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Lotsenboot wird zum Museum
Schiffahrtsgeschichtliche Gesellschaft seit 1966
aktiv- Forschen und Sammeln
Mitte. Das Signet mit dem stilisierten Fünfmast-Vollschiff Preussen", das
im Jahr 1902 auf der Tecklenborg-Werft in Geestemünde gebaut wurde, deutet
bereits an, womit sich die Schiffahrtsgeschichtliche Gesellschaft seit
über 30 Jahren beschäftigt: Nämlich mit allem, was mit Schiffahrt zu tun hat.
Entstanden ist der Verein im Januar 1966 aus einem Kreis engagierter Bürger,
die ein Segelschiff als Museumsschiff nach Bremerhaven holen wollten. Diese
Gemeinschaft "Bremerhavener Dreimaster" wurde im Juli 1965 auf einer
Versammlung gegründet, zu der der damalige Direktor des Deutschen
Schiffahrtsmuseums, Gert Schlechtriem, zusammen mit Hafenkapitän Hermann
Ricklefs, Redakteur Heinz-Werner Stürzer und Schulleiter Herbert Körtge
eingeladen hatte. Die Gemeinschaft wollte damals die Bark "Seute
Deern" in Emden erwerben. Diesem Vorhaben kam jedoch der Helgoländer
Gastronom Hans Richartz zuvor. Doch auch so kam die "Seute Deern" nach
Bremerhaven, allerdings als Restaurant in Privatbesitz.
Aufstockung muesaler Sammlung
Obwohl sich die eigentliche Aufgabe der Gesellschaft damit erledigt hatte,
beschlossen die Mitglieder, sie in die Schiffahrtsgeschichtliche Gesellschaft
umzuwandeln. Diese machte es sich zur Aufgabe, die Bremerhavener
Schiffahrtsgeschichte zu erforschen und die Aufstockung einer musealen
Schiffahrtssammlung zu fördern. Bei der Gründung übernahm Herr Ricklefs das
Amt des Vorsitzenden. Gert Schlechtriem wurde sein Stellvertreter.
Seitdem hat sich die Gesellschaft mit verschiedenen Aktionen einen Namen
gemacht. So unterstützte sie 1967 den Hauptgeschäftsführer der Industrie- und
Handelskammer Dr. August Dierks, bei der Schaffung eines Freilichtmuseums mit
Schiffs-Oldtimern im Alten Hafen, in das als erstes Exponat das Feuerschiff
"Elbe 3" eingebracht wurde. Im gleichen Jahr gab die Gesellschaft
das reich illustrierte Faltblatt "Rundblick vom Radarturm Bremerhaven"
mit Erläuterungen für Besucher der Plattform heraus. 1968 entstand ein
Lehrpfad "Weserdeich", der zehn Jahre später zum
"Weserwanderweg" vom Neuen Lunesiel bis zum Ochsenturm ausgeweitet
wurde. Weiterhin verhalf die Gesellschaft dem Morgenstern-Museum durch
Stiftungen zu einer neuen Schiffahrtssammlung.
Aktuelles Projekt ist das Lotsenversetzschiff "Bremerlotse",
das ab der Sommersaison 1999 als fahrbares Museumsschiff genutzt werden soll.
Außerdem veranstaltet die Gesellschaft regelmäßig Vorträge und Vorführungen
dokumentarischer Filme oder gibt wissenschaftliche Arbeiten in Auftrag. Für
ihre etwa 200 Mitglieder werden mehrtägige Studienfahrten angeboten. Bekannt
sind auch das traditionelle Matjes-Essen und der Nikolaus-Abend.
Als sehr erfolgreich bewertet der stellvertretende Vorsitzende, Dr. Dirk J.
Peters, die Arbeit der Schiffahrtsgeschichtlichen Gesellschaft. Diese soll auch
in Zukunft fortgeführt werden. "Gerade in einer wirtschaftlichen Krise ist
es sinnvoll, über die historischen Grundlagen der Stadt nachzudenken.
Bremerhaven ist und bleibt eine Hafenstadt", betont er. Und um die Arbeit
der Gesellschaft auch weiterhin zu gewährleisten, sollen verstärkt junge
Menschen angesprochen werden. "Es stimmt nicht, daß die Jugend nicht
begeisterungsfähig ist. Man muß ihr nur eine Aufgabe geben", meint er.
Quelle: Nordsee-Zeitung vom 27. August 1998