Im November kommt die Thora



Mit Riesenschritten geht es bei der Jüdischen Gemeinschaft Bremerhaven e.V. voran: Die Vorbereitungen auf die offizielle Eröffnung der Synagoge am 27. November laufen auf Hochtouren, zumal dieser Termin für die Gemeinschaft mehr bedeutet. An diesem Tag bekommen die Bremerhavener  Juden ihre eigene Thora: Gottes Wort in prachtvoller Papier-
form, geschrieben von Fachleuten in Handarbeit. Mit der Übergabe der Thora wird Bremerhaven auch von der Jüdischen Gemeinschaft zur Jüdischen Gemeinde- ein ganz besonderer Anlaß für die Stadt Bremerhaven. Seit 62 Jahren hatte die Seestadt keine "richtige" jüdische Gemeinde mehr. Mit dem Pogrom der Nazis wurde auch das jüdische Leben in Bremerhaven zum Stillstand gebracht. An den Standort der damaligen Synagoge an der Schulstraße erinnert heute ein Gedenkstein.
Unterdessen hat die Städtische Sparkasse der Jüdischen Gemeinschaft Bremerhaven 5.000 Mark gespendet. Es soll in die Renovierung der Kirche am Kleinen Blink gesteckt werden, die die Jüdische Gemeinschaft nutzt. Insgesamt 33 jüdische Gläubige sind in der Gemeinschaft nach Auskunft eines Sprechers aktiv. Mit der Ernennung zur offiziellen Jüdischen Gemeinde würden die Gemeinden in Bremen und Bremerhaven einen eigenen Landes-
verband bilden, sagte der Sprecher weiter.

Elbe-Weser-Aktuell vom 21. Oktober 2000