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Traumhafter Ausblick vom Großraumbüro
Sanierung der "Hafeninsel" fast beendet-
Lokal eröffnet Ende August
Der "Python" ist kein wirbelloses Würgetier, sondern ein dicker
Schlauch mit Druckluftleitungen für Bier und Cola. Zum Monatsende soll die
Schlange ihre Arbeit aufnehmen. Sie hängt aus der Decke der neuen
"Hafeninsel", und genau über ihr entsteht das Büro mit dem wohl
schönsten Ausblick der Stadt.
Foto Peter Müller
Die Tourismusförderer werden aus ihren Großraumbüros in der ersten Etage am
Neuen Hafen nie aus den Augen verlieren, wofür sie arbeiten: den Deich, das
Wasser und den Alten und Neuen Hafen- die künftige Schokoladenseite der Stadt.
Fast zwei Millionen Euro investiert die Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS
in die Restaurierung und Umgestaltung der ehemaligen Bettenfabrik für die
Auswandererschiffe.
Als erster Mieter des Tourismuszentrums "Hafeninsel" soll der
Gastronom Bernhard Venhofen seine Räume in der nächsten Woche übernehmen. Im
Erdgeschoss des gläsernen Anbaus will er zum Monatsende sein Restaurant und
Café "Lloyds" eröffnen: ein Lokal mit großer Theke, der neuartigen
Getränkeleitung und offener Küche, mit einer Lounge und Platz für bis zu 260
Gäste drinnen und draußen.
Bis Oktober sollen auch Venhofens Nachbarn eingezogen sein: die Schiffergilde
mit einer offenen Werft für historische Schiffe, die Hafenrundfahrt-Reederei
sowie die Bremerhaven-
Werbung und die Bremerhaven-Touristik. 50 Menschen werden einmal in dem
Gebäude arbeiten.
Als der Architekt Dr. Ing. Olaf Voßhans sich dransetzte zu prüfen, ob das
Gemäuer aus dem Jahr 1880 erhalten werden könne oder abgerissen werden
müsste, kam er bald zu dem Schluss: "Ich bin der einzige, der glaubt, das
Haus kann erhalten werden." "Fürchterliche Bausünden" waren dem
Gebäude angetan worden- etwa die Versiegelung des Gemäuers mit einem Zement-
Spritzputz. Als der mühsam von Hand abgeklopft wurde, erlebte Voßhans einige
Überraschungen: "An manchen Stellen lief uns das Wasser entgegen."
Inzwischen atmet die historische rote Backsteinfassade wieder. Voßhans ließ
die Steine mit Muschelkalk verfugen, Rundbögen und Vorsprünge restaurieren,
Holzfenster einbauen, das Dach erneuern. Die Nordseite erhält zurzeit einen
Vorbau im Stile alter Hafenschuppen. Zwei Geschäfte sollen dort einziehen: in
zwei bis drei Jahren. So lange soll das Baufenster für das Tourismusressort
einziehen und Einblicke geben- auf die künftige Schokoladenseite der Stadt.
Nordsee-Zeitung vom 08. Aug. 2003
ehemalige Debeg-Halle. Foto Peter Müller 5.12.2004 mit Canon EOS 10D