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Bergung im reißenden Kongo
Kapitän Peter Loytved spricht über Rettungsaktionen
mit der "Atlantic"
An den 12. Dezember 1967 denkt Peter Loytved als wäre es gestern. An diesem Tag
hatte der damalige Erste Offizier des Hochseeschleppers "Atlantic"
seinen großen Einsatz. Im reißenden Kongo begann die spektakuläre Bergung der
"Josepho Okito".
Der belgische Havarist hing seit drei Wochen fest: "Er lag außerhalb des
Fahrwassers und war 1300 Meter den Fluss heruntergekommen", erinnert sich
Loytved, damals 28 Jahre alt. Erst nach drei Wochen gelang es der
"Atlantic" und den Schleppern "Albatros" und "Seefalke",
die "Joseph Okito" auf den Haken zu nehmen. "Das war eine
sagenhafte Rettungsaktion", erinnert sich der Schiffdorfer. "Ich
dachte zuerst, das Schiff fällt auseinander."
Auf Einladung der Schiffahrtsgeschichtlichen Gesellschaft berichtete der heute
61-Jährige im Deutschen Schiffahrtsmuseum in eine Dia-Vortrag von
seiner Saison auf der "Atlantic", die er in Kapstadt und anderen
südafri-
kanischen Häfen erlebt hat.
Der 1959 bei Schichau in der Seestadt gebaute Hochseebergungsschlepper wurde am
7. Juli 1967 in Südafrika stationiert. Der Suezkanal stand auf Grund des
Israelisch-Arabischen Krieges für die internationale Seeschiffart nicht zur
Verfügung, so dass alle Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung fahren mussten-
was zu vermehrten Kollisionen und Havarien führte. Für diese Notfälle standen
Peter Loytved und seine Besatzung bereit.
Nordsee-Zeitung vom 4. November 2000