Das HBH baut eine neue Klappbrücke
Schwerlastverkehr im Hafen soll neu geordnet werden- Projekt kostet knapp acht Millionen Mark
Drehbrücke Schleusenstraße Foto Peter Müller 2/2002
Bremerhaven. Neue Baustelle am Wasser: Kaum ist der neue Freilaufkanal fertig, der schwebstoffarme Weserfluten in den Hafen leitet, sollen demnächst in der Nähe die Arbeiten für den Bau einer neuen Klappbrücke beginnen. Sie wird bis Ende 2002 an der Schleusenstraße entstehen.
Grünes Licht dafür gaben dieser Tage die Wirtschaftsförderungsausschüsse des Landes Bremen. Anfang 2001 hatten Magistrat und Stadtparlament ebenfalls zugestimmt und Mittel in Höhe von etwa 1,6 Millionen Mark bewilligt. Den Rest der Kosten teilen sich der Bund und das Land Bremen. Damit stehen dem Hansestadt Bremischen Hafenamt (HBH) für das Projekt insgesamt knapp 7,9 Millionen Mark zur
Verfügung.
"Mit dem Bau der neuen Klappbrücke soll der Schwerlastverkehr in diesem Teil der Stadt neu geordnet werden", sagt der Hafensprecher Rüdiger Staats. Diese Brummis werden bisher über die Brücke im Zuge der Keilstraße vorbei an Strandhalle und Zoo zur Lohmannstraße geführt. Dort, an der Westseite von Kaiserhafen I, sind Hafendienstleister und Stahlbaubetriebe tätig, die 335 Menschen
beschäftigen und 45 neue Arbeitsplätze schaffen wollen.
Großtransporte mit besonders sperriger Ladung, für die die Brücke an der Keilstraße zu schmal ist, müssen Richtung Lohmannstraße zurzeit den Weg über die Van-Ronzelen-Straße und das Freigelände des Schiffahrtsmuseums nehmen.
Staatsrätin Sibylle Winther vom Senator für Wirtschaft und Häfen meint: "Mit dem Bau der Klappbrücke sorgen wir dafür, dass die touristische Entwicklung im Bereich Alter und Neuer Hafen nicht länger durch die alte Trassenführung für Schwerlast- und Großraumtransporte eingeschränkt
wird."
Um die doppelte Brückenkonstruktion an der Schleusenstraße zu ersetzen, haben sich die HBH-Experten für den Bau einer "Waagebalkenbrücke" entschieden. Dabei liegt das Gegengewicht der Brücke so hoch, dass es nicht unter der Erdoberfläche untergebracht werden muss. Winther: "Das spart Kosten und macht ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren
überflüssig."
Platz für Rahsegler
Die etwa Meter breite Brücke soll es auf 22 Meter Spannweite bringen. Die "lichte Durchfahrt" zwischen den Uferwänden wird 16 Meter betragen- ausreichend Platz für die Schiffahrt, zum Beispiel für Rahsegler auf dem Weg zu ihren Liegeplätzen im Neuen Hafen.
Sonntagsjournal vom 8. April 2001