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Erster Auftritt der alten Hansekogge
Landeschef enthüllt restauriertes Schiffswrack
Sie gilt als bedeutendster Schiffsfund aus dem Mittelalter. Sie trägt zwei
Sterne im Baedeker. Uns sie steht in Bremerhaven. Heute ist ihr großer Tag:
Nach 38 Jahren Arbeit- Bergung, Wiederaufbau, Konservierung- wird die Hansekogge
feierlich der Öffentlichkeit übergeben.

Steuerbordseite der Hansekogge- von vorne gesehen
Im Rahmen eines zweistündigen Festaktes enthüllt Regierungschef Henning Scherf
das zentrale Ausstellungsstück des Deutschen Schiffahrtsmuseum (DSM).
Anschließend beginnt ein zweitägiges internationales Expertenseminar zum Thema
Konservierung alter Schiffe.
Es war eine wissenschaftliche Sensation, als die Kogge im Jahr 1962 bei
Baggerarbeiten in der Weser auftauchte. Von Mitte des 12. Jahrhunderts bis um
das Jahr 1400 herum stellte dieser Schiffstyp das Rückgrat des seewärtigen
Handels der Hanse dar. Keines der Schiffe ist erhalten geblieben- dachten die
Wissenschaftler zumindest, bis das merkwürdige Wrack aus der Weser auftauchte.

Steuerbordseite der Hansekogge- von hinten gesehen
Die genaue Untersuchung und Rekonstruktion des Fundes brachte den
Fachhistorikern eine Vielzahl neuer Erkenntnisse über den mittelalterlichen
Schiffbau. Plötzlich konnten auch drei ältere Schiffsfunde aus Skandinavien
und Holland als Koggen identifiziert werden. Nach den Plänen der
DSM-Wissenschaftler entstanden in Bremerhaven, Kiel und jetzt in Bremen drei
mehr oder weniger originalgetreue Nachbauten dieses Schiffstyps.
Das DSM verdankt der Kogge seine Existenz. Ursprünglich sollte das Schiff an
seinem Fundort in Bremen-Rablinghausen aufgestellt werden. Doch dann wurde es
zum Kern des geplanten Nationalmuseums, das der Architekt Hans Scharoun um
dessen wichtigstes Ausstellungsstück herumbauten.
Quelle: Nordsee-Zeitung vom 17. Mai 2000
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