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CDU-Fraktion für Erhalt der Rogge-Hallen
Antrag mit Kriterien zum Schutz für stadthistorische
Gebäude vorgelegt-Kritik an der SPD
Die CDU-Fraktion ist für den Erhalt der Rogge-Hallen, "wenn die Substanz
es hergibt". Auch will ihr Chef Paul Bödeker den Koalitionspartner SPD
für einen Antrag mit Kriterien zum Erhalt stadthistorischer und
denkmalwürdiger Gebäude gewinnen.
Nachdem der überraschende Abriss von Kupferschmiede und Direktorengebäude auf dem Geeste-Metallbau-Gelände auch innerhalb der großen Koalition
für Verwerfungen gesorgt hatte, ging die CDU in die Offensive.
Bödeker stellte sich hinter seinen Parteifreund Baustadtrat Volker Holm, der
die Abrissverfügung unterschrieben hatte. Bödeker kritisierte
"Rollenspiele innerhalb der SPD". Oberbürgermeister Jörg Schulz und
die von ihm beaufsichtigte Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS
stellten Abrissanträge auf dem Werftgelände, der baupolitische Sprecher der
SPD, Uwe Parpart, votiere für den Erhalt und erkläre Holm zum
Abriss-Verantwortlichen- "das ist schon eine Frechheit", so Bödeker.
Baudezernent Holm sieht für sich keinen Handlungsspielraum, wenn die BIS als
Geschäftsbesorger für die Stadt einen Abrissantrag für die Gebäude stellt,
die nicht dem Denkmalschutz oder einem planungsrechtlichen Erhaltungsgebot
unterstehen. Auf Nachfrage sagte Holm auch, dass er den Abriss nicht mit der
Genehmigung publik machen könne, da dies gegen persönlichkeitsrechtliche
Belange des Antragstellers verstoße.
Gleichwohl bekräftigte Bödeker, dass seine Fraktion auch hinter den Planungs-
entscheidungen für die Werftbrache stehe: "Da wackle ich nicht einen
Moment." Was ins Gerede gekommen sei, "ist das Verfahren".
Instrument für Baustadtrat
Mit dem Kriterien-Antrag wolle man dem Baustadtrat nun "ein Instrument
zur Erhaltungssicherung" an die Hand geben. Danach soll die Verwaltung ein
Kataster erhaltenswerter und denkmalwürdiger städtischer Bauten erstellen. Die
soll dem Bauausschuss zur Kenntnis vorgelegt werden. Abbruchaufräge durch
städtische Gesellschaften müssten danach dem Ausschuss zur Entscheidung
vorgelegt werden. Dazu sei "in der Regel auch eine Stellungnahme der
Denkmal-
schutzbehörden einzuholen. Dass der Abriss den Koalitionsfrieden belaste,
verneint Bödeker: "Das sind die persönlichen Reibereien eines SPD-Mannes
mit dem Baustadtrat."
Im Grundsatz habe sich die CDU-Fraktion mittlerweile für den Erhalt der
Rogge-Hallen auf dem Tourismusgebiet am Neuen Hafen ausgesprochen, ergänzte
Bödeker. Bedingung: Sie müssten in die Marina-Pläne oder die Wohn-
bebauung passen. Auch müsse die Bausubstanz einen Erhalt rechtfertigen.
Nordsee-Zeitung vom 11. Oktober 2001