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Zufallsfund beim Baggern
Wissenschaftler identifizierte Hansekogge- Drei
Bergungskampagnen
Manchmal finden Bagger Bomben. Seltener schon Reste römischer Tempel. Aber was
Schwimmbagger "Arlesienne" am 8. Oktober 1962 am Weserufer in der
Stadt Bremen freilegte, hatte die Welt seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen.
Aus dem Wasser ragte der Rumpf einer mittelalter-
lichen Hansekogge.

Der Bagger sollte die Weser gegenüber der Einfahrt zum Europahafen verbreitern.
Als dabei die Böschung an einer Stelle wegrutschte, lag das merkwürdige
Holzschiff plötzlich frei. Keiner wusste so recht, was genau man da gefunden
hatte. Aber es sah irgendwie bedeutsam aus.
Am nächsten Tag besichtigte der Leiter der Abteilungen Mittelalter und
Schifffahrt des Focke-Museums, Dr. Siegfried Fliedner, die Fundstelle. Koggen
kannte er- wie alle seine Wissenschaftskollegen- nur von Siegelbildern aus dem
Mittelalter.

Doch schon beim ersten Augenschein wagte er die These: Was da aus
der Uferböschung ragte, ist eine Kogge.
Eile war geboten. Die abgesackten Sandmassen, der Gezeitenstrom und der nahende
Winter drohten das Wrack vollends zu zerstören. Wenige Tage nach Fund begannen
die Bergungsarbeiten. Stück für Stück holte ein Taucher die historischen
Hölzer aus dem Wasser. Als im Dezember der Eisgang auf der Weser einsetzte, war
der Schatz in Sicherheit.
Eine zweite Kampagne im Sommer 1963 förderte weitere Fundstücke zu Tage. Doch
noch immer fehlten wichtige Teile des Wracks. Die Wissenschaftler entschieden
sich, das Flussbett um den Fundort herum systematisch abzusuchen. Im Juni 1965
kreuzte das Taucherglockenschiff "Carl Straat" auf der Weser vor
Bremen auf. Vier Wochen lang senkte es seine unter Druck stehende
"Käseglocke" immer wieder auf den Grund der Weser, so dass die
Wissenschaftler halbwegs trockenen Fußes den Schlick durchwühlen
konnten- Meter für Meter.
Am 25. Juli 1965 war die Kampagne zur Bergung der Hansekogge beendet. Rund 2000
Holzstücke lagerten in großen Bottichen und warteten darauf, zusammengesetzt
zu werden. Das "Abenteuer Kogge hatte gerade erst begonnen.
Literaturquelle: Nordsee-Zeitung vom 17. Mai 2000
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