Die Fassmer-Werft baute ein neues Schiff zur Ölbekämpfung
"Leyhörn" wird an der ostfriesischen Nordseeküste eingesetzt
Berne-Motzen. "Leyhörn" heißt ein neues Mehrzweckschiff, das in den vergangenen 18 Monate auf der Fassmer-Werft gebaut wurde. Jetzt soll es in Norddeich seinen Heimathafen erhalten und in erster Linie beim Küstenschutz im Bereich der deutschen Küste, bei der Versorgung der ostfriesischen Inseln sowie bei Wattfahrten eingesetzt werden. Die nach einem ostfriesischen
Vogelschutzgebiet benannte "Leyhörn" eignet sich aber auch für die Ölbekämpfung.
Im vergangenen Jahr erhielt die Motzener Werft nach einer EU-weiten Ausschreibung von dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Küstenschutz den Auftrag, ein 40 Meter langes und maximal 8,5 Meter breites Mehrzweckschiff zu bauen. Die neun Millionen Mark Baukosten investierte zur Hälfte Niedersachsen. Darüber hinaus sind auch die Partner des Verwaltungsabkommens zur
Bekämpfung von Meeresverschmutzung an der Finanzierung beteiligt. Aus diesem Grund wurde das Boot mit einem Ölaufnahmesystem ausgestattet. Als Ölfangschiff kann die "Leyhörn" Öle mit einem Flammpunkt unter 60 Grad Celsius bis zu einer Windstärke 4 und einer einer Wellenhöhe von 1,5 Metern aufnehmen.
Hintergrund: Nach einer Havarie im Herbst 1998 wurden in der Bundesrepublik das bestehende Notfallkonzept überprüft. Damals war der unter Bahama-Flagge fahrende italienische Holzfrachter "Pallas" vor der schleswig-holsteinischen Nordseeküste brennend auf Grund gelaufen.
Die Überprüfung des Notfallkonzepts hatte unter anderem ergeben, dass die deutsche Küste besser mit Notschleppern ausgerüstet werden muss. Niedersachsens Umweltminister Jüttner bezeichnete die "Leyhörn" in diesem Zusammenhang als einen "wichtigen Baustein bei der maritimen Notfallvorsorge". Zwar könnten damit Schiffsunfälle nicht verhindert werden, aber Notschlepper und
die "Leyhörn" würden dazu beitragen, dass sich die Verunreinigung durch Schadstoffe in Grenzen halte.
Quelle: Weserkurier vom 17.10.2001