Drei Bürger arbeiten für die Bürger
Bremerhavener informieren Touristen und Einheimische per Schautafel über Geschichte

Bremerhaven. "Gib` mir doch mal den
Schraubenzieher, ja, den, danke". Wolfgang Thode bückt sich und reicht seinem Kollegen von der "Donnerstags-Rund", Karl Leurßen, das gewünschte Werkzeug. Ein paar Minuten später sitzt das Schild, können englische Touristen in ihrer Sprache mühelos lesen, wann die "Big Food" gegen Bremerhavens Deiche brandete.

Seit fünf Jahren sorgen Karl Leurßen, Wolfgang Thode und der Niederländer Harm van der Sluis freiwillig dafür, daß Gäste und Bürger der Stadt sich vor Ort über alle geschichtlichen Vorgänge und Gebäude kurz und bündig informieren können. Jeden Dienstag von 8 bis 12 Uhr sind die drei auf "Aktions-Tour".
Hauptsächliches Arbeitsgebiet: Der Weserdeich von der Doppelschleuse bis zum Ochsenturm einschließlich Überseehafen. Fast 50 Informationsschilder und vier Schaukästen werden betreut. Sie müssen repariert oder irgendeine Schautafel textlich ergänzt werden, weil ihr Informationswert nicht mehr dem neuesten Stand entspricht. Wolfgang Thode: "Es gibt Arbeit genug. Wenn es allerdings in Strömen gießt, dann sieht man uns nicht auf dem Deich oder im Hafengebiet."

Dankbar angenommen
Seemannsknoten, Schiffe auf der Weser, heimische und internationale Flaggen am Weserdeich, das sind Info-Themen, die anschaulich dargestellt sind und von den Besuchern am großen Strom dankbar angenommen werden.
Diese für Touristen und Bürger so dienliche Informationshilfe geschah seit 1968 mit Unterstützung des Hansestadt Bremischen Amtes und der Stadt Bremerhaven für die Schiffahrtsgeschichtliche Gesellschaft. Seit 1990 heißt es "Selbst ist der Mann", seit dieser Zeit ist die Dienstags-Rund in Aktion.
                "Wir kümmern uns nicht nur um Schilder im Hafengebiet. Wir haben auch einen Radwanderweg  von Bremerhaven über  Schiffdorf, Sellstedt, Bramel und zurück zur Seestadt angelegt", erläutert Thode.
                   Und wenn Schaukästen gestrichen und ausgebessert werden müssen, dann steht den drei freiwilligen Helfern der Schiffahrtsgeschichtlichen Gesellschaft auch die Werkstatt ihres Vorsitzenden, Kreishandwerksmeister Egon Wehmeyer, zur Verfügung. Wolfgang Thode: "Und da werden wir bestens bedient, bekommen alles, was wir brauchen!"

Nordsee-Zeitung vom 13. Juni 1995