


Bundesweites Interesse für die Lale-Schau
Dokumentarfilm über Künstlerin geplant
Es gibt keinen Zweifel: Der Name Lale Andersen besitzt eine bundesweite
Anziehungskraft. Die Ausstellung "Lale- eine von uns" im Weser-Forum
im Columbus-Center zeigt bis zum 4. September den Nachlass von Bremerhavens
berühmtester Tochter. Darauf gibt es Reaktionen aus dem ganzen Bundesgebiet.
Besucher von außerhalb kommen ins Weser-Forum und schreiben ihre Eindrücke ins
Gästebuch. Kulturamtsleiterin Dr. Gisela Lehrke bekommt zudem fast täglich
Zuschriften oder Anrufe aus dem Saarland, Bayern oder Nordrhein-Westfalen:
"Die Menschen sind meistens auf der Suche nach Fotos, Postern oder alten
Zeitungsausschnitten." Ein Pensionär war brennend am Text des Liedes
"Ein Schiff wird kommen" aus dem Jahr 1959 interessiert.
Ein weiterer hat aus allen verfügbaren Nachschlagwerken die Informationen über
die am 23. März 1905 in Lehe geborene Liese-Lotte Helene Bertra Brunnenberg
zusammengetragen. "Das sind insbesondere acht oder neun
Schreibmaschinenseiten. Dabei sind ihm einige Unterschiede bei den
biographischen Angaben aufgefallen", berichtet die Kulturamtsleiterin. Dies
war jedoch schon deshalb kein Wunder, weil die Künstlerin aus ihrem Alter gerne
ein Geheimnis machte. Unbestritten ist die erotische Ausstrahlung Lales.
"Viele Männer erinnern sich an ihr Bild im Rollkragenpullover", sagt
Gisela Lehrke.
Kontakt besteht zwischen ihr und dem Sammler Rüdiger K. Weng aus Viersen, der
alle 13 Tagebücher Lale Andersens bei einer Auktion in Berlin ersteigert hat.
Große Aufmerksamkeit erregt
Lale Andersen bei den Medien. Eine Dokumentarfilmerin aus Köln
dreht einen 90-Minuten-Film. Die Redakteurin war bereits für einen Tag in der
Stadt, ließ sich von der Kulturamtsleiterin die Ausstellung zeigen und blickte
mit ihr über den von Lale Andersen geliebten Weserdeich.
Neues über Norbert Schultze
Die Journalistin Dr. Bettina Hindemith arbeitet an einer Dokumentation
über "Unterhaltung im Nationalsozialismus". Von ihr erfuhr Gisela
Lehke, dass Norbert Schultze, der 1938 "Lilli Marleen" vertonte,
heute auf Mallorca lebt. Nach Hindemiths Recherchen war Schultze in der NS-Zeit
an der Entstehung von Propagandaliedern wie "Bomben auf Engeland"
beteiligt.
Für die Lale-Ausstellung ist eine weitere Verwendung geplant. Auf Vermittlung
der Bürgerschaftsabgeordneten Gerlinde Berk (SPD) ist eine Präsentation in
der Bremischen Landesvertretung in Berlin geplant. Ein Termin steht noch
nicht fest. Langfristig steht noch Langfristig erhofft sich Gisela Lehrke eine
Dauerausstellung in der Stadt.
Nordsee-Zeitung vom 29.07.2000