


350 Tonnen Fisch am Tag
"Jan Maria" für 20 Millionen
Mark zu Deutschlands größtem und modernstem Fangschiff umgebaut
Wenn die "Jan Maria" künftig nach vier Wochen auf See ihren Fang
löscht, soll der Fisch noch so frisch sein, als wäre er erst vor ein paar
Stunden gefangen worden. 20 Millionen Mark hat der Reeder Nico Parlevliet in die
Verlängerung seines Schiffes und den Einbau einer modernen Kühlfabrik
investiert. Nächste Woche läuft die "Jan Maria" aus.
Die erste Reise mit 40 Mann Besatzung geht zum Heringsfang ins Nordmeer. Der
Einbau einer fast 26 Meter langen Sektion mittschiffs macht es der Reederei Doggerbank
Seefischerei möglich, 5500 Tonnen Fisch pro Reise zu fangen, 350 Tonnen
können künftig pro Tag an Bord verarbeitet werden.
Das Nordmeer sei "satt voll" von Heringen, sagt Parlevliet, deshalb
sei seinen vier Schiffen in diesem Jahr eine Quote von 50 000 Tonnen zugeteilt
worden.
Seit die "Jan Maria" vor zwölf Jahren auf der Seebeckwerft
gebaut worden sei, hätten sich die Anforderungen an Hygiene auf See und die
Qualität des Fangs so erhöht, dass Parlevliet seine komplette Flotte umbauen
läßt. Weltweit sollen erst auf zwei Fabrikschiffen Klimaanlagen eingebaut
worden sein, die die Temperatur unter Deck schon während der Verarbeitung so
niedrig hält, dass die Qualität der Ware nicht leidet.
Beide Schiffe gehören dem Niederländer, dessen deutsche Firmenzentrale in der
Grönlandstraße im Fischereihafen liegt.
Vier Monate im Hafen
Mehr als vier Monate lang lag die "Jan Maria" in ihrem
Heimathafen. Von seinem Bürofenster aus konnte Parlevliet im Mai beobachten,
wie das Schiff gegenüber im Dock der Bredo
auseinandergeschnitten und verlängert wurde, und vor der Haustür packte
Parlevliet auch bei der Modernisierung des Schiffes und beim und beim Einbau
eines zusätzlichen Dieselmotors und neuer Tiefkühlanlagen mit an.
"Gewaltig", sagt er selbst über den Umbau, wenn er sich die 125,6
Meter lange "Jan Maria" ansieht. Entstanden ist Deutschlands größtes
und modernstes Fangschiff, das Geschäftspartnern, den am Umbau beteiligten
Unternehmen und der Besatzung gestern Abend bei einem Empfang vorstellt wurde.
Wenn das Schiff Ende September zur zweiten Reise ausläuft, sollen an Deck auch
noch zwei große Kräne montiert sein. Sie sollen vor Westafrika zum Einsatz
kommen, wo Parlevliet künftig von April bis Juni eine Heringsart fischen und
den Fang noch auf See umladen will. die Sardinellen sollen in Benin, Ghana und
Nigeria gelöscht werden.
Nordsee-Zeitung vom 10. August 2000