MWB: Mit Erfolgsstory vorbildlich


"Nach sechs Jahren Förderung können wir heute die Ernte einfahren." Mit diesen Worten präsentierte gestern der Konversionsbeauftragte des Wirtschaftsressorts, Wolfram Elsner, Erfolge von Wehrtechnik-Firmen im Lande Bremen, die einen Teil ihrer Fertigung auf zivile Produkte  umgestellt haben.
Mit rund 50 Millionen Mark- je zur Hälfte aus Mitteln des Landes und der Europäischen Union (EU)- sollen noch bis zum Jahr 2001 Rüstungsunternehmen gefördert werden, die Konversion betreiben. Das heißt, sie machen sich unabhängiger vom wehrtechnischen Geschäft, in dem sie mit anderen Produkten zivile Märkte erobern wollen. Elsner stellte Unternehmen vor, die mittlerweile damit "gutes Geld verdienen".
Eine "vorbildliche Erfolgsstory" können nach seinen Worten die Motorenwerke Bremerhaven (MWB), Motoren und Anlagen, ausweisen. In der Vergangenheit waren die Kenntnisse des Unternehmens überwiegend bei militärischen Auftrag-
gebern gefragt. Da die Umsätze in diesem Bereich jedoch zurückgingen, mußten neue, zivile Produkte gefunden werden. MWB setzte auf Motor-Blockheizkraft-
werke (BHKW). In einem vom Land Bremen und der EU zu 35 Prozent 
(430 000 Mark) geförderten Konversionsprojekt sind verschiedene Gasmotortypen dafür entwickelt worden. Auf dieser Basis, so Elsner, sei ein komplettes BHKW- Programm erstellt worden. Bezogen auf die Verkaufszahl von 40 Stück im vergangenen Jahr sei das Bremerhavener Unternehmen unter den 35 deutschen BHKW-Herstellern auf Platz fünf. Mit dem neuen Produkt erziele die Firma mittlerweile 20 Prozent ihres Umsatzes.
MWB entwickelt jetzt mit finanzieller Unterstützung aus dem  Konversions-
programm Gasmotoren für Schiffe.

Nordsee-Zeitung vom 21. Februar 1998