Lale Andersen im Weltempfänger

Carmen-Litta Magnus eröffnet Ausstellung mit dem Nachlass ihrer Mutter

Schlichte blaue Stoffbahnen, unterbrochen von Fotocollagen, verhüllen die Fenster im Weser-Forum. Gegenüber ein stilisierter Weltempfänger, hinter dessen Vorderfront sich Lale Andersen auf einem Plattenteller dreht. "Radio Belgrad" soll damit symbolisiert werden. Der Sender, der einst zuerst "Lilli Marleen" spielte.

"Ich habe nichts erwartet, und jetzt bin ich ganz begeistert" sagte Carmen-Litta Magnus. Aus Kanada war die Tochter von Lale Andersen zu dem dreitägigen Festival nach Bremerhaven gekommen, zusammen mit ihrer Tochter Jackie Mileham.
Gestern eröffnete sie mit Kulturdezernent Prof. Dr. Wolfgang Weiß und der Kulturamtsleiterin Dr. Gisela Lehrke die Ausstellung mit Nachlass von Lale Andersen, den sie der Stadt im vergangenen Sommer geschenkt hatte.
Magnus freut sich über die Präsentation, auch wenn sie die meisten Gegenstände ihrer Mutter nur unter Glas bewundern konnte.  Zu Hause bewahre sie lediglich einen Rock, eine Perücke und natürlich alte Platten von Lale Andersen auf. "Die meisten Erinnerungen sind in meinem Kopf."
            Die Ausstellung präsentiert neben einem audiovisuellen Teil mit historischen Tonaufnahmen und Fernsehaufzeichnungen ausdrucksstarke Fotografien, Plakate, Kritiken und einen Pressespiegel über das Schaffen der Künstlerin vom ersten Auftritt 1931 bis zu ihrem Tod 1972.
            Unter den Exponaten sind auch Fotos, die Lale Andersen auf Hochzeitsreise mit ihrem ersten Mann, dem Worpsweder Kunstmaler Paul Ernst Wilke, zeigen.
Carmen-Litta Magnus kannte die Erinnerungsstücke- darunter ein Kleid aus Lales "Hollywoodzeit", Perlenschmuck, Tagebücher, ein Notizkalender, Briefe und handsignierte Schallplatten- bislang nur aus Kisten, die lange Zeit im Potsdamer Filmarchiv lagerten. Ihr gefiel der sachliche, nicht überladene Rahmen, der den Gegenständen zu neuem Glanz verhilft. Gestaltet worden ist die  Ausstellung im Weser-Forum von Gisela Lehrke und der Hamburger Künstlerin Heidemarie Hagen.
Bis zum 4. September ist die Ausstellung täglich von 11 bis 18 Uhr im Weser-Forum im Columbus Center geöffnet. Anschließend sollten die Stücke im Morgenstern-Museum ausgestellt werden. Lehrke träumt davon, bis zum Jahre 2005, dem 100. Geburtstag von Lale Andersen, eine Dauerausstellung in der Bremerhavener Innenstadt etablieren zu können. "Dafür werde ich werben und nach Unterstützern suchen."
Auf einen Blick

Da capo forderten die Zuschauer im März nach der Geburtstagsgala zu Ehren von Lale Andersen. Heute Abend ist es soweit: Ab 20 Uhr soll der Publikumsverfolg unter dem Titel "Lieselott aus Bremerhaven" wiederholt werden. Auch diesmal werden Bremerhavener Kulturschaffende zu Ehren von Lale Andersen singen und rezitieren. Die Veranstaltung absagen musste Sozialsenatorin Hilde Adolf.

Am morgigen Sonntag geht das dreitägige Lale-Andersen-Festival mit einer Matinee zu Ende. Um 11 Uhr treffen sich Familienangehörige, Freunde und Wegbegleiter im "Upstairs" der Takelage. Sie erzählen aus dem Leben der Künstlerin.

Quelle: Nordsee-Zeitung vom 03. Juni 2000
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"Bundesweites Interesse für die Lale-Schau"