Ein Fall für den Schrotthändler
130 Jahre alte Stemmtore ausgebaut- Vorarbeiten für Bau der Klappbrücke


Foto: Peter Müller, 2/2002

Ein Stück Hafengeschichte wandert auf den Schrott: Zwei 130 Jahre alte Schleusentore sind gestern aus dem Verbindungskanal zwischen Neuem Hafen und Kaiserhafen ausgebaut worden. Sie standen der geplanten Klappbrücke im Verlauf der Schleusenstraße im Wege.

"Herausragendes technisches Denkmal" steht auf dem Schild, das die Schiffahrtsgeschichtliche Gesellschaft an dem Durchstich angebracht hat. 1872 bis 1876 wurde der kurze Kanal zwischen den beiden Hafenbecken gebaut. Die Klappbaren Stemmtore, die gestern ausgebaut wurden, dienten als Notstopfen: Falls eine Schleuse versagt, sollten sie den Durchlass verschließen, damit nicht der gesamte Hafen leerläuft. Mit der Schließung der Schleuse am Loschen-
Leuchtturm 1945 hatten die Tore ausgedient. Taucher der Hafenbetriebsgesell-
schaft Bremen-Ports, der Schwimmkran "Enak" und ein Schrotthändler besiegelten gestern ihr Ende.
Auch für eine der beiden Drehbrücken hat die letzte Stunde geschlagen: Der Technikveteran (Baujahr 1876) soll ab Montag Stück für Stück verschrottet werden. An seine Stelle tritt eine Klappbrücke, die für den Schwerlastverkehr geeignet ist. Der zweite Technikveteran- laut Informationstafel, "die wohl älteste Eisenbahndrehbrücke"- bleibt dagegen erhalten.

Nordsee-Zeitung vom 08. Februar 2002