100 Jahre Kaiserdock I


Kaiserdock I von der Sohle aus fotografiert, 6/1996 von P. Müller

1899 wurde das Kaiserdock an den Norddeutschen Lloyd übergeben, der es langfristig vom bremischen Staat gepachtet hatte. Das Kaiserdock mit dem kombinierten Maschinen- und Pumpenhaus bildete den Abschluss der Erweiterungsarbeiten am Kaiserhafen. Die Bauarbeiten wurden unter der Bauaufsicht von Ludwig Franzius durchgeführt, dauerten von 1895 bis 1899 und kosteten insgesamt 6 Millionen Reichsmark.


Kaiserdock I Westseite, Foto: P. Müller 6/1996

Das Trockendock hatte eine Länge von 222 m, 25 m Breite und 10 m Tiefgang. Während der Planung musste es mehrfach erweitert werden, um auch die größten Schnelldampfer des Lloyd aufnehmen zu können.
Anläßlich der offiziellen Übergabe am 21.September 1899 erfolgte die erste Dockung des damals größten Vierschornstein-Schnelldampfers des NDL, Kaiser Wilhelm der Grosse.


Kaiserdock I Ostseite, Foto: P. Müller 6/96

Das Kaiserdock I liegt in nordsüdlicher Richtung. Das Trockendock wurde in massiver Betonbauweise mit Ziegel- und Granitverkleidung hergestellt. Die Sohle besteht aus unter Wasser gegossenem Beton, der eine Stärke bis zu 7 m aufweist. Der Dockverschluß besteht aus einem eisernen Hebeponton, einem schwimmenden Hohlkörper.
An der südlichen Westseite der Dockkammer befinden sich das kombinierte Maschinen- und Pumpenhaus sowie das Kesselhaus. Im Rahmen einer werfteigenen Modernisierung und Umstellung auf elektrische Energie wurden die Dampfmaschinen mit den Pumpen von 1899 leider entfernt und durch eine kostengünstigere und ökologisch sinnvollere Variante ersetzt.
An Hand der erhalten gebliebenen Maschinentagebücher wurde festgestellt, daß innerhalb von 100 Jahren im Kaiserdock I   4861 Dockungen durchgeführt wurden.

Quelle: 1) Dirk J. Peters, Kaiserdock I mit Maschinenhaus- 100 Jahre im Betrieb, in: Kaiserdock 1899- 100 Jahre Kaiserdock I Lloydwerft, Nordwestdeutsche Verlagsgesellschaft mbH, Bremerhaven 2000
2) Sonntagsjournal vom 12. September 1999