"Das 60. Lebensjahr vollendete am 25. Oktober 1954 Dr.
Peter Burkhard, Mitglied des Vorstandes der Aktien-Gesellschaft "Weser",
Bremen. Nach erfolgreicher Tätigkeit in führenden Positionen
namhafter Industrieunternehmen wurde Dr. Burkhard im Jahre 1948, als die
russische Demontagekommission die Werft verlassen hatte, auf Vorschlag
des Finanzsenators zum Managing Custodian der Aktien-Gesellschaft "Weser"
bestellt. Als er im Frühjahr 1949 zum Vorstand der Gesellschaft berufen
wurde, bereitete er den äußeren Wiederaufbau der großen
Bremer Werft vor und verhalf ihr zu der Leistungsfähigkeit, die sie
brauchte, um wieder zahlreichen Menschen einen Arbeitsplatz bieten zu können.
Schon im Laufe des Jahres 1949 konnte die A.G. "Weser" nach Instandsetzung
des schwer beschädigten 16000-t-Schwimmdocks die ersten größeren
Schiffsreparaturen ausführen. Aber erst im April 1951 erhielt sie,
nach ihr Ende 1949 auch diese Schiffsreparaturen verboten worden waren,
die Genehmigung zum Bau neuer Schiffe. Als dann im Herbst 1951 auch die
Wiederaufbaugenehmigung für die Werft erteilt wurde, erstanden sehr
rasch neue Hellingkräne und weitere Werkstätten. Die Maschinenfabrik
wurde ausgebaut, dazu ein Prüffeld für Dampfturbinen und eine
moderne Schweißhalle, in Verbindung mit der Wiedergeburt der großen
Helling V, auf der einst die "Bremen" geschaffen wurde."
Am 25. Oktober 1954 vollendet Herr Dr. Peter Burkard, Mitglied
des Vorstandes der Aktien-Gesellschaft "Weser", Bremen, sein
sechzigstes Lebensjahr. Aus der alten Handelsstadt Frankfurt a.M. gebürtig,
widmete er sich dem Studium der Naturwissenschaften, um sich dann schließlich
der Betriebswirtschaft zuzuwenden. Seine erfolgreiche Tätigkeit in führenden
Positionen namhafter Industrieunternehmen wurde durch den letzten Krieg
unterbrochen, der ihn- wie auch schon der erste Weltkrieg- zum Waffendienst als
Flieger rief. Nachdem ihn sein Lebensweg aus der ameri-
kanischen Kriegsgefangenschaft nach Bremen geführt hatte, wurde Dr. Burkard im
Jahre 1948, als die russische Demontagekommission die Werft verlassen hatte, auf
Vorschlag des Finanzsenators zum Managing Custodian der Aktien- Gesellschaft
"Weser" bestellt.
Die Ereignisse des Krieges und ihre Nachwirkungen hatten bei der A.G.
"Weser" nicht nur für jedermann sichtbare Trümmerfelder
hinterlassen, sondern auch die innere Struktur des Unternehmens, zu dem unter
anderem auch die frühere "Weser" Flugzeugbau GmbH gehört, aus dem
Gleichgewicht gebracht. Eine den neuen Verhältnissen angepasste Ordnung
wiederherzustellen, war das erste Ziel, das sich Dr. Burkard als Treuhänder
setzte, eine Aufgabe, damals vielen schwierig und manchem unlösbar erschien.
Sein Wissen um wirtschaftliche Zusammenhänge, sein unermüdliches Ringen um
neue Erkenntnisse und der feste Wille, aus den gegebenen Tatsachen das beste
Ergebnis herauszuarbeiten, liessen ihn den Weg finden, den er dann mit
zuversichtlicher Ruhe einschlug und beharrlich verfolgte. Gestützt auf das
Vertrauen des Bremer Senats, der Dr. Burkards Gedanken und Anregungen mit
grossem Interesse folgte und seine auf nüchterne und klare Urteile gegründeten
Vorschläge in jeder Hinsicht tatkräftig unterstützte, gelang es dem
Treuhänder sehr bald, dem wirtschaft-
lichen Fundament der Aktien-Gesellschaft "Weser" die für die Zukunft
notwendige Festigkeit zu verschaffen.
Als Dr. Burkhard im Frühjahr 1949 zum Vorstand der Gesellschaft berufen wurde,
war sein erstes Ziel im wesentlichen erreicht, und er konnte nun die zweite
Aufgabe anpacken, den äusseren Wiederaufbau der grossen Bremer Werft
vorzubereiten und ihr zu der Leistungsfähigkeit zu verhelfen, die sie brauchte,
um wieder zahlreichen Menschen einen Arbeitsplatz bieten zu können. Schon im
Laufe des Jahres 1949 konnte die A.G. "Weser" nach Instandsetzung des
schwer beschädigten 16.000 t- Schwimmdocks die ersten grösseren
Schiffsreparaturen ausführen, während die Maschinenbau-
Abteilungen neben
anderen Arbeiten mit dem Bau von Abdampfturbinen und Vulcan-Getrieben zunehmend
beschäftigt werden konnten. Der schwere Rückschlag, den die Werft Ende 1949
durch das von den alliierten Kontrollbehörden verhängte Verbot der
Schiffsreparaturen erlitt, konnte Dr. Burkard nicht erschüttern. Gelassen
überprüfte er die neue Lage, in langen Beratungen sammelte er seine Argumente
und liess nicht locker, bis seine Apelle an die Vernunft dank der wirksamen
Hilfe des Senats und der Einsicht des damaligen Land Commissioners, Admiral
Jeffs, Anfang 1950 die Genehmigung der Ausführung von Schiffsreparaturen
erreichten. Wieder ein Schritt vorwärts, aber es galt noch vieler Schwierigkeiten Herr zu werden, ehe im Zug einer wohlwollenderen politischen Entwicklung
weitere sichtbare Fortschritte erzielt werden konnten. Langsam stieg die
Beschäftigtenzahl, als mehr und mehr Schiffe zur Werft kamen, und mit der
Inbetriebnahme des inzwischen erworbenen und wiederhergestellten
150t-Schwimmkrans konnten auch Reparatur- und Umbauobjekte grössten Ausmasses
bearbeitet werden. Inzwischen arbeitete Dr. Burkard konsequent weiter. Im April
1951 konnte er endlich aus der Hand des Herrn Senats-
präsidenten das Dokument entgegennehmen, das der A.G. "Weser"
die Genehmigung zum Bau neuer Schiffe gewährte. Dieses denkwürdige Ereignis
brachte den Augenblick, in dem er seinen Plänen Gestalt geben konnte, und als
dann im Herbst 1951 auch die Wiederaufbaugenehmigung für die Werft erteilt
wurde, erstanden sehr rasch neue Hellingkräne, weitere Werkstätten wurden
instandgesetzt, die Maschinenfabrik ausgebaut, dazu ein Prüffeld für
Dampfturbinen, und schliesslich eine moderne Schweisshalle in Verbindung mit der
Wiedergeburt der grossen "Helling V", auf der einst die
"Bremen" geschaffen wurde. Schon ein Jahr nach der Erteilung der
Schiffbau-
Genehmigung konnte der erste Neubau nach dem Kriege, das Motorschiff
"Werratal", vom Stapel laufen, und seitdem wurden von der Bremer Werft
der A.G. "Weser" zehn Frachtschiffe für deutsche Reeder und sieben
Tanker für ausländische Rechnung, davon vier von je 21.500 tons für den
bekannten griechischen Reeder A.S. Onassis, abgeliefert. Weitere 14 Schiffe
bilden den gegenwärtigen Auftragsbestand der Bremer Werft, darunter zwei 26.500
tons Tanker für die Waried Tankschiff Rhederei G.m.b.H. in Hamburg- von denen
der erste, "Esso Düsseldorf", kürzlich vom Stapel lief- und zwei der
fünf Passagierschiffe, welche die A.G. "Weser" von der Denizcilik
Bankasi, Instanbul, für ihre beiden Werften in Bremen und Bremerhaven (Seebeckwerft)
in Auftrag erhielt. Das Zustandekommen dieses türkischen Grossauftrages war im
wesentlichen ein Erfolg langjährigen persönlichen Bemühungen des Jubilars.
Dr. Burkhard, der dem Plenum der Handelskammer zu Bremen angehört und ausserdem
Mitglied des Aufsichtsrates der Norddeutschen Kreditbank A.G. ist, liebt es,
seiner Arbeit still und zurückgezogen nachzugehen und seinen Mitarbeitern mit
planvollen Methoden und einsichtigen Entschlüssen Vorbild zu sein und Ansporn
zu geben.