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Marina für Yachten aus der Region
Alte Rogge-Hallen am Neuen Hafen sollen abgerissen
werden
Bremerhaven ist nicht Monaco. Und zu fantastischen "Höhenflügen"
will Torsten Conradi mit seinen Plänen für eine Marina im Neuen Hafen deshalb
nicht abheben. Trotzdem bildet der Wassersport einen Kern des neuen
Tourismuskonzeptes, das die Investoren am Montag vorgestellt haben.
"Bremerhaven ist für den Wassersport als ein Standort mit eher regionaler
Bedeutung anzusehen", sagt Conradi, Chef des Yachtkonstruktionsbüros Judel/Vrolijk
und möglicher Betreiber der geplanten Marina. Der größte Teil der deutschen
Yachten liegt im Mittelmeer, und wer sich diesen Luxus nicht leisten kann,
schippert vorzugsweise über die ruhigere Ostsee.
Das Revier vor Bremerhaven gilt als schwierig: Ebbe und Flut, Wind und Wetter
und nicht zuletzt der dichte Berufsschiffsverkehr verlangen den Skippern
höchste Aufmerksamkeit ab. "Die Nordsee ist ein Revier, das überwiegend
von Wassersportlern befahren wird, die hier zu Hause sind", sagt Conradi.
"Es ist nicht damit zu rechnen, dass sich diese Situation grundlegend
ändern wird- was immer auch Sensationelles im und um den Neuen Hafen herum
geplant und gebaut wird."
"Weniger ein Urlaubsziel"
Die Betreiber der Marina, zu denen neben Judel/Vrolijk auch die
Segelmacherei Beilken gehört, rechnen deshalb mit Wassersportlern aus der
Region. Wer im Städtedreieck Cuxhaven- Bremen- Wilhelmshaven eine Yacht
besitzt, soll diese künftig in Bremerhaven stationieren, so lautet der Plan.
"Die Marina wird in erster Linie ein Heimathafen für Yachteigner aus der
Region sein, weniger ein Urlaubsziel, wenngleich auch darum geworben werden
sollte", erklärt Conradi.
Um den Skipper anzulocken, sollen rund um den Yachthafen Handwerks- und
Dienstleistungsfirmen angesiedelt werden: Bootsbauer, Takler, Segelmacher,
Motoren- und Elektrikfirmen. "Nach unserer Auffassung kann sich die Marina
zu einem starken Anziehungspunkt entwickeln und der Segelszene an der Weser neue
Impulse geben", glaubt Conradi.
Auf der Strecke bleiben dabei wohl die alten Rogge-Hallen, die jetzt noch auf
dem Gelände stehen. Bis Oktober wird das Stahlbauunter-
nehmen das Gelände räumen und vollständig in die neuen Hallen am Kaiserhafen
umziehen. Zurück bleiben zwei alte Hallen, die der Norddeutsche Lloyd in den
1870er Jahren für seinen Reparaturbetrieb (Vorläufer der Lloyd Werft) gebaut
hat.
Eine Gruppe von Abgeordneten quer durch alle Fraktionen möchte die Hallen
gerne in das Marina-Konzept einbinden. Jürgen Adelmann, Geschäftsführer der
Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS, hält von dieser Idee nichts: "Nach
den bisherigen Planungen kommen die Hallen weg", bemerkt er lapidar."
Nordsee-Zeitung vom 11. April 2001