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Lunewerft
Gustav Kuhr 1946- 1976
von Peter Müller
Gustav Kuhr wurde
1914 in Steinort Kurisches Haff/Ostpreussen geboren. Nach dem er sechs
Jahre lang auf einem Fischerboot im Kurischen Haff gearbeitet hatte,
absolvierte Kuhr eine Lehre als Bootsbauer in Labiau bei Firma
Gross (1934-1937). Es folgte die Meisterprüfung als Bootsbauer in
Königsberg, die Abendschule in Königsberg und das Studium in
Königsberg zum Schiffbauingenieur. 1939 heiratete er seine Frau
Frida Kuhr. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Roswitha (*1940) und
Sigrid (*1942), sie verhungerten auf der Flucht 1945 in Ernstwalde
(Insterburg). Die beiden Söhne Gert (*1946) und Manfred (*1949)
wurden in Bremerhaven geboren.
1939 arbeitete Gustav Kuhr als Ingenieur auf der Schichauwerft in
Elbing.
1943-1944 arbeitete Kuhr als Werftleiter der polnischen
"Weichsel-Werft" in Schröttersberg nach der Besetzung Polens durch
durch das NS-Regime.

Gustav Kuhr 1913-2000
1944-1945 Betriebsleiter bei Blohm & Voss in Hamburg
U-Bootfertigung und Inbetriebnahme
1945 Rückkehr von Hamburg nach Steinort mit einem Fahrrad um die
Familie zu holen. Die Familie hatte Steinort bereits auf dem Landweg
über Berlin verlassen Richtung Hamburg.
1945-1946 Gründung der Lunewerft Gustav Kuhr in
Bremerhaven-Lunesiel. Bootsbau, Schiffsreparaturen und Dockbetrieb mit
sechs Flüchtlingen aus Ostpreussen. Kuhr pachtete im November 1945
an der Lune zwischen der ehemaligen Badeanstalt und dem Lunesiel
mehrere Räume einer Baracke, um einen Bootsbaubetrieb zu
errichten. Daraus entwickelte sich die Lunewerft, auf der er mit einer
Slipanlage, einer Werkstatt und wenigen Mitarbeitern Fischkutter
reparierte und hölzerne Boote baute.


Wegen des beschränkten
Platzes siedelte Kuhr 1952 an die Westseite des Neuen Hafens über,
wo er am ehemaligen Lloyddock der Firma Gustav W. Rogge ein kleines
Schwimmdock mit einer Schlosserei betrieb.


1954 Erfindung und Entwicklung des ersten
geschlossenen Rettungsbootes
der Welt
aus
Stahl: Prototyp
Ausgangslage waren die vielen Schiffsuntergänge der deutschen
Hochseefischerei in den Jahren 1949 bis 1954 von vielen hundert
Seeleuten, die auf See mit offenen Rettungsbooten kenterten und
ertranken.

1957 Patenterteilung vom Bundespatentamt München.
1958 Weiterentwicklung des ersten
geschlossenen Rettungsbootes der Welt
aus Kunststoff, bestehend aus einem eigenen Durckkörper mit
Einstiegsluken und Ballasttanks, die nach dem Aufprall auf dem Wasser
automatisch geflutet wurden und das Boot aufrichteten; der Antrieb
erfolgte durch einen Dieselmotor. Prototyp für 50 Personen. Die
Konstruktionsidee hatte er aus seinen Erfahrungen im U-Bootbau
entwickelt.
1960 Erste Serienfertigung der KUHR-Rettungsboote für die
Staatsreederei Sudoimport Moskau für russische Fischfabriktrawler.
Die deutschen Behörden, inbesondere die Seeberufsgenossenschaft
(TÜV), die für die Sicherheit der Seeleute veranwortlich sind,
verweigern die Zulassung der geschlossenen Rettungsboote auf
deutschen Schiffen










