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"Es ist sauglatt da draußen"
Neujahrsempfang der Schiffergilde von Deck der
"Astarte" ins Trockene verlegt- Pläne für 2001
Zum Empfang von Deck geschlittert: Der traditionelle Neujahrsklönschnack der
Schiffergilde musste wegen der Schneeglätte von Bord in die Räumlich-
keiten der Schiffergilde verlegt werden. Stimmungseinbußen gab es nicht: Rund
40 Seemänner und -frauen wünschten sich ein verspätetes "Prosit
Neujahr".
Zu Kartoffelsalat, Würstchen, Kaffee und Gebäck waren 20 aktive
Besatzungsmitglieder des Finkenwerder Kutter HF 244 "Astarte" sowie
deren Freunde, Gönner und Gäste der Einladung der Gilde zum Jahres-
empfang gefolgt. Wegen der Unfallgefahr auf den rutschigen Planken des Kutters,
der an der Südseite des Neuen Hafens festgemacht hatte, musste "Astarte"-
Kapitän Dieter Bankert die Feier ins trockene Innere am Alten Hafen verlegen:
"Aber auch hier können wir ein bisschen Garn spinnen für dieses
Jahr", versicherte der Captain während der "Sherry Time".
Viele Anstrengungen sind im vergangenen Jahr unternommen worden, um auf dem
Finkenwerder Kutter weiterhin den Fahrbetrieb unter den geltenden
Sicherheitsbestimmungen aufrecht erhalten zu können: Mittwochs, sobald die
Besatzung zum Arbeitsdienst erschien, wurden die Außenplanken erneuert. Das
Schiff bekam eine völlig neue Inneneinrichtung. Herzstück unter den
aufwendigen Anschaffungen: ein neuer Motor.
"Freunde und Lover"
Das auf den Vordermann gebrachte Schiff konnten die Gäste natürlich auch
besichtigen, obwohl Bankert warnte: "Es ist sauglatt da draußen."
Finanziell ermöglicht wurde der Umbau mit Hilfe des Fahrbetriebs (die
"Astarte" befördert regelmäßig Passagiere), durch Zuschüsse der
Schiffergilde- hier bedankte sich der Kapitän besonders beim Vorsitzenden
Hennig Goes- und durch die wie Bankert formulierte, "zahlreichen Freunde
und Lover".
Ein weiteres Novum wird es in diesem Jahr geben: Die "Astarte", die
sonst gewöhnlich die Nordsee nicht verlässt, will zu einem dreiwöchigen Törn
in die Ostsee aufbrechen.
Auch mannschaftsfremde Gäste wurden zum Neujahrsempfang willkommen geheißen:
Crewmitglieder des Museumsschiffes "Grönland", das zum Deutschen
Schiffahrtsmuseum gehört. "Grönland"-Kapitän Dieter Oelkers
betonte: "Wenn man gemeinsam an so "alten Holzschuhen" arbeitet,
dann ist man in guter Freundschaft miteinander verbunden." Ein Zeichen
dieser Verbundenheit: Im Februar gehen beide Crews gemeinsam auf Kohl- und
Pinkel-Tour.
Nordsee-Zeitung vom 23. Januar 2001