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"Schloss Morgenstern" wird saniert
200 000 Euro für die Restaurierung der Traditionsgaststätte in Weddewarden- Verwahrlostes Nachbargebäude weicht Biergarten
Monatelang ist vom "Plattmachen" gemunkelt worden, doch nun ist das Gegenteil der Fall: Mit knapp 200 000 Euro soll die Traditionsgaststätte "Schloss Morgenstern" gründlich saniert werden. Abgebrochen werden allein ein verwahrlostes Nachbargebäude und die alte Kegelbahn. Dort soll ein Sommergarten entstehen.
Das Weddewarder Ausflugslokal ist vor zwei Jahren gemeinsam mit einigen weiteren Häusern hinter dem Deich vom Hansestadt Bremischen Hafenamt, der heutigen Bremen-Ports GmbH, gekauft worden. Die Ankäufe stehen im Zusammenhang mit dem Ausbau des Containerterminals, der bis ins Vordeichgelände hinein erweitert werden soll. Einige Anleger hatten aus Sorge um zunehmende Lärmbelästigung und die
absehbare Wertminderung die Flucht nach vorne angetreten und ihre Immobilien verkauft.
Bremen-Ports hat sich jetzt in Absprache mit dem langjährigen Pächter Jürgen Peters dazu entschlossen, die brüchige Fassade der 1881 errichteten Gaststätte zu sanieren und die historische Friesenstube unter Aufsicht des Denkmalpflegers zu restaurieren. Der Historiker soll darüber wachen, dass die Geburtsstätte des vom Marschendichter Hermann Allmers und einigen Gleichgesinnten gegründeten
Heimatbundes der Männer vom Morgenstern stilgerecht hergerichtet wird.
Knapp 200 000 Euro soll das gesamte Projekt kosten. Über die Hälfte, nämlich 105 000 Euro, werden von der Stiftung "Wohnliche Stadt" beigesteuert. Bremen-Ports-Geschäftsführer Jürgen Holtermann: "Dies ist der erste Schritt, um die Gaststätte und ihr Umfeld aufzuwerten." Auch der Landesarchäologe wird ein wachsames Auge auf die Arbeiten haben, denn im Untergrund könnten
sich noch Überreste einer im Jahr 1518 vom Erzbischof Christoph errichteten Burganlage befinden.
Foto Peter Müller
Das Nachbargebäude, an dem seit gestern der Abrissbagger nagt, war vom Vorbesitzer einmal in der Absicht erworben worden, dort ein Hotel zu errichten. Doch dann hatten sich diese Pläne zerschlagen. Heute weint dem zunehmend heruntergekommenen Gebäude niemand mehr eine Träne hinterher. Ebenso wenig wie der verfallenen Kegelbahn, die nur noch aus Gewohnheit zusammenhält und ebenfalls
abgebrochen wird. Pächter Peters möchte dort einen Biergarten eröffnen, möglichst noch in diesem Sommer. "Wenn das nicht klappt", sagt er, "dann aber auf jeden Fall im nächsten Jahr."
Nordsee-Zeitung vom 18.04.02