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Zweifler fanden Projekt zu kostspielig
Kaiserhafen wurde vor 125 Jahren eröffnet-
1881 bereits vergrößert
Mitte. "Der elende Kleinmut der Zweifler hat
Bremerhaven schon zweimal zu schaffen gemacht: Beim Bau des Neuen Hafens 1847,
besonders aber bei der Gründung 1827." Wortgewaltig plädierte H. H.
Meier, Gründer des Norddeutschen Lloyds, vor der Bürgerschaft für den Bau des
Kaiserhafens, der heute vor 125 eröffnet wurde.
Bremerhaven und Geestemünde waren vor 125 Jahren, die einzigen Häfen an der
Weser, die von großen Seeschiffen erreicht werden konnten. Gut 90 Prozent des
gesamten Schiffsverkehrs auf der Weser führte in diese Häfen, die immer mehr
und immer größere Schiffe aufnehmen mussten. Zwischen 1847 und 1872 schnellte
allein die Zahl der in Bremerhaven ankommenden Schiffe auf jährlich über 1200
empor.
Zugleich verdreifachte sich in diesem Vierteljahrhundert die Register-
Tonnenzahl der einlaufenden Schiffe. Die Folge: Immer öfter waren der Alte und
der Neue, obendrei auch der Geestemünder Hafen, überfüllt.
Es galt zu handeln, doch über das Wie gab es zunächst Streit der
Bürgerschaft. Ein dritter Hafen in Bremerhaven sei zu teuer, argumentierten die
Kritiker, die davor warnten, "sich von dem allgemeinen Gründungsfieber
anstecken zu lassen". Besser, weil billiger sei eine Vertiefung des
Alten Hafens- ein Lösungsvorschlag, den Techniker bedenklich fanden, weil die
Ufermauern für die Vertiefung nicht stabil genug waren. Alternativ erwogen
wurde auch, die Schiffe, um Platz zu sparen, mit dem Bug an der Kaje anlegen zu
lassen. Doch dazu reichte wiederum die Hafenbreite aus.
Für die kostspieligste Lösung- den Bau eines dritten Bremerhavener Hafens-
setzte sich H. H. Meier ebenso engagiert wie temperamentvoll ein. Mit Erfolg:
Nach dreistündiger Beratung bewilligte die Bürgerschaft am 20. März 1872 die
stolze Summe von 2 281 715 Talern- fast sieben Millionen Mark- für den
Bau eines dritten Bassins, den späteren Kaiserhafen.

Baurat Carl Hanckes
Noch im selben Jahr begannen die Arbeiten für den von Baurat Carl Hanckes
entworfenen Hafen. Unter sachkundiger Aufsicht Hanckes`, der zuvor bereits 15
Jahre für van Ronzelen gearbeitet hatte, gingen die Arbeiten trotz ungünstigen
Baugrundes ohne größere Zwischenfälle flott voran. So wurden schon 1875 das
Hafenbassin und die Verbindungsschleuse zum Neuen Hafen fertiggestellt. Am 12.
Mai 1875- vor exakt 125 Jahren- legte, durch den Verbindungskanal vom Neuen
Hafen her kommend, das erste Schiff im gerade fertiggestellten
"Kaiserhafen" an, wie er als Huldigung an das neue deutsche Reich von
nun an genannt wurde.
600 Meter Länge
Mit 600 Metern Länge und 115 Metern Breite war der Kaiserhafen zwar etwas
kleiner als der Alte und Neue Hafen, dafür aber tiefer. Schon im Frühjahr 1875
liefen mehr als hundert Dampfer und Segler ein, bevor ein Jahr später die
"kleine Kaiserschleuse" fertig war, die am 18. Dezember 1876 mit der
Bremer Bark "H. D. Wätjen" erstmals von einem Schiff passiert
wurde. Die 1937 zugeschüttet, "kleine Kaiserschleuse" war mit
einer Einfahrtsbreite von nur 17 Metern fünf Meter schmaler als die des Neuen
Hafens, weil die durch seitliche Radkästen besonders breiten Raddampfer immer
seltener wurden.
So zukunftsweisend sich der Kaiserhafen bei der Eröffnung vor 125 Jahren
präsentierte: Mit dem Bau immer größerer Schiffe wurden seine Grenzen schon
bald sichtbar: Selbst eine 1881 vorgenommene Vergrößerung des Hafenbeckens
konnte den ständig wachsenden Schiffsgrößen nur für kurze Zeit trotzen. So
entstanden 1906 bis 1908 der Kaiserhafen II und 1907 bis 1909 schließlich der
Kaiserhafen III.
Literaturangaben: Nordsee-Zeitung vom 12. Mai 2000