"Grossherzog Friedrich August"


Art: 3-Mast-Bark (Stahl)
Nation: Norwegen
Eigner: "Segelschiff Statsraad Lehmkuhl"
Heimathafen: Bergen
Baujahr: 1914 bei J. Tecklenborg in Bremerhaven
Länge der Wasserlinie: 73,0 m
Lange über alles: 98 m
Breite: 12,60 m
Höhe des Großmastes von der Wasserlinie: 48,0 m
Tiefgang: 5,10 m
Segelfläche: 2000 qm
Antrieb: 1125 PS-Diesel
Besatzung: 24 Mann Stammbesatzung, ca. 180 Jungen
Kapitän: Markus Seidel
BRT: 1701
Zahl der Segel: 22



Zur Geschichte der "Statsraad Lehmkuhl"
Die "Statsraad Lehmkuhl" ist eine stählerne Dreimastbark. Sie wurde im Jahr 1914 von der Johann C. Tecklenborgwerft in Geestemünde als Schulschiff für die deutsche Handelsmarine gebaut und auf den Namen "Großherzog Friedrich August" getauft.
Während des 1. Weltkrieges war der Windjammer ein stationäres Schulschiff in Deutschland. Nach dem Kriege ging das Schiff als Teil der Reparationszahlungen an England.

Auf Initiative des damaligen Direktors der Bergenser Dampfschiffahrtsgesellschaft, dem ehemaligen Minister Kristofer Lehmkuhl, kaufte die Norwegische Reedervereinigung das Schiff 1923 für 425.000 Norwegische Kronen. Aus Dankbarkeit für Kristofer Lehmkuhls Engagement und als Anerkennung seiner Arbeit in der norwegischen Regierung des Jahres 1905 wurde das  Schiff "Statsraad Lehmkuhl" getauft.

Bergens Reederverein rüstete noch in selben Jahr das Schiff mit Material für einen fünfmonatigen Probetörn mit 200 Kadetten aus und übergab das Schiff an die Bergener Schulschiffstiftung. Mit Ausnahme der Jahre 1940-1945, in denen Nazi-Deutschland das Segelschiff beschlagnahmte und auf den Namen "Westwärts" taufte, betrieb von da an bis zum Jahre 1966 die Bergener Schulschiffstiftung die "Statsraad Lehmkuhl" als Schulschiff.

Trotz großer finanzieller Unterstützung durch den Staat konnte das Schiff nach 1966 nicht weiter betrieben werden. Sinkende Kadettenzahlen bei gleichzeitig steigenden Betriebskosten führten zu ernsthaften Überlegungen, das Schiff ins Ausland zu verkaufen.

Der Reeder Hilmar Reksten kaufte das Segelschiff aber 1967, um es in Norwegen zu halten und sicherzustellen, das es weíterhin als Schulschiff genutzt werden konnte. In den Jahren 1968-1972 betrieb Hilmar Reksten die "Statsraad Lehmkuhl" auf eigene Kosten. Als jedoch die finanzielle Unterstützung des Staates gekürzt wurde, mußte die "Statsraad Lehmkuhl" im Hafen von Bergen stillgelegt werden. 1978 übergab Hilmar Reksten das Schiff an die "Stiftung Segelschiff Statsraad Lehmkuhl", die auch der derzeitige Eigner und Betreiber ist. Seitdem hat die Stiftung das Schiff an Schulen, Vereine, Firmen und Organisationen verchartert. Hinzu kommen selbst arrangierte Törns und Fjordtouren, die der Allgemeinheit offen stehen.
Zur Sail 2000 wird die "Statsraad Lehmkuhl" zu ihrer Geburtsstätte auf Besuch zurückkehren.