerüstbauer und Kranführer. Früher pusselten die
Gewerke nebeneinander her, jede Kolonne mit ihren eigenen Vorarbeitern und
Meistern. Jetzt arbeiten sie gemeinsam an einem Auftrag: dem Bau einer
Sektion. In der Halle liegen die ersten Bleche für einen
"krummen Hund": eine Bugsektion, in die später das Stahlruder
eingebaut wird. Die Projektleitung hat Meinerts Gruppe 4000 Arbeitsstunden für
die Sektion zugeteilt- das ist ein Budget von rund 400.000 Mark. "Wir sind
dafür selbst verantwortlich, dass wir das Budget, den Liefertermin und
die geforderten Qualitätsstandards einhalten", erklärt Meinert. "Das
heißt: Jeder guckt genau hin, was er da macht." Wird das Budget nicht
eingehalten, muss notfalls nachgearbeitet werden.
Gegenüber den letzten Bauten der alten Schichau Seebeckwerft sind die
Produktionsbudgets um 20 Prozent gesenkt worden- so viel "besser"
müssen die Gruppen heute arbeiten. Nicht jeder alte Werker war von dem neuen
Miteinander spontan begeistert: "Wir brauchen Arbeit, nicht
Gruppenarbeit", maulten einige. Doch Betriebsratschef Holger Pflaumbaum ist
davon überzeugt, dass es Arbeit künftig nur noch gibt, wenn die Gruppenarbeit
funktioniert.
TTL-Fähre mit Schiffsantrieb nach Außenborder-Prinzip
Die bei SSW gebaute Fähre erhielt einen neuartigen Antrieb: Man setzte auf
Siemens-Schottel als Lieferant des Antriebes. Beim Prinzip des Pod-Antriebs
werden Elektromotoren mit Propeller versehen und in einer Art Gondel drehbar am
Heck des Schiffes befestigt.
Nach drei Jahren wieder ein Neubau von der SSW-Werft
Die von SSW für TTL gebaute neue Fähre lief am 19. August 2000 vom Stapel.
Es war seit drei Jahren der erste Schiffsneubau der alten Schichau-
Seebeckwerft,
die jetzt "SSW Fähr- und Spezialschiffbau" heißt. Das Ereignis ist
so bedeutsam, dass die Bremerhavener Filmemacher Renate Fenske und Reiner
Büsching es von der Kiellegung bis zum Stapellauf dokumentierten.
Die neue "Nils Holgersson" ist 190 Meter lang und 22 Knoten schnell
und hat zwei in Gondeln unter dem Heck hängende Elektromoteren. Sie sind um 360
Grad drehbar und werden erstmals im Fährschiffbau eingesetzt, wie SSW-
Geschäftsführer Eckart Knoth betonte. 640 Fahrgäste können in 220 Zwei-
und Vierbettkabinen untergebracht werden.
Kiellegung der Ostseefähre "Peter Pan"
Anfang September 2000 wurde bei SSW in Anwesenheit von Dr. Arndt-
Heinrich von
Oertzen, Chef der TTL-Line, die Kiellegung der Ostfähre "Peter Pan"
vorgenommen.
Neue Aufträge und Fährumbau für SSW
Die Spatzen pfiffen es bereits Ende September 2000 von den Dächern:
SSW soll für TTL die "Nils Holgersson V" für 16 Millionen DM
umbauen. Ausserdem erteilte die E.R. Schiffahrt GmbH der SSW den Auftrag, drei
Containerschiffe des Typs "SSW 2500 Super" bei SSW zu bauen. Für
sieben weitere Schiffe gibt es eine Option. Gebaut werden 208,5 Meter lange und
fast 30 Meter breite Frachter mit einer Kapazität von 2500 Standard-Containern.
Später wurde der Auftrag auf insgesamt sieben Schiffe ausgeweitet.
"Nils Holgersson": Probleme mit dem Pod-Antrieb
Im zweiten Anlauf wurden die Antriebsgondeln für die "Nils Holgersson"
von einem Schwimmkran ins Dock III der Lloyd Werft gehoben. 137 Tonnen wiegt
einer der beiden "Außenborder". Es handelt sich um zwei 11000-
Kilowatt-
Elektromotoren.
Anfang Februar 2001 kurz vor der Probefahrt gab es Antriebsprobleme. Bei der
Standprobe hatte eine Bremse am Antrieb unvermittelt ausgelöst und der
Elektromotor wurde dadurch abrupt gestoppt.
Einige Tage später mußte die Probefahrt wegen eines Trafobrandes ausfallen.
Auch die zweite Probefahrt mußte abgebrochen werden, weil eine der beiden
Antriebsgondeln wegen einer durchgebrannten Wicklung automatisch abgeschaltet
wurde.
Anfang April 2001 setzte sich die Pannenserie fort: ein Kurzschluss legte den
E-Motor während der Probefahrt lahm. Dadurch verzögerte sich die Ablieferung
der Ostseefähre um weitere zwei Monate.
Am 15. Juli 2001 dann endlich die dritte und erfolgreiche Probefahrt. Die
neuartige Antriebstechnik konnte in der sturmgepeitschten Nordsee zeigen, was in
ihr steckt. Die Kinderkrankheiten waren auskuriert, nur die Seekrankheit
grassierte an Bord. TTL-Chef von Oertzen meinte, die Entscheidung für diesen
Antrieb und diese Werft war richtig.
Demonstrationen für Fortsetzung der Schiffbauhilfen
Ende November 2000 demonstrierten rund 1000 Beschäftigte der
Unterweser-
Werften für eine Fortsetzung der Schiffbauhilfen. Im Rahmen der küstenweiten
"Aktion Rettungsboot" protestierten sie gegen den Expansionskurs der
südkoreanischen Schiffbauindustrie, die mit Dumpingpreisen den Wettbewerb
verzerre.
"Ich bin gegen Subventionen", erklärte SSW-Chef Eckart Knoth.
"Aber solange unsere Wettbewerber Subventionen erhalten, können wir auch
nicht ohne leben." Sein Kollege Werner Lüken von der Lloyd Werft klagte
Südkorea direkt an: "Da werden den Werften Schulden erlassen, Zinsen
gezahlt, Verluste ausgeglichen. Wenn wir diese Bedingungen hätten, könnten wir
hier 2000 bis 3000 Leute beschäftigen."
Holger Pflaumbaum, Betriebsratsvorsitzender bei SSW, zitierte aus einer Studie
der EU, wonach die Koreaner Schiffe bis zu 40 Prozent unter Selbstkostenpreis
anbieten. "Hier werden Aufträge erkauft", schimpfte Pflaumbaum.
Sein Kollege Klaus Rosche von der Lloyd Werft erinnerte daran, dass vom
Schiffbau Tausende von Jobs in der Zulieferindustrie abhingen. "Dieses
Schiff hinter mir bindet dreimal soviel Beschäftigte, wie wir selber
sind", sagte er.
Oberbürgermeister Jörg Schulz (SPD) kritisierte Landeschef Henning Scherf
(SPD), der die Bereitstellung von Wettbewerbshilfe durch das Land als "das
letzte Mal" bezeichnet hatte. "Diese Aussage kann man nicht im Raum
stehen lassen", sagte er.
Fährschiff "Peter Pan"
Zum zweiten Mal nach dem Ende der Vulkan-Krise lief am 3. März 2001 bei SSW
ein Schiffsneubau vom Stapel. Mehrere hundert Zuschauer verfolgten, wie der 9000
Tonnen schwere Rumpf vom Helgen ins Wasser lief.
Insgesamt sechs Sektionen wurden zeitgleich mit dem Rumpf gebaut und nach dem
Stapellauf mit Hilfe eines Schwimmkran montiert.
Typ "SSW 2500 Super"
Am 9. Juni 2001 lief bei SSW der erste von sieben Containerfrachtern für
die Hamburger Reederei E.R. Schiffahrt vom Stapel.
Umbau der alten "Nils Holgersson"
Anfang August 2001 begann SSW mit dem Umbau der alten "Nils Holgersson"
ex "Nils Dacke". Das Schiff war 1988 bei Seebeck als "Nils Dacke"
gebaut worden. Die beiden Decks, die jetzt heruntergerissen wurden (Diskothek,
Restaurant, Bar, Duty-Free-Shop und Kabinen), sind allerdings erst 1994 bei
einem Umbau Finnland hinzugekommen. Die Konzeption hat sich scheinbar nicht
bewährt. Danach sollte das Schiff unter seinem neuen Namen "Tom Sayer"
zwischen Rostock und Trelleborg verkehren. Mitte Oktober wurde der
17-Millionen-Umbau an die TT-Line übergeben. Es wurde im Grunde in seinen
ursprünglichen Zustand zurückversetzt, so wie es damals Seebeck verließ.
Mitte September 2001 verließ die "Peter Pan" SSW und erhielt in der
Lloydwerft den Bodenanstrich und den ersten der beiden Pod-Antriebe.
125jähriges Jubiläum der alten Seebeckwerft
Am 1. Oktober 2001 feiert SSW das 125 Jubiläum der alten Seebeckwerft,
ihrer Vorgängerwerft. In dieser Zeit wurden seit 1876 wurden 1100 Schiffe
gebaut.
E.R. Bremerhaven
Am 7. November 2001 lief der 2500 Container fassende Containerfrachter E.R.
Bremerhaven vom Stapel. Das größte Schiff bisher, das hier vom Helgen lief.
Der Neubau ist 212 Meter lang, und ist damit länger als der Helgen.
Ursprünglich hatte Erck Rickmers sieben Schiffe dieses Typs bestellt. Die
letzte Option wollte Rickmers nicht mehr nutzen. Als Gründe wurden
Überkapazitäten auf dem Markt genannt. Schon Mitte November wurde der zweite
Containerfrachter auf Kiel gelegt.
Im Dezember 2001 verließ der technische Geschäftsführer von SSW, Jürgen
Wischer, die Werft. Nachfolger wurde Dr. Jürgen Möller.
E.R. Helgoland
Am 23. März 2002 lief bei SSW das Containerschiff "E.R.Helgoland"
vom Stapel. Der 2500 Standardcontainer fassende Frachter vom Typ "SSW Super
25" wurde im Juli 2002 an den aus Bremerhaven stammenden Reeder Erck
Rickmers abgeliefert. Vier Tage später wurde bereits der Kiel für das nächste
Schiff mit der Neubau Nummer 2005 gelegt. Es wurde später auf den Namen "E.R.Wilhelmshaven"
gekauft. Es war das vierte von insgesamt sechs Containerschiffen für die
Hamburger Reederei E.R. Schiffahrt. Es handelte sich um den vorerst letzten
Stapellauf, denn drei Rümpfen werden in Rumänien gebaut. Die fertigen Rümpfe
werden nach Bremerhaven geschleppt und hier ausgerüstet. Das Schiff wurde am 7.
August 2002 an die Reederei abgeliefert.
Ende Mai 2002 wurde "E.R.Bremerhaven" abgeliefert. Das unter
Liberia-Flagge fahrende Typschiff mit dunkelblauem Rumpf und höchster
Klasse des Germanischen Lloyd weist bei 212,2/199,95 m Länge, 29,8 m Breite und
16,7 m Seitenhöhe bis Hauptdeck eine BRZ von 27322 auf und trägt auf 10,1 m
bzw. 11,4 m Tiefgang 27000 bzw. 33200 t. An Containern können 2490 TEU gestaut
werden, davon 1532 an Deck. Von der 40-Größe (FEU)- alles Kühlcontainer- sind
es 342 bzw. 200.
E.R. Bremen
Mitte August 2002 staunten die Passanten nicht schlecht als auf der Weser
ein merkwürdiges Schiff an ihnen vorbeischwamm. Schlepper bugsierten den Rumpf
des SSW-Neubaus "E.R.Bremen" in Richtung Fischereihafen. Der Kasko
wurde im Unterauftrag auf der rumänischen Daewoo Werft in Mangalia am Schwarzen
Meer.
Sektionsbau für Meyer-Werft
Nach dem vorerst letzten Stapellauf des Containerfrachters "E.R.Wilhelmshaven"
am 15.8.2002 übernahm den Bau von zwei Sektionen für einen Kreuzliner. SSW
baut das komplette Achterschiff bis zum Hauptdeck, alle Doppelböden für die
Fähre sowie das Vorschiff.
Umbau von zwei Fähren für P&O
Im August 2002 wurde bekannt, dass SSW die Fähren "European Pathway"
und European Highway" umbaut.
Lloydwerft managt künftig SSW
Paukenschlagartig wurde am 10. September 2002 in der Regionalpresse bekannt,
dass ab sofort SSW vom Vorstand der Lloydwerft gemanagt wird. Der
bisherige kaufmännische Geschäftsführer Eckart Knoth wurde von seinen
Aufgaben entbunden. Wie der SSW-Beirat, dem auch die Mehrheitsgesellschafter
Karl Ehlerding und Friedrich Dieckell angehören, mitteilte ist SSW erneut in
eine finanzielle Krise geraten. Scheinbar hatte man sich bei der Kalkulation der
Rickmersschiffe verrechnet. So sollen die in Rumänien georderten Schiffe von so
schlechter Qualität gewesen sein, dass erhebliche Arbeitsstunden und
Materialien für die Nachbesserung aufgewendet werden mussten.
Kritik wurde auch an den internen Strukturen von SSW laut. So gebe es fünf
Hierarchiestufen, bei der Lloyd Werft nur drei. Knoth wurden Versäumnisse in
der Kostenüberwachung bei einzelnen Aufträgen zugeschrieben. Dem Vernehmen
nach gab es erhebliche Verluste bei den sechs Container-Schiffen, die der Reeder
Erck Rickmers in Auftrag gegeben hat. Auch im Stahlbau sei es SSW nicht gelungen
kostendeckend zu arbeiten. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sollte nun die
Bücher von SSW unter die Lupe nehmen.
Am 26. September 2002 berichtete die NZ von der Probefahrt der "E.R.
Cuxhaven" in der Nordsee.
SSW steht vor dem Aus
Am 26. September 2002 stellte die Werft SSW Fähr- und Spezialschiffbau beim
Amtsgericht Bremerhaven Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Der
Grund: Das Unternehmen ist mit rund 20 Millionen Euro verschuldet.
Bis zur letzten Minute hatte die Werftführung mit ihren Banken und dem
Hamburger Reeder Erck Rickmers verhandelt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter
bestellte das Amtsgericht den Hamburger Anwalt Jan Wilhelm.
Das Sonntagsjournal schrieb am 29. September 2002: "Um die Beschäftigung
bis zur Akquisition lukrativer neuer Verträge zu sichern, nahm die
SSW-Geschäftsführung den Rickmers-Auftrag für sechs Containerschiffe der
Reederei E. R. Rickmers zu "koreanischen Preisen" an. Das bedeutet,
dass das insgesamt 180 Millionen US-Dollar schwere Gesamtvorhaben bis zu 20
Prozent unterhalb der Kostendeckung kalkuliert und damit Verluste von bis zu 35
Millionen Euro zu befürchten sind."
Der von SSW kurz vor der Pleite eingeworbene Umbauauftrag für zwei Fährschiffe
wurde nun von der Lloyd Werft abgewickelt. Die Reederei P&O war angesichts
der SSW-Insolvenz nicht bereit, das Risiko einzugehen, sagte Lloyd-Chef Werner
Lüken. Er werde SSW aber so weit möglich an den Arbeiten beteiligen.
Am 26. November 2002 beendete das Containerschiff "E.R. Wilhelmshaven"
erfolgreich seine Probefahrt in der Nordsee. Es war das vierte von sechs
Schiffen für die Reederei E.R. Schiffahrt. Bei der Übergabe zeigte sich
Insolvenzverwalter Jan Wilhelm zuversichtlich die Werft am Markt zu erhalten.
Allerdings werde es ein dorniger Weg. Nicht alle 700 Arbeitsplätze würden
erhalten bleiben.
Auffanggesellschaft für Werftarbeiter
Am 16. Dezember 2002 erfuhren die Beschäftigten von SSW auf einer
Betriebsversammlung, dass bis zu 300 von 650 Mitarbeiter in eine
Beschäftigungsgesellschaft wechseln sollten. Der Vertreter von J.Wilhelm
erklärte, seiner Meinung nach bestehe für SSW eine Perspektive im
Schiffsneubau. Zunächst gehe es darum die Personalstruktur der Auftragslage
anzupassen. Die Auftragslage gestaltete sich eher unklar. Unklar war, ob SSW von
der Lloyd Werft mit Arbeitspaketen beim Umbauauftrag der P&O-Fähren rechnen
könne. Unsicher war auch ob der Umbau des Luxusliners "Projekt
Amerika" für SSW Arbeit bedeute. Auch der 6. Rickmers-Neubau war noch
nicht durch die Banken gesichert.
Ab 1. Januar 2003 wechselten dann bereits die ersten 57 Beschäftigten in die
Beschäftigungs-
gesellschaft TGU. Während Wilhelm mit den Banken über den Weiterbau des
sechsten Containerschiffes verhandelte, wechselten zum 1.Februar 2003 weitere 73
Mitarbeiter in die TGU. Nach dem Fortführungskonzept von Wilhelm sollte die
Kapazität der Werft von jährlich 1,5 auf 1 Fährschiff zurückgeführt werden.
Anfang März lieferte SSW das fünfte Containerschiff "E.R.Bremen" an
die E.R.Schiffahrt ab.
Sechstes Containerschiff wird gebaut- Atempause?
Auf einer Betriebsversammlung Anfang April 2003 verkündete
Insolvenzverwalter Wilhelm, der Bau des letzten Containerschiffes sei nach
harten Verhandlungen mit den Banken in trockenen Tüchern. Mitte August 2003
sollte der Rumpf in Bremerhaven ausgerüstet werden. Von der Lloydwerft erhielt
SSW einen 6 Millionen teuren Unterauftrag für Stahlarbeiten am "Projekt
Amerika" Zum 1. Juli 2003 verließ Geschäftsführer Dr. Jürgen Möller
SSW. Neuer Geschäftsführer wurde Karl-Heinz Jahncke. Er hatte sich vorher bei
SSW um die Konstruktionsabteilung, sowie Vertrieb und Marketing gekümmert. Zu
diesem Zeitpunkt beschäftigte die Werft 400 Mitarbeiter. Laut dem
Betriebsratsvorsitzenden Holger Pflaumbaum sei die Werft bis Anfang nächsten
Jahres ausgelastet.
Mitte Juli 2003 baute SSW im Unterauftrag für die Motorenwerke eine 520 Tonnen
schwere Brücke für den Bau des Super-Airbus A380.
Ab September 2003 wurde "E.R. Elsfleth" von SSW ausgerüstet.
| Rumänen liefern Rumpf ohne Beulen SSW beendet Containerschiff-Serie- Neue Projekte in Aussicht Gegen 14.30 Uhr verdunkelt sich die schöne Aussicht im Geeste-Vorhafen. 212 Meter Stahl ragen aus dem Wasser, bugsiert von vier Schleppern in Richtung Schleuse. Die "E.R. Elsfleth" ist am Ziel. Zusammengebaut in Rumänien, wird das Schiff jetzt im Endspurt bei SSW ausgerüstet. Es ist das letzte von sechs Containerschiffen für die Reederei E.R.Schiffahrt. Am 19. Dezember ist Übergabetermin. SSW-Chef Karl-Heinz Jahncke ist überzeugt, dass er pünktlich abliefern kann. Dafür hat die SSW-Crew in den vergangenen Wochen hart gearbeitet. Zur Optimierung des Projektmanagements hat Jahncke im rumänischen Mangalia die dortige Geschäftsführung selbst unterstützt. Mängel wie bei den Vorgängerschiffen gibt es offenbar nicht mehr. Die aufwendigen Nacharbeiten hatten schließlich zur Schieflage von SSW beigetragen. Auch die Reederei zeigte sich laut Jahnke zufrieden mit der Qualität. Es ist in Rumänien sogar mehr gemacht worden als geplant. So hat die "E.R. Elsfleth" bereits ihren kompletten Außenanstrich. Trotzdem wird es jetzt Zeit. Die SSW-Insolvenz brachte auch die Arbeit in Mangalia zeitweilig zum Erliegen. 14 Tage gilt es nun aufzuholen. Deckshaus fertig Dazu liegt alles bereit. Erstmals haben die SSW-Werker das Deckshaus komplett vorgefertigt. Wandverkleidung, Technik- alles ist erledigt. Nur die Möbel fehlen noch. Am 1. Oktober setzen zwei Schwimmkräne die Aufbauten auf den Rumpf. Mitte November beginnt die Erprobung des Schiffes. 358 Mitarbeiter sind bei SSW beschäftigt. Jahncke geht davon aus, dass bis Ende des Jahres die Kernmannschaft mit Arbeit versorgt ist. Aber klar ist: Es müssen Aufträge her. Die Akquisition ist personell verstärkt worden. Jahncke spricht von aussichtsreichen Neubauprojekten, es gehe um Spezial- und Handelsschiffe. Zu Gerüchten, wonach SSW den Auftrag für drei Fähren hat, für die ursprünglich die inzwischen geschlossene Flender Werft im Gespräch war, sagt Jahncke nichts. Dafür bestätigt er Verhandlungen mit Weserwind und Plambeck über Aktivitäten in Sachen Offshore-Windenergie. Es geht um ein Spezialschiff, das beim Verankern von Fundamenten zum Einsatz kommen. Erwogen wird auch eine Kooperation für die Endmontage der Fundamente. Nur Containerschiffe der Bauart "E.R. Elsfleth" will Jahncke nicht mehr anpacken. Die Howaldtswerke Deutsche Werkft AG (HDW) baut nun vier Exemplare dieses Typs. SSW hat dazu die Konstruktionspläne verkauft. Jahnke hofft, für HDW die Decksaufbauten und einige Schiffssektionen liefern zu können. Nordsee-Zeitung vom 19. September 2003 |
| SSW schöpft Atem im Überlebenskampf Auftrag von HDW sichert Beschäftigung bis Anfang 2005- Mitarbeiter verzichten auf 20 Prozent Am SSW- Helgen drehen sich bald wieder die Kräne: Gut ein Jahr nach der erneuten Pleite des Schiffbauunternehmens bringt ein Auftrag der Kieler Großwerft HDW eine Atempause im Überlebenskampf. Bis Anfang 2005 soll SSW Deckshäuser und mehrere große Bauteile für vier Containerschiffe liefern. "Dies ist für uns der Brückenschlag zu eigenen Neubauten", sagte SSW-Chef Karl-Heinz Jahncke gestern bei der Vorstellung des Auftrags. Die Werft stand kurz vor dem endgültigen Aus: Seit September 2002 ist SSW zahlungsunfähig- im Dezember wird das letzte Schiff abgeliefert. "Jetzt haben wir etwas Zeit gewonnen", sagte Jahnke. "Wir stehen in guten Verhandlungen mit europäischen Reedern; der Stand ist recht positiv." 380 Jobs bleiben erhalten Der Auftrag aus Kiel sichert- zusammen mit Arbeiten auf der Lloyd Werft- 380 der früher 650 Jobs bei SSW. Gebaut werden vier Deckshäuser für eine Serie von Containerschiffen, die HDW für den Hamburger Schiffsfinanzierer MPC fertigt. Außerdem soll SSW zwei schwimmfähige Vorschiffe, Teile des Achterstevens und Vorschiffblöcke zuliefern. Auch die Konstruktionspläne für die Schiffe stammen von SSW: Die HDW-Neubauten sind weitgehend identisch mit den sechs Schiffen, die SSW für den Hamburger Reeder Erck Rickmers gebaut hat. Das letzte Schiff aus dieser Serie, die "E.R. Elsfleth", liegt gerade an der Ausrüstungskaje der Werft. "Wir haben diesen Auftrag gegen stärkste Konkurrenz aus Polen bekommen", sagt Jahncke. Um überhaupt ein wettbewerbsfähiges Angebot machen zu können, einigte sich die Geschäftsführung der Werft mit der Gewerkschaft IG Metall und dem Betriebsrat auf einen Sondertarifvertrag. Er sieht eine Senkung der Lohnkosten um 20 Prozent vor. Um dies zu erreichen, wird die wöchentliche Arbeitszeit von 35 auf 38 Prozent verlängert. Darüber hinaus soll es jedem Beschäftigten freigestellt werden, ob er seinen Sparbeitrag durch Kürzungen bei Weihnachts- und Urlaubsgeld, Überstunden- oder Wochenendzuschläge erbringen will. "Wir hatten die Wahl: Entweder verlieren 400 Leute im Januar ihre Arbeit, oder wir unterschreiben diesen Tarifvertrag", sagte IG-Metall-Chef Karsten Behrenwald. "Zu den Bedingungen der Reeder sind Containerschiffe sonst in Deutschland zurzeit nicht kostendeckend zu bauen." Im Gegenzug verpflichtet sich die Werftleitung, die Beschäftigung während des HDW-Projekts zu sichern, die Belegschaft an Gewinnen zu beteiligen und im kommenden Jahr wieder Lehrstellen einzurichten. "Insgesamt ist das eine runde Sache, die in der Belegschaft auf hohe Akzeptanz stößt", urteilte der Betriebsratsvorsitzende Holger Pflaumbaum. Quelle: Nordsee-Zeitung vom 07.11.2003 |
SSW Schichau Seebeck Shipyard
| SSW hofft auf einen Neubeginn Umfirmierung am Werfthafen: SSW Schichau Seebeck Shipyard übernimmt das Geschäft- "E.R.Elsfleth" zur Schlussdockung Der Helgen und die Hallen bleiben, mit ihnen rund 400 Mann der alten Belegschaft. Doch die Gesellschaft, die auf dem Werftgelände im Handelshafen wieder Schiffe bauen will, trägt jetzt einen anderen Namen: SSW Schichau Seebeck Shipyard GmbH. Ins Handelsregister ist das Unternehmen bereits eingetragen- nach Ansicht von Werftchef Karl-Heinz Jahncke mehr als ein formaler Akt: "Damit haben wir die entscheidende Voraussetzung geschaffen, Neubauaufträge abschließen zu können", sagt er. Denn die alte SSW Fähr- und Spezialschiffbau GmbH ist pleite, genau wie ihre Vorgängerin Schichau Seebeckwerft AG- sie werden abgewickelt. Die SSW Schichau Seebeck Shipyard GmbH dagegen soll an frühere Erfolge anknüpfen. Die Neugründung sei nicht nur ein Signal an mögliche Auftraggeber, betont Jahncke, sondern auch die Voraussetzung, um an Geld und staatliche Schiffbausubventionen zu gelangen. Einziger Gesellschafter der neuen GmbH ist noch der Insolvenz Jan Wilhelm. "Aussichtsreiche Verhandlungen mit weiteren Gesellschaftern laufen zurzeit", versichert Jahncke jedoch. Auch mit dem Investor Karl Ehlerding habe er gesprochen; der in Bremerhaven geborene Börsenspekulant hatte SSW beim Neubeginn nach der ersten Pleite unterstützt, steckt jetzt jedoch mit seiner Beteiligungsgesellschaft WCM selbst in Schwierigkeiten. Neben Schiffen will SSW Schichau Seebeck Shipyard auch stählerne Fundamente für Offshore-Windenergieanlagen bauen. Hoffnungen macht man sich bei SSW daneben auf den Bau von Spezialschiffen zur Montage der riesigen Windkrafträder draußen auf See. Das erste Schiff, das SSW (neu) abliefern wird, stammt noch aus dem Auftragsbuch von SSW (alt): Gestern verholte der Containerschiffsneubau "E.R.Elsfleth" von der Ausrüstungskaje im Werfthafen ins Doch der Lloyd Werft. Dort soll der Unterwasseranstrich komplettiert werden. Die Taufe findet- in kleinem Rahmen- am 13. Dezember an der Columbuskaje statt. Anschließend geht das Schiff auf Probefahrt. Ablieferung: 19. Dezember. Der Neubau Nummer 2010 ist das sechste und letzte Schiff einer Serie, die SSW für den Hamburger Reeder Erk Rickmers fertigt. Riesige Verluste beim Bau der Frachter hatten maßgeblich zur zweiten Insolvenz der Werft in sechs Jahren beigetragen. Trotzdem entwickelt sich der Schiffstyp zum "Verkaufsschlager": Die Kieler Werft HDW baut zurzeit vier Exemplare nach den Plänen aus Bremerhaven. SSW arbeitet bei diesem Auftrag als Subunternehmer: Deckshäuser, Vorschiffe, Achtersteven und andere Sektionen kommen aus der Seestadt und sollen der Werft das Übeleben bis zu eigenen Neubauaufträgen sichern. Quelle: NORDSEE-ZEITUNG vom 04.12.2003 |
Kiellegung bei SSW für ein Schiff nach eigenen Plänen
Auf dem Helgen der SSW-Werft wurde Mitte Januar 2004 der Kiel für ein
"halbes Containerschiff gelegt. Im Auftrag der Kieler Werft HDW bauen die
Seebecker eine 85 Meter lange Vorschiffssektion, die Ende April abgeliefert
werden muss. Auch das Achterschiff und das Deckshaus des Frachters entstehen auf
der Bremerhavener Werft.
Bis Ende des Jahres ist die nach der Insolvenz vor knapp anderthalb Jahren neu
formierte SSW Schichau Seebeck Shipyard mit dem Bau von großen Teilen für
insgesamt vier Containerschiffe beschäfigt.