Ursprünglich wurde die Schichau-Werft in Elbing 1837
als Maschinenanstalt gegründet. Ab 1854 wurde der Eisenschiffbau aufgenommen.
Durch die Produktion von Schiffsmaschinen und Torpedobooten erwarb sie
sich einen guten Ruf.
1890-1892 begann in Danzig der Bau einer modernen Werft
für Großschiffbau, auf der dann später viele bekannte
Kriegsschiffe , Fracht-und Passagierschiffe entstanden.
1929 wurde das Unternehmen durch das damalige Deutsche
Reich und Land Preußen vor dem Konkurs bewahrt. Nach 1935 setzte
wieder der Bau von Kriegsschiffen ein. Es wurden Torpedoboote, Fangboote,
U-Boote vom Typ VIIC und später vom Typ XXI gebaut.
Schichau Elbing baute bis 1945 151Kleinst-U-Boote vom
Typ "Seehund", die Königsberger Schichau-Werft reparierte U-Boote
und baute 24 Minensuchboote.
Parallel dazu wurden aber auch monatlich 40 Lokomotiven,
über 400 Geschütze und eine große Anzahl von Kettenfahrzeugen
für die Hitler-Wehrmacht gebaut.
Mit insgesamt 44.000 Beschäftigten gehörte
die F.Schichau GmbH damals zu den größten deutschen Industrie-Unternehmen.
Kurz vor Kriegsende und kurz vor der Besetzung durch die russische Armee wurden die Werften evakuiert.
Schon Anfang 1945 war vorsorglich versucht worden, Teile von Schichau nach Bremerhaven zu verlagern, wo am Kaiserhafen II ein kleiner Reparaturbetrieb eingerichtet werden sollte, doch diese Pläne durchkreuzte der Krieg.
Stattdessen wurde am Neuen Hafen mit einer kleinen Gruppe
ehemaliger Schichauer ein neuer Betrieb aufgemacht und in der damaligen
Zeit wichtige Reparaturen durchgeführt. Vom alten Inventar war nur
ein 3000-t-Schwimmdock nach Lübeck abgeschleppt worden, dort aber
von der britischen Besatzungsmacht beschlagnahmt worden.
Hermann Noe ging gemeinsam mit alten Mitarbeitern daran,
den Wiederaufbau des Betriebes auf dem früheren Schuchmann-Gelände
zu organisieren.
Nach Freigabe des Schiffbaues durch die Alliierten
1950 konnte auch dieser Bereich wieder nach und nach aufleben. Da aber
Helgen und Slips als Bauplätze fehlten, mußte man sich auf kleinere
Schiffe wie Schlepper und Fischkutter, aber auch längere Binnentanker
beschränken, die in der neuen und ungewöhnlichen Form eines Stapelhubes
mit Kränen ins Wasser gesetzt wurden.
Außerdem verhalten Umbauten z.B. zu Viehtransportern
ebenso weiter wie das Reparaturgeschäft, bei dem das zurückerworbene
und auf 4.000 t Tragfähigkeit erweiterte Schwimmdock eine wesentliche
Rolle spielte.
In der Linie der alten Maschinenbau-Tradition begann
1950 die Entwicklung der völlig neuartigen und daher technisch wie
kaufmännisch risikoreichen vollautomatischen, lichtgesteuerten Großbrennmaschinen
mit der Bezeichnung "Schichau-Monopol" und "Schichau-Quadruplex". Zu ihnen
gesellte sich später noch die computergesteuerte "Codimat".
1952 gingen die Aktien der F.Schichau GmbH an die Bundesrepublik
über, die damals an die Liquidation der Firma dachte. In letzter Minute
entschloß sich aber die Familie Noe zum Kauf dieser Anteile, um das
weltbekannte Unternehmen zu retten. Für Hunderte alter Mitarbeiter
wurden dadurch die Arbeitsplatz gesichert.
Die Führung der F.Schichau GmbH übernahm Hermann
Noe jr.
Zwischen 1945 und 1972 baute Schichau 123 Schiffe, darunter
104 Schlepper (wie z.B. die "Atlantic"), wovon die Hochseebergungsschlepper "Oceanic" und "Arctic"
mit je 17.500 PSi über lange Zeit die stärksten Bergungsschlepper
der Welt waren (die Schiffsrümpfe wurden bei der Rickmerswerft gebaut).
1961 baute die Schichau Werft das Lotsenschiff "Kapitän Hilgendorf"
mit Dieselelektroantrieb. Das Schiff hatte eine Länge von 55,10 m, war 9,50 m
breit und besaß einen Tiefgang von 4,15 m.
Bereits 1971 wurde bei Schichau im Neuen Hafen der Hochseeschlepper
"Fairplay IX" gebaut.
1972 ging Schichau im Rahmen der staatlich verordneten
Konzentrationsbestrebungen eine Fusion mit der Unterweserwerft zur SUAG
ein.