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Fünf Millionen Fischstäbchen täglich
Mundgerechte Happen reichen aneinandergereiht bis nach
Berlin- FFI beliefert ganz Europa
Sie heißen Fischstäbchen, Fish Fingers, Bâtonnets de Filet Panés,
Douradinhos de pescada oder Vissticks- meistens kommen sie aus Bremerhaven.
Mitten im Fischereihafen steht die größte Fischstäbchenfabrik Europas.
Sie beliefert den halben Kontinent mit den panierten Minifilets.
Es rattert, klappert, zischt und brodelt in der Großküche von Frozen Fish
International (FFI). Fließbänder, Sägen, Großleuchten und vollautomatische
Verpackungsmaschinen füllen die Halle bis unters Dach. Wer täglich mehr als
fünf Millionen Fischstäbchen zurechtschneidet, paniert und fritiert, trägt
Gehörschutz und steht am Fließband- für Omas Küchengeräte und Kochbücher
ist bei Frozen Fish kein Platz. "Aneinandergereiht ergibt unsere
Tagesproduktion die Strecke von fast 500 Kilometern", rechnet FFI-Sprecher
Wolfhard Fechner vor. Das reicht von Bremerhaven bis Berlin.
Genau genommen beginnt die Produktion eines Fischstäbchens bereits auf See. An
Bord der Fangfabrikschiffe werden die Fische geköpft, gehäutet und filetiert.
Bevorzugte Arten: Alaska Pollack aus dem Pazifik oder Seelachs aus dem
europäischen Nordmeer. Die Filets wandern zu flachen Blöcken verpackt in den
Gefrierraum der schwimmenden Fischfabrik.
Kühlschiffe bringen die Filetblöcke nach Bremerhaven, wo sie in den
Kühllagern der Fischindustrie zwischengelagert werden.
Von dort wandern sie irgendwann ans Fließband- es beginnt die wundersame
Wandlung des Alaska-Seelachses zum mundgerechten Happen aus der Pfanne.
Viereckig sind die künftigen Fischstäbchen zu diesem Zeitpunkt schon- zu
Blöcken von der Größe des Berliner Telefonbuchs gefroren.
ErsterArbeitsschritt:
Auspacken.
Vollautomatisch werden die Blöcke aus ihren Kartons gelöst. Es folgt:
Sägen. Hoch und längs
und quer schneiden die Maschinen durch die immer kleiner werdenden Blöcke, bis
am Ende winzige Streifen übrig bleiben- der Fisch des Stäbchens, sozusagen.
Dieser läuft auf dem Fließband zum:
Panieren. Man nehme:
Panierbrösel, Sojaöl, Weizenmehl, Wasser, Stärke, Salz, Gewürz,
Johannisbrotkernmehl- fertig ist das Fischstäbchen? Noch nicht ganz- die
Hausfrau soll es ja später so einfach wie möglich haben. Es folgt also:
Frittieren. Zum letzten
Mal gehen die mittlerweile viereckigen Fische schwimmen- in brodelndem Öl. Wenn
sie die Fließband-Friteuse am anderen Ende verlassen, ist ihnen ziemlich warm
geworden, zu warm für ein Tiefkühl-
produkt. Darum geht es ab zum:
Kühlen. Wenn die
Fischstäbchen den Riesenkühler durchlaufen haben, sind sie so, wie sie zwecks
langer Haltbarkeit sein sollen- bretthart. Weiter zur vorletzten Station:
Sortieren. Eine
Rüttelmaschine lenkt die Fischstäbchen in die richtigen Bahnen- immer zehn
Stück nebeneinander, genau so viele, wie in eine Packung passen. Damit folgt
der letzte Schritt:
Verpacken. Links laufen
die zehn Fischstäbchen auf dem Band, rechts läuft der Karton. Ein Schieber
schnellt im richtigen Moment vor und drückt die Stäbchen in die Packung. Eine
Waage kontrolliert, ob zehn Fischstäbchen drin sind, wo "zehn
Fischstäbchen" draufsteht- wenn nicht fliegt die Verpackung vom Band. Die
anderen kommen mit Folie umwickelt und auf Paletten gestapelt ins Kühlhaus.
Von dort haben viele Fischstäbchen einen weiten Weg vor sich: Die Frozen-
Fish-Muttergesellschaft Unilever versorgt fast den gesamten europäischen Markt
von Bremerhaven aus mit den praktischen Panierfilets. In den Tief-
kühltruhen der Supermärkte weist der werbewirksame "Käpt`n Iglo"
die Packung als Fischstäbchen aus.
Nordsee-Zeitung vom 23. Februar 2001
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Zur Geschichte von Frozen FishAm 23. April 1896 unterzeichneten Adolf Vinnen, Paul Barckhan, Wilhelm Oelze und Johann Friedrich Lampe ein Protokoll und gründeten mit einer Einlage von 3 Mio Mark die Deutsche Dampffischerei- Gesellschaft NORDSEE. Johann Friedrich Lampe brachte sieben Fischdampfer in die Gesellschaft ein– der Grundstock der NORDSEE. Am 08. Mai des gleichen Jahres wird die Gesellschaft als Aktiengesellschaft ins Bremer Handelsregister eingetragen. Gleich danach gaben sie 16 Dampfschiffe in Auftrag. Aber sie wussten auch, dass eine Absatzorganisation entstehen muss, damit der angelandete Seefisch schnell ins Binnenland kommt und dort weiter verarbeitet wird, damit er dann in eigenen Geschäfte verkauft werden kann. So ging die NORDSEE daran eine Vertriebsorganisation aufzubauen, die sie zum führenden Unternehmen in der Fischindustrie machte. Die erste Verkaufsstelle im Gründungsjahr in Bremen eröffnet. 1977 endete der Fischereivertrag zwischen Deutschland und Island. Island baute seine 200 Meilen-Zone auf und zukünfig war es, auch nach einer verlorenen Klage, deutschen Fischern nicht mehr möglich vor Island zu fischen. Dadurch verlor die NORDSEE ihr wichtigstes Fanggebiet. Diese Situation hatte zur Folge, dass sechs Schiffe der Augsburgklasse von der NORDSEE abgestoßen werden mussten. 1986 mußte die Deutsche Fischfang-Union Cuxhaven (DFFU) gegründet werden. Das war die letzte Überlebenschance des Betriebes. Diese Union fasste alle deutschen Hochseefischereiaktivitäten in sich zusammen. Durch diesen Schritt wurden 800 Arbeitsplätze gesichert. NORDSEE verkaufte zwei Schiffe an die DFFU und vercharterte 4 weitere. Ein weiterer Sicherungschritt war die Ausgliederung der Norda-Verkaufsorganisation und die Übertragung der Produktionsverantwortung für Norda-Lysell an das Schwesterunternehmen Union Deutsche Lebensmittelwerke. Auch die Marinadenproduktion wurde von Bremerhaven nach Cuxhaven verlegt, wodurch in Bremerhaven Produktionsraüme frei wurden und das gab den Ausschlag dafür, die Tiefkühlfisch-Produktion von Langnese-Iglo in Reken auf das NORDSEE-Tiefkühlwerk zu konzentrieren. Damals wurde die Produktionsmenge in Bremerhaven fast verdoppelt. Dadurch wurde die Basis geschaffen, dass das Unternehmen seit 1995 als eigenständiges Unternehmen im Unilever-Verbund geführt wird. Der Name: frozen fish International. |
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Von
Fisch-ins-Land zu Frozen Fish Fisch-ins-Land organisierte die krisenfeste Anlandung und den Vertrieb von Fisch im Binnenland. 1930 kam der Bremerhavener Holdorf & Richter Betrieb dazu. Bis 1932 arbeitete die Firma dermaßen unrentabel, dass sie 1932 zum Zwecke der Liquidation an die 1928 übernommene Deutsche Seefischhandels AG in Cuxhaven angegliedert wurde. Es handelte sich um eine NORDSEE - Tochter, die ab 1944 Seeadler hieß und 1987 der Union Deutsche Lebensmittelwerke zugeordnet wurde. Von Liquidation war aber bald keine Rede mehr. Die Pionierarbeit auf dem Gebiet der Einführung des Fischfilets als Handelsware zahlte sich aus. Ein Erweiterungsneubau im Fischereihafen wurde erforderlich. Und Ende 1935 veranlasste das steigende Geschäftsvolumen die NORDSEE, den wachsenden Betrieb in eine direkt angegliederte Tochterfirma umzuwandeln. Gleichzeitig übernahm Fisch-ins-Land den gesamten Frischfischverkauf der NORDSEE. Die Tochter entwickelt sich prächtig. Ein völlig neues Betriebsgebäude mit großer, moderner Räucherei, Frischfischabteilung und kleiner Marinieranstalt entstand. Aufmerksam verfolgte man bei Fisch-ins-Land die Technik des Fischversands – mit dem Ziel, die Qualität der leicht verderblichen Ware zu heben. Zwei Verfahren gewannen dabei Bedeutung: das Filetieren und die Tiefkühlung. Und nachdem sich dann 1938 eine in Lübeck konstruierte schnellarbeitende Filetiermaschine in Testläufen bewährt hatte, setzte Fisch-ins-Land sie als erstes deutsches Unternehmen erfolgreich ein. Im Jahr darauf gehörte Fisch-ins-Land erneut zu den Vorreitern: Im Sommer 1939 war in der neuen Schnell- und Tiefgefrierabteilung Produktionsstart für tiefgekühltes Fischfilet. Original Birdseye Plattenfroster wurden dazu aus England importiert. Während des Krieges in Norwegen installiert, dienten sie ab 1945 wieder in Bremerhaven – in den Räumen des inzwischen übernommenen Klippfischwerks. Ende 1955 wurde Heinrich Baumgarten, Bremerhavens größter Fischkonservenbetrieb, eine Tochtergesellschaft der NORDSEE. 1962 schloss sich Christian Wollmeyer der NORDSEE-Gruppe an und Anfang 1965 kam das renommierte Fisch-Feinkostunternehmen Lysell hinzu. Die Verbindung der beiden Marken Norda und Lysell führte zu einem Vollsortiment, das durch die 1960 gegründete Norda Verkaufsorganisation bundesweit vertrieben wird. Im September 1967 wurde das Industriezentrum im Bremerhavener Fischereihafen eingeweiht. Mit diesem zukunftsorientierten Schritt, einer Investition von rund 25.000.000 DM (einschließlich neuer Tiefkühllager) setzte die NORDSEE neue Maßstäbe in der Fischindustrie. Sie fasste die Betriebe Baumgarten, Fisch-ins-Land, Wollmeyer und Lysell zu einem großen Fischverarbeitungsbetrieb zusammen. Zu einer Großanlage mit nahezu universellem Fertigungsprogramm, das von Frischfisch, Räucher- und Tiefkühlartikeln über Dauerkonserven und Marinaden bis zu feinem Salaten und Anchosen reicht. Die Produktions- und Lagerkapazitäten der vier bisherigen Betriebe verteilten sich auf zehn getrennte Stätten im Fischereihafen. Mit der Verschmelzung ihrer Bremerhavener Industriegruppe schafft die NORDSEE einen zukunftsträchtigen Großbetrieb, der den modernsten Stand der Technik und Verarbeitungshygiene widerspiegelt. Folge der steigenden Nachfrage: Schon Anfang 1970 musste die Tiefkühlabteilung der "Fischindustrie Bremerhaven" auf gut das doppelte der bisherigen Hallengröße erweitert werden. Die TK-Abteilung wurde praktisch ein eigener Großbetrieb, der wiederum bei der Weiterverarbeitung des seegefrosteten Filets zu küchenfertigen Fischspezialitäten. Ein entscheidender Schritt in die Zukunft war auch die Umstellung der Fischstäbchern-Packzone auf Automatik. Mitte der 80er Jahre erfolgte dann ein erneuter Ausbau der Fertigungskapazitäten durch hochmoderne Produktionslinien. Das größte Tiefkühlfischzentrum Europas entstand – ermöglicht durch die parallel verlaufende Konzentration der Fischwarenproduktion im Cuxhavener Seeadler-Werk. Mit Power geht Nordsee Frozen Fish als nun eigenständiger Unternehmensbereich in die 90er Jahre: Weitere Mammutinvestitionen machen das Werk zum zentralen kontinentaleuropäischen Produktionsbetrieb für den gesamten Unilever-Konzern, zur mit weitem Abstand größten TK-Fischfabrik der Welt. Das macht eine weitere Investition erforderlich: Im Herbst 1994 eröffnete das neue Tiefkühl-Hochregallager – als Wahrzeichen des Fischereihafens schon von weitem sichtbar. Im NORDSEE-Jubiläumsjahr (1996) behauptete frozen fish International als nun eigenständiges Unternehmen unter dem Unilever –Dach seine Spitzenposition. 1.1000 Mitarbeiter produzieren rund 75.000 Tonnen Tiefkühlfisch. Etwa 250 Produkte umfaßt das Programm . Fischstäbchen schwimmen dabei voran. Aber wie werden sie denn hergestellt? Die Herstellung des Fischstäbchens beginnt bereits an Bord der Fangschiffe. Kabeljau, Alaska-Seelachs oder Seehecht bilden den Kern des Fischstäbchens. Die fangfrischen Seefische werden filetiert, enthäutet und zu Blöcken von 7,5 Kilogramm gefrostet. Im tiefgefrorenen Zustand werden sie im Produktionsbetrieb vollautomatische zersägt und weiterverarbeitet. Eine perfekte Kühlkette garantiert, dass jedes Fischstäbchen fangfrisch in die Truhen des Handels kommt. |