Abrissbagger steuern die Geestemole an
Neues Lotsenhaus soll 2006 fertig sein- Kajensanierung vorgeschaltet

Die Tage des Flusslotsenhauses auf der Geestemole sind endgültig gezählt: Im Sommer rücken die Abrissbagger an, um den Altbau abzuräumen. An gleicher Stelle soll bis zum Frühjahr 2006 ein neues Dienstgebäude für die See- und Flusslotsen entstehen.


Lotsenhaus an der Geeste, Foto: Peter Müller 19.02.2005

"Wir rechnen damit, dass die Abrissarbeiten im Juli oder August beginnen", sagt Detlef Sieker von der Behörde des Bausenators. Bei einer Bauzeit von 20 Monaten könnte das neue Lotsenhaus im März 2006 fertig sein.
Eigentlich sollten die beiden Lotsenbrüderschaften schon im vergangenen Jahr ihr neues Domizil beziehen. Doch die Pläne mussten mehrmals abgespeckt und überarbeitet werden. Errichtet werden soll nun ein 3,3 Millionen teurer Zweckbau, der Büros, Schlafräume und eine gemeinsame Einsatzzentrale enthält. Entworfen wurde das Gebäude von dem Bremer Architekten Professor Dr. Manfred Schomers. "Ich rechne damit, dass die endgültige Genehmigung durch die zuständigen Bundesministerien im April vorliegt", sagt Sieker.
Die Lotsen der Brüderschaft Weser II/Jade freuen sich, dass nach jahrelanger Planung endlich die Bagger anrücken. "Das Gebäude  ist in der jetzt geplanten Form sicherlich keine Zierde mehr, aber es erfüllt seine Funktion", sagt  Ältermann Stephan Blasshofer.

Übergangsquartier
Seine Kollegen von der Brüderschaft Weser I müssen während der Bauzeit auf einen Lotsendampfer als Übergangsquartier ausweichen. Die auf dem Elbrevier ausrangierte "Kapitän Hilgendorf" soll an die Geestemole gelegt werden und die Flusslotsen beherbergen, die auf die Rückreise auf einem stromaufwärts fahrenden Schiff warten.
Und noch ein Problem muss gelöst werden, bevor die schweren Baumaschinen anrücken: Zurzeit darf die marode Kaje nicht einmal mit dem PKW befahren werden- geschweige denn mit Bagger und Planierraupe. Also muss das auf Eichenpfählen ruhende Gemäuer aus dem Jahre 1912 durch eine moderne Stahlspundwand ersetzt werden. Zuständig ist die Hafengesellschaft Bremenports. "Wir wollen Anfang März mit der Sanierung beginnen", verspricht Abteilungsleiter Dr. Stefan Woltering. Geschätzte Kosten: 1,6 Millionen Euro. Bis Ende April soll die 120 Meter lange Kaje so stabil sein, dass auch ein Baukran sie nicht umwirft.

Quelle: Nordsee-Zeitung vom 26.01.2004