![]()
![]()
![]()
Letzter Stationstörn für "Hilgendorf"
Bei Schichau
gebautes Lotsenschiff ausgemustert
Foto Peter Müller, 2/02
Cuxhaven. Der Wandel im Versetzdienst der deutschen Seelotsen an der
Nordseeküste schreitet voran. Nach der "Kommodore Rolin" im August
vergangenen Jahres hat jetzt das Schwesterschiff "Kapitän Hilgendorf"
den letzten Stationstörn in der Elbmündung absolviert.
Mit der Einführung des neuen Systems mit den neuartigen Swath-Doppelrumpf-
fahrzeugen in der Außenelbe werden nach und nach die Stationsschiffe des
herkömmlichen Typs ausgemustert.
Vergangene Woche hat die "Kapitän Hilgendorf" die Überführung vom
Heimathafen Cuxhaven nach Rendsburg angetreten, wo sie aufgelegt wird. Das über
40 Jahre alte Schiff wird dann den Weg allen ausgedienten Staatsmaterials gehen:
Über eine Ausschreibung durch die Verwertungsgesellschaft für Bundeseigentum
wird es gegen Höchstgebot verkauft.
Das erste außer Dienst gestellte Lotsenschiff, die "Kommodore Rolin",
hatte das Unternehmen Van Laaten (Osterholz-Scharmbeck) gekauft. Unter dem Namen
"Kommodore" liegt dieses Schiff zurzeit bei der Reparaturwerft
Heise in Bremerhaven auf.
"Kapitän Hilgendorf" wurde 1961 auf der Schichau-Werft
in Bremerhaven in Bremerhaven als drittes von insgesamt sechs typgleichen
Lotsenschiffen mit Dieselelektroantrieb für die deutsche Nordseeküste gebaut.
Das Schiff ist 55,10m lang, 9,50 m breit und geht 4,15 m tief. Die
dieselelektrische Fahranlage besteht aus drei Maybach-Dieselmotoren mit zusammen
1180 kW und zwei elektrischen Fahrmotoren mit zusammen 913 kW für jeweils einen
Propeller. Damit kann eine Geschwindigkeit von 13 kn erreicht werden. An Bord
sind Unterbringungsmöglichkeiten für 44 Lotsen vorhanden.
"Ruser"
Die "Kapitän Hilgendorf" ist das einzige dieser sechs Schiffe,
das auf der Schichau-Werft in Bremerhaven gebaut wurde, die übrigen fünf
lieferte die Meyer-Werft in Papenburg. Von den sechs Lotsenschiffen waren drei
für den Elbmündungsbereich, zwei für Weser/Jade und einer für die Ems
bestimmt. Im Elbmündungsbereich ist jetzt noch das Lotsenschiff "Kommodore
Ruser" tätig, das als Reserve- und Ablöseschiff zunächst erhalten
bleibt.
Nordsee-Zeitung vom 11. August 2001
"Kapitän Hilgendorf" im Neuen Hafen