Sommerwerft macht Gilde-Träume wahr
 
Schiffergilde restauriert von Juli bis September alten Finkenwerder Kutter-Einblick in die Welt der Gaffelrigger und fast vergessenem Handwerk

Es muß schon aus Holz oder Stahl sein, wenn man die Eigner der Schiffergilde Bremerhaven e.V. für ein Schiff begeistern will. Segelschiffe aus der küstennahen Berufsschiffahrt in Nordeuropa werden bei der Gilde im Alten Hafen und Neuen Hafen erhalten. Was das bedeutet und wie dies geschieht, wird vom 12. Juli bis 3. September 2000 in der Sommerwerft der Schiffergilde demonstriert.
Pünktlich zum Flottentreffen der Spezialschiffe "Spezialisten 2000" öffnet am 12. Juli  die "Sommerwerft" auf der Ostkaje Neuer Hafen und demonstriert auf etwa 1000 qm Fläche was Eigner der Schiffergilde seit 22 Jahren im Sommer wie Winter in ihrer Freizeit machen: alte, wertvolle Schiffsrümpfe mit alten Handwerksmethoden restaurieren.
Das Beispiel für die Sommerwerft ist der 1949 gebaute Finkenwerder Fischkutter HF 510 "Rungholt


"Rungholt" ca. 1953


von Manfred Köpsel, der seit 1953 eine offene Bünn fuhr, als Hamenfischer auf der Elbe zu Hause war und bis 1995 noch aktiv auf kleine Fangreise ging; denn die "Rungholt" trägt zwar die Finkenwerder Fischereikennung, fuhr aber nie wie die "richtigen" Finkenwerder Kutter in der Hochseefischerei. Das wiederum machte die 1903 gebaute HF 244 "Astarte", die wenige Meter entfernt zu besichtigen ist- aus Holz.
Köpsel entdeckte seine "Rungholt" 1999 ziemlich umgebaut und herunter-
gekommen am Mittellandkanal. "Sie führte ein erbärmliches Dasein" fand er und kaufte das halbe Wrack, um HF 510 nach alten Plänen zu restaurieren.
                    Die 15,30 Meter lange und 3,96 breite "Rungholt" ist der Mittelpunkt der Sommerwerft, auf der aber auch Holzschiffbau gezeigt wird. Darüber hinaus informiert die Schiffergilde über ihre Arbeit und will auch dem Nachwuchs das Mitmachen in der Gilde schmackhaft machen.

Windrose Nr. 1/2000 vom 08.06.2000

Manfred Köpsel und seine "Rungholt" 4/2002