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"Jan Maria" in Rekordzeit getrennt
Fabrikschiff wird um 25,60 Meter verlängert
Bei Sonnenuntergang wurde der letzte Schnitt gemacht, am nächsten Morgen
klaffte eine 26 Meter breite Lücke zwischen den Hälften der "Jan
Maria". Seit gestern wird der Heringsfänger im Dock der Bredo-Werft
verlängert. Die Reederei Doggerbank Seefischerei investiert in den Umbau des
Schiffes 20 Millionen Mark.
Eigentlich hatte der niederländische Reeder Nico Parlevliet die "Jan
Maria" schon vor längerer Zeit um eine Mittelsektion strecken lassen
wollen. Wegen der Fangquoten in der Schwarmfischerei wollte die Europäische
Union den kapazitätsvergrößernden Umbau aber erst genehmigen, als ein Feuer
das zweite Schiff der Reederei, die "Gerda Maria" im vergangenen Jahr
zum Totalschaden werden ließ.
5500 Tonnen Fisch kann die "Jan Maria" nach der Verlängerung und dem
Einbau einer modernen Kühlfabrik an Bord nehmen- die Lagerkapazität wächst um
90 Prozent. "Es geht uns vor allem darum, die Qualität und die Hygiene zu
verbessern", sagt Eckart Riediger, Geschäftsführer Doggerbank
Seefischerei. Innerhalb einer Stunde nach dem Fang kann der Fisch künftig von
seiner Körpertemperatur von 15 Grad auf ein Grad heruntergekühlt werden.
Wenn die Heringssaison Mitte Juli beginnt, soll die "Jan Maria" den
Fischereihafen wieder verlassen. Im Dock der Bredo soll das Schiff aber schon
"spätestens in zwei Wochen", wie Werft-Geschäftsführer Norbert
Jurczyk gestern meinte, wieder aufschwimmen und auf die andere Seite des
Hafenbeckens verholen. Vor der Haustür der Reederei an der Grönlandstraße war
das Schiff in der vergangenen Woche ausgeräumt worden, an der Kaje werden auch
die neuen Aggregate eingebaut, bevor das Schiff noch einmal kurz für
Farbarbeiten ins Dock geht.
Seit die "Jan Maria" am Dienstag früh trockengestellt wurde, haben
die Arbeiter der Bredo so schnell gearbeitet, dass das Schiff schon gestern um 1
Uhr nachts auseinander gezogen werden konnte.
Vier Stunden dauerte die 26 Meter lange "Reise" durch das Dock. Das
erste der drei Bauteile für die Verlängerung schwebte am Haken eines
Schwimmkranes um 8 Uhr zwischen die Schiffshälften in das Dock. Gestern Abend
standen bereits alle drei Sektionen aufeinander. Weil die "Jan Maria"
als einziges Fabrikschiff ihren Fang auf Paletten an der Kaje löscht, sind die
Maße des Schiffes genau auf die Größe der Paletten abgestimmt. "Das muss
alles zentimetergenau passen", sagt Jurczyk.
Als Parlevliet die "Jan Maria" 1988 bei der Schichau Seebeckwerft
bauen ließ, habe er die Länge des Schiffes von 99 Metern auf die Größe der
Fischereihafenschleuse abgestimmt, sagte er gestern und scherzte: "Nun ist
die Schleuse größer, da passt auch die Verlängerung."
Quelle: Nordsee-Zeitung vom 26. Mai 2000