Bremen muss entscheiden
Konzept für das Nordsee-Museum steht- Anträge auf dem Tisch

Bremerhaven. Trotz leerer Kassen im Land Bremen und Spardiskussion hat das Nordsee-Museum gute Chancen gebaut zu werden. Davon gehen sowohl das Kulturressort als auch der Förderverein aus. Die entscheidenden Anträge sind auf dem Weg zur Bremer Kulturdeputation und sollen dort in der Sitzung am 8. März auf dem Tisch liegen.

"Wir haben durch den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung einen klaren Auftrag. In einer Arbeitsgruppe haben wir die inhaltlichen und finanziellen Fragen abgearbeitet. Jetzt  muss auf Bremer Seite entschieden werden", sagt Kulturdezernent Professor Wolfgang Weiß. Vorab hatte Weiß bereits ein Gespräch mit dem zuständigen Senator Peter Gloystein geführt. "Es besteht ein ganz klares Einvernehmen, dass die Exponate des Nordsee-Museums Sammlung in Landesbesitz sind und dementsprechend auch das Land in der Pflicht ist", so Weiß.
Für den Aufbau der geplanten  Backstein-Halle mit Teilen aus der abgerissenen alten Rogge-Halle stehen nach seinen Angaben 3,7 Millionen Euro aus dem Anschluss-Investitons-Programm (AIP) zur Verfügung. Aus Landesmitteln müssten zusätzlich die Einrichtung der Halle sowie die pädagogischen Planung bezahlt werden. Um den laufenden Betrieb will sich- unterstützt von einem Zuschuss- der Förderverein Nordsee-Museum kümmern.
"Natürlich sind das derzeit finanziell keine glücklichen Umstände", sagt der Fördervereins-Vorsitzende,  Dr. Walter Schmel. "Durch das Ausbleiben des Kanzlerbriefes ist noch weniger Geld da als vorher. Aber wir stehen ganz fest zum Nordsee-Museum und der Wiedereröffnung. Nur wäre es derzeit wohl ein Fehler, nach vorne zu preschen. Sollte sich der Prozess etwas verzögern, dann wäre uns im Moment keine Entscheidung lieber als eine schlechte Entscheidung."
Insgesamt sei der Verein aber zuversichtlich, dass das die Exponate bald wieder der Öffentlichkeit präsentiert werden können. "Wir brauchen nur den entsprechenden langen  Atem", sagt Walter Schmel, der bereits seit 18 Jahren Vorsitzender des Fördervereins ist. "Für die Entscheidungen braucht es etwas Zeit, aber es wird sich was tun. Allein schon, weil es eine Landessammlung ist und äußerst wertvoll."
Dieser Meinung ist auch Kulturdezernent Wolfgang Weiß. "Dieses Museum ist sehr eng mit Bremerhaven  verknüpft und eine Stadt, die reich an Traditionen ist, sollte sich für ihre Identität einsetzen. Die Sammlung des Nordsee-Museums wird sich ganz exquisit in die neue Struktur am Alten und Neuen Hafen einfügen."
Nach Aussage von Walter Schmel hat der Förderverein bereits einige Architekten-Entwürfe für die Einrichtung des Museums in der Schublade. Mit den Feinplanungen könnte noch in diesem Jahr begonnen werden- vorausgesetzt, das Geld aus Bremen kommt.

Textquelle: Nordsee-Zeitung vom 27. Februar 2005