Jeanette-Schocken-Preis wird verliehen
Ein Literaturpreis der Stadtbürger

Eine Bremerhavener Tradition geht am nächsten Samstag wieder ihren Weg: Dann tritt die Jury des "Jeanette-Schocken-Preises" zusammen, um den neuen Träger des Bremerhavener Bürgerpreises für Literatur zu küren. Bürgerpreis heißt: Kein Staat oder keine Stiftung loben das Preisgeld aus, sondern engagierte Bürger der Stadt selbst.


Jeanettte Schocken

Mittlerweile ist die Preissumme auf 15.000 Mark gestiegen. Für das Jury-
Mitglied Hugo Dittberner ist dies ein Zeichen dafür, dass "die Bürger Bremerhavens die Auszeichnung von Büchern bejahen."
Zugleich ist die Preisverleihung immer auch eine Erinnerung an die Mensch-
lichkeit: Benannt ist der Preis nach der Bremerhavenerin Jeanette Schocken. Die Witwe eines jüdischen Kaufhausbesitzers der Seestadt brachte zur Nazi-
zeit Juden in ihrer Villa unter und gewährte ihnen damit mutig Schutz. Entsprechend will der Jeanette-Schocken-Preis laut Statut ein Zeichen setzen "gegen Unrecht und Gewalt, gegen Hass und Intoleranz". In diesem Sinne wird der Bremerhavener Literaturpreis der Bürger nun bereits zum zehnten Mal vergeben.
Aus Anlass der Jury-Zusammenkunft werden die Mitglieder nächsten Samstag aus eigenen Werken  öffentlich lesen, und zwar ab 20 Uhr in der Kunsthalle an der Karlsburg. Unter der Moderation von Hans E. Happel und Volker Heigenmooser lesen und diskutieren die Mitglieder der Jury ( Hugo Dittberner, Wolfgang Emmerich, Wolfgang Promies, Carola Stern und Elsbeth Wolffheim) zum Thema "Lebensgeschichten und Zeitenbesichtigung. Von Büchern und Menschen- Geschichte in Geschichten".

Elbe-Weser aktuell vom 5. Januar 2001