Kurz vor der Fertigstellung gesunken

Detektivischen Spürsinn legten die Wissenschaftler an den Tag, um das Baujahr der Kogge zu ermitteln. Dabei halfen die Jahresringe des Holzes. Sie sind- je nach Witterung in dem jeweiligen Jahr- unterschiedlich stark ausgeprägt und ergeben so ein typisches Muster. Durch einen Vergleich mit älteren Hölzern, deren Alter bekannt ist (zum Beispiel aus Kirchen, Fachwerkhäusern oder Bilderrahmen) ermittelten zwei Hamburger Biologen das Jahr 1378 als dasjenige, in dem das Holz geschlagen wurde. Gebaut wurde die Kogge also um das Jahr 1380. Gefahren ist sie im übrigen nie. Die Wissenschaftler fanden an Bord Schiffbauerwerkzeug und ein Teerfass. Der Teeranstrich selbst und einzelne Bauteile fehlten. Schlussfolgerung: Die Kogge wurde bei einer Sturmflut vom Bauplatz fortgerissen und sank.

Quelle: Nordsee-Zeitung vom 17.05.2000