Mit pfiffigen Ideen in den Werftvorstand
Fritz Schleufe hat Seebecks Ruf mit geprägt
Er war ein Praktiker wie er im Buche steht und eine Institution der Seebeck-Werft. Der Bremerhavener Fritz Schleufe bestach durch unkonventionelle Ideen. Er prägte dieses Unternehmen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und krönte seine Karriere mit der Position des stellvertretenden Direktors.
Schleufe (1892 bis 1949) verbrachte sein gesamtes Berufsleben an der Unterweser. Er stammte aus einfachen Verhältnissen. Sein Vater arbeitete als Kesselschmied. Fritz Schleufe schlug einen ähnlichen Weg ein. Im Alter von 14 Jahren begann seine Lehre bei der Geestemünder Tecklenborg-Werft. Hier deutete sich Schleufes großes Talent schon nach kurzer Zeit an. Bereits in der zweiten Hälfte der
Lehrzeit saß der junge Mann im Konstruktionsbüro des Unternehmens und suchte nach pfiffigen Lösungen für schwierige Probleme. Nach der Lehre sah sich der Schiffbautechniker bei der Frerichswerft in Einswarden um. Später wechselte er zur AG "Weser" in Bremen.
1914 begann Schleufes langjährige Tätigkeit für die Seebeck-
Werft. Obwohl er keine Ingenieurausbildung besaß, berief ihn Seebeck vier Jahr später zum Abteilungsleiter für Schiffbautechnik. Schleufe erwies sich immer wieder als ideenreicher und pfiffiger Entwickler. Es entstanden zahlreiche bedeutende Entwicklungen, die zum Ruf der Seebeck-Werft, erste Adresse im Spezialschiffbau zu sein, wesentlich beitrug. So geht das Seebeck-Radial-
Schleppgeschirr ebenso auf Schleufe zurück, wie das Seebeck-Oertz-Strom-
linienruder, das bei geringerer Größe mehr Wirkung erlaubte. Hinzu kamen zahlreiche Verbesserungen im Fischdampferbau. Dazu zählte der Patent-
Kurrleinen-Sliphaken, der die Unfallgefahr an Bord verringerte. Schleufe schrieb viele Beiträge für Fachzeitschriften und hielt mehr als 20 deutsche und ausländische Patente. 1945 übernahm der Bremerhavener als Oberingenieur die Leitung der gesamten Konstruktionsabteilung. Schleufe besaß das uneingeschränkte Vertrauen seines Arbeitgebers. 1947 erhielt er Prokura, 1948 wurde er
stellvertretender Direktor der Seebeckwerft.
In seiner knappen Freizeit engagierte Schleufe sich schließlich noch für den Gemeinnützigen Bauverein Geestemünde, der die Häuser in Geestemünde Süd baute- in der Nähe der Seebeck-Werft. Fritz Schleufe starb 1949.
Nordsee-Zeitung vom 15.04.2002