Pannkokenschip stellt Betrieb ein
Eigner: Kaufinteressent in Ostdeutschland

Fischereihafen. Mit dem maritimen Pfannkuchenschmaus ist vorerst Schluss. Die "Line Hinsch" ist außer Betrieb. Der Eigner versucht , das Pannkokenschip zu verkaufen. Seinen Angaben zufolge gibt es einen Interessenten in Ostdeutschland. Die Fischereihafen-Betriebsgesellschaft will das Schiff hingegen halten. Sie hat einen Betreiber an der Hand.

Hans-Werner Busch  schützt die Chancen auf 60 zu 40, dass der Handel mit dem Kaufinteressenten klappt. Der Geschäftsführer der Bremerhavener Beschäftigungsgesellschaft Unterweser (BBU), der das Schiff gehört, erwartet einen Kaufpreis, der zwischen 300 000 und 600 000 Euro liegt. "Auf jeden Fall mehr, als das Land hätte bezahlen müssen", sagt Busch.
Damit spielt er auf den im Februar gescheiterten Versuch des Wirtschaftsressorts an, die "Line Hinsch" von der BBU zu kaufen und an die Fischereihafen- Betriebsgesellschaft (FBG) zu übertragen, damit sie weiterhin als Restaurantschiff im Fischereihafen dienen kann.
Die Bürgerschaftsfraktionen von SPD und CDU lehnten das jedoch ab. Unter anderem, weil ein Betreiber fürs Restaurant fehlte. Die FBG wollte man in dieser Rolle nicht sehen. Nach diesem gescheiterten Versuch setzt Busch nicht mehr auf die Politik. Der Verkauf habe nun Vorrang. Selbst wenn die FBG jetzt jemanden präsentieren sollte, der das Schiff im Schaufenster Fischereihafen als Restaurantschiff betreiben will.
"Es gehört hier hin", sagt hingegen Sebastian Gregorius von der FBG. Und er habe mittlerweile auch einen Interessenten aus der Stadt gefunden. Nun will er sich erneut bei der Politik dafür einsetzen, Busch die "Line Hinsch" abzukaufen, bevor sie in den Osten abwandert. In der Politik ist das jedoch noch nicht angekommen, sagt Paul Bödeker (CDU).

Personalabbau
Ob FBG oder auswärtiger Käufer- die BBU will die "Line Hinsch" veräußern, um mit dem Kartoffelschiff "Hansa" ein neues Beschäftigungsprojekt starten zu können. Das wird am 1. Juli im Fischereihafen seinen Dienst aufnehmen. Dass die "Line Hinsch" nun außer Betrieb genommen wurde, hat nach Angaben von Busch nichts mit den Verkaufsabsichten zu tun. Die Sparquoten des Landes hätten zum Personalabbau bei allen Beschäftigungsgesellschaften geführt. 26 Stellen habe die BBU verloren. "Ich hätte gar nicht mehr das Personal für das Pannkokenschip", sagt Busch.
Die BBU nutzt gastronomische Projekte wie das Pannkokenschip dazu, Arbeitslose für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Beim Umbau der Schiffe wird ebenso ausgebildet wie bei der späteren Bewirtschaftung.

Quelle: Nordsee-Zeitung vom 10.06.2004