Schichau Seebeckwerft -Chronik
von Peter Müller

1876 gründete Georg Seebeck eine kleine Werkstatt in Geestemünde mit 5 Gesellen 
1879 baute Meister  Seebeck das erste richtige eiserne Schiff die Barkasse "Minna" mit 6,7 BRT 
1891 kaufte Seebeck den Dockbetrieb von "Schau und Oltmanns" am linken Geesteufer auf 
1892 übergab Seebeck 5 Fischdampfer 
1894 wurde im ehemaligen Trockendock von "Schau & Oltmanns" der Reichspostdampfer "Stettin"  verlängert 
1895 Seebeck wird Aktiengesellschaft 
1906 Bau des Werftplatzes am Petroleumhafen 
1906- 1910 Bau zweier Baudocks 
1907 Seebeckwerft hat 1054 Beschäftigte. Seebeck ist Mitbegründer der Norddeutschen Hochseefischerei. 
1910 Inbetriebnahme der Baudocks und einer kleinen Helling 
1914-1918 Bau von Minensuchbooten, Torpedobooten, Flußminenräumern und von U-Booten, die nicht mehr vom Stapel liefen 
1918 und später Bau von Frachtern und Fischdampfern 
1925 Anbindung an die Deschimag, Bankier Schröder erwirbt die Aktienmehrheit 
28.2.1928 Tod von Georg Seebeck 
5.10.1928 Fusion Deschimag und Seebeck 
Übernahme des König-Georg-Dock der geschlossenen Tecklenborg-Werft 
1931  Die Zahl der Beschäftigten sank von 5635 auf 1658 Personen 
 au von 4 russischen Fischdampfern, später Bau großer Serien von Fischdampfern und Walfängern z.B. Rau I-VIII (später Umbau zu Vorpostenbooten) 
1939-1945 Umbau vieler Fischdampfer zu Vorpostenbooten, U-Boot-Jägern und Hilfsminensuchenbooten 
1939 Bau des U-Boot-Typs IXC und später Bau des U-Boot-Typs XXI, hier baute Seebeck die 141 Sektionen des Typ VII 
1940 Krupp übernimmt die Deschimag und damit auch die Seebeckwerft 
1942 Bau der Hebeschiffe "Energie" und "Ausdauer" 
Nov. 1944 waren bei Seebeckwerft 851 ausländische Zwangsarbeiter beschäftigt 
1945 Umbenennung der Deschimag in AG "Weser" 
und später -in dieser Zeit baute Seebeck soviele Fischdampfer wie noch nie 
1949 Bau von Fährbooten, Fischdampfern und Küstenfahrern, Umbauten 
1949 Bildung eines Betriebsrates 
1956 Einführung der 45-Stunden-Woche 
1959 Robert Fiedler wird Betriebsratsvorsitzender 
1961 Bau der Heckfänger "München", "Bremerhaven" und "Vikingbank" 
1964 Bau des Forschungsschiffes "Meteor" 
1965 Seebeck baut die ersten Fähren "Norwave" und "Norwind" 
1967 Hochseeschlepper "Bremen" entsteht 
1966- 68 Modernisierung und Erweiterung der Werftanlagen 
1968 Programm für Serienschiffe z.B."Gerdt Oldendorff" 
1972 Taufe des Fischfangfabrikschiffes "Karlsburg" 
1973- 1975 der zweite große Umbau der Werft für größere Schiffe wie "Norland" und "Norstar" 
1973 Verlängerung der Schiffbauhalle 
1973 Streiks für Teuerungszulagen 
1974 Tarifstreik 
1977 Bau der Fähre "Hollandia" 
1982 Bau der Fähre "Olau Britannia" 
1983 Verlängerung der Luxusfähre "Royal Viking", Bau der "MS-Railship", der größten privaten Eisenbahnfähre der Welt 
1986 Bau der Autofähre "Nils Holgerson" 
1988 Fusion mit der Schichau-Unterweser-Werft 
1988 Bau des Luxus-Kreuzliners "Seaborn Pride", und von "Nils Dacke", der größen Kombifähre der Welt, sowie des Vollfrosters "Jan Maria" 
1989 Bau der "Olau Hollandia" und Bau des neuen Ausrüstungszentrums 
1990 Bau von "Railship III", Anlauf des Containerschiff-Baus z.B."Contship La Spezia", Abbau der Belegschaft, Einführung von Bildschirm-Arbeitsplätzen 
1991 Stapellauf der Jumbo-Frachtfähre "European Seaway" 
1992 Übergabe des Luxusliners "Royal Viking Queen" und Kombifähre "Pride of Burgundy", weiter Bau von Containerschiffen 
1994 Sektionsbau für die "Costa Victoria"für den Vulkan in Bremen 
1996 im September trennte sich SSW vom Vulkan. An die Stelle der alten Schichau Seebeckwerft im Konkurs trat nun die "SSW Fähr- und Spezialschiffbau GmbH". Mit einem Kapital von 100.000DM ist Konkursverwalter Wolfgang van Betteray alleiniger Gesellschafter. 
1997 Bau der Cotunav-Fähren "Ulysse" und "Salamba". 1996 Unteraufträge für die "Costa Victoria" bei der Lloydwerft Bremerhaven. 1998 Unteraufträge für die Lloydwerft Bremerhaven im Rahmen der Ausrüstung des Costa II-Rumpfes, Projekt 108, "Norwegian Sky". 
1.Mai 1998 mit rund 500 Beschäftigten, davon die Hälfte mit unbefristeteten Verträgen, nimmt die "SSW Fähr-und Spezialschiffbau GmbH" auf dem Gelände der ehemaligen Seebeckwerft ihre Tätigkeit auf. Auftragsvolumen 50 Mio. DM. Zunächst soll sich das Unternehmen mit dem  Sektionsbau beschäftigen. Ziel des Unternehmens sei aber der Bau von ganzen Schiffen, betonte Hans Tempel. 
Am 12. August 1999 war ein ganz besonderer Tag für SSW: Fast vier Jahre nach dem letzten Neubauauftrag, mehr als drei Jahre nach dem Konkurs und zwei Jahre nach der Ablieferung des letzten Schiffes hat die Werft ihr Comeback geschafft:: Bis Juli 2001 soll SSW zwei Fährschiffe für die Ostsee-Reederei TT-Line bauen.
Die entscheidende Rolle im Hintergrund spielten allerdings die Gesellschafter Karl Ehlerding und Friedrich Dieckell, die die Sicherheiten für den Bau der Fähren stellten.
Um die Aufträge fristgerecht abzuarbeiten erklärte SSW, es wolle seine Stammbelegschaft von 380 Mann auf 500 aufstocken.
Die beiden mit je 36 000 BRZ vermessenen TT-Line-Fähren werden mit einer Länge von 190 Metern und einer Breite von 29,50 Metern zu den größten Schiffen gehören, die jemals bei Seebeckwerft gebaut wurden. Mit einer Reisegeschwindigkeit von 22 Seemeilen pro Stunde können sie 744 Tagespassagiere und Lkws auf einer Länge von rund 2,7 Kilometern auf drei Decks befördern. Für die Nachtfahrt stehen 642 Betten zur Verfügung. Neuartig ist der dieselelektrische Antrieb, bei dem die Elektromotoren und Propeller in um 360 Grad drehbaren Gondeln, sogenannten Azipods, unter dem Heck der Schiffe montiert sind. Das verbessere die Manövrierfähigkeit und schaffe zusätzlichen Transportraum.

Quelle: Peter Müller, Die Geschichte der Schichau-Seebeckwerft von 1876-1999, Manuskript 1999, 160 Seiten. 
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Literaturhinweise:
 1) Dirk J. Peters, Der Seeschiffbau in Bremerhaven von der Stadtgründung bis zum Ersten Weltkrieg, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bremerhaven, Bd. 7
Herausgeber: Burhhard Scheper, Gesamtherstellung: Ditzen Druck und Verlags-GmbH, Bremerhaven 2. unveränderte Auflage 1992
2) Marc Fisser, Seeschiffbau an der Unterweser in der Weimarer Republik, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bremerhaven Band 10, Herausgegeben von Hartmut Bickelmann, Bremerhaven 1995