






"Noch viel zu tun"
Förderverein "Maritimer Denkmalschutz"
stellt Arbeit vor
Bremerhaven. Die Erhaltung des Eversand- Oberfeuers in der Weser und die
Sicherung des kaiserlichen Worts Langlütjen
II - diese beiden Projekte stehen zur Zeit im
Arbeitsprogramm des Fördervereins "Maritimer Denkmalschutz",
ganz weit vorne. Aber auch der Leuchtturm
Roter Sand, das Alte Kraftwerk und der Lotsenversetzer
MS "Seelotse" machen immer noch viel Arbeit.
"Wir sind selbst überrascht vom Erfolg unserer Arbeit, die inzwischen zu
europaweiten Kontakten geführt hat", sagt der Vereinsvorsitzende
Ulfert Kaltenstein. Und er fügt sofort hinzu: "Aber es bleibt noch so
unendlich viel zu tun." Zur Zeit sucht der Verein besonders dringend nach
weiteren ehrenamtlichen Helfern.
Zwar gehören dem Verein mehr als 230 Mitglieder an, aber insbesondere für die
handwerklichen Arbeiten an den verschiedenen Objekten werden noch weitere
engagierte Mitarbeiter gebraucht. Eine besondere Rolle spielt der vor gut einem
Jahr übernommene Lotsenversetzer MS
"Seelotse". Das Team unter Führung von Dieter Grüneberg verfügt
zwar über acht Nautiker, aber nur zwei Decksleute und zwei Maschinisten.
"Das ist eindeutig zu wenig für die vielen Aktivitäten", betont
Kaltenstein.
Schon die Instandsetzung des Traditionsschiffes konnte konnte der Verein laut
Kaltenstein "nur mit großer Mühe" zustandebringen. Gleichwohl habe
die "Seelotse" im vergangenen Jahr alle Bewährungsproben hervorragend
bewältigt. Insgesamt standen 14 Fahrten auf dem Programm, unter anderem nach
Helgoland, Wilhelmshaven und selbstverständlich zum Leuchtturm Roter Sand. In
diesem Jahr soll es in demselben Umfang weitergehen.
Hohe Kosten
Bekanntlich stand der Leuchtturm Roter Sand, der als weltweit allererstes
Bauwerk auf dem Meeresgrund gilt, am Beginn der Erfolgsgeschichte des maritimen
Denkmalsschutzes. Auch hier steht der Verein ständig vor der schwierigen
Aufgabe, genügend Geld für die Unterhaltung in die Kasse zu bekommen. Der für
dieses Jahr vorgesehene Außenanstrich wurde erst einmal verschoben, weil
die hohen Kosten von mindestens 150 000 Mark nicht aufgebracht werden konnten.
Geld fehlt ebenfalls für das Alte
Kraftwerk/Hydraulikgebäude neben der Kaiserschleuse,
das der Förderverein seit 1995 betreut. "Seit drei Jahren bemühen
wir uns um etwa 60.000 Mark, damit wir endlich eine Heizung einbauen
können", sagt Kaltenstein. Dies sei Vorraussetzung für eine bessere
Ausnutzung der interessanten Räumlichkeiten. Dann könnte auch in der oberen
Etage endlich die vorgesehene Fachbibliothek einschließlich eines
Arbeitsplatzes für die wissenschaftliche Arbeit eingerichtet werden.
Eine besonders einfallsreiche Möglichkeit zum Spenden bietet jetzt der Kauf
einer einmaligen Uhr. Ihr Ziffernblatt wird aus einer Original-Aluminiumplatte
vom Leuchtturm Roter Sand hergestellt. Möglich ist eine Gravur nach den
Wünschen des jeweiligen Käufers. Vom Kaufpreis gehen 40 Mark an den
Förderverein.
Frühschoppen
Wer Interesse hat, kann sie bereits heute in Augenschein nehmen. Um 11 Uhr
startet im Alten Kraftwerk an der Kaiserschleuse der erste maritime
Frühschoppen mit dem Damen-Shanty-Chor "Ebbe und Flut". Gleichzeitig
wird dort die Ausstellung über die Arbeit des Fördervereins
"Maritimer Denkmalschutz" eröffnet. Weitere Informationen gibt es im
Büro des Fördervereins unter der Telefonnummer 0471/4 90 76.
Sonntagsjournal vom 2.04.2000