Franzosen bangen um letztes Rendezvous
Denkmalschützer aus Frankreich wollen altes Passagierschiff nicht der Verschrottung preisgeben

Überseehäfen. Die französischen Denkmalschützer  haben den Kampf um das ehemalige Passagierschiff "France"- die heutige "Norway"- noch nicht aufgegeben. Am Wochenende kommt eine Gruppe von Schiffsliebhabern nach Bremerhaven, um das legendäre Schiff an seinem Liegeplatz zu besichtigen.


Foto Peter Müller 26.03.2005

"Wir verfügen über Kontakte zu namhaften Investoren, die Interesse haben das Schiff zu kaufen", sagt Christophe Chauveau, Vorsitzender des Denkmalschutzvereins Heritage de France und Mitbegründer der Association Pour l´Ex-France in einem Gespräch mit der NORDSEE-ZEITUNG.
Vor zwei Wochen debattierte sogar die französische Nationalversammlung über das Schicksal des ehemaligen Transatlantikliners, der seit fast zwei Jahren in Bremerhaven aufliegt und jetzt verschrottet werden soll. Die französische Regierung sei bereit, die ehemalige "France" unter Denkmalschutz zu stellen, wenn ein französischer Investor das Schiff übernimmt, berichtete Chauveau.
Bis jetzt sind jedoch alle Pläne an den hohen Kosten gescheitert. Die Reederei NCL verlangt 20 Millionen Euro für die "Norway"; Sanierung und Umbau würden mit weiteren 200 Millionen zu  Buche schlagen, errechnete kürzlich der Feriendorfbetreiber Pierre et Vacance- und begrub seine Pläne.
Seitdem verdichten sich die Gerüchte, dass NCL das Schiff bis Ende des Monats an ein indisches Abwrackunternehmen verkaufen will. Beim Hafenkapitän liegen jedoch keine Anzeichen dafür vor, dass der Abtransport unmittelbar bevorsteht.
Heute kommen rund 20 französische Schiffsliebhaber nach Bremerhaven, um die Ex-"France" noch einmal zu sehen und zu fotografieren. "Gedacht war die Reise als letzte Hommage an das Schiff", erklärte Chauveau. "Aber mein Bauchgefühl sagt mir: Dies ist noch nicht die letzte Gelegenheit, das Schiff zu sehen."

Textquelle: Nordsee-Zeitung vom 26. März 2005
Fotos Peter Müller