Maritimes Zentrum im Debeg-Haus
Ehemaliges Proviantlager des Norddeutschen Lloyd soll nach historischen Vorgaben restauriert werden


Immer wieder war das 120 Jahre alte Debeg-Gebäude in der Vergangenheit auf irgendwelchen Abrisslisten aufgetaucht. Doch jetzt ist die Erhaltung beschlossene Sache. Die ehemalige Proviant- und Lagerhalle des Norddeutschen Lloyd soll restauriert werden und zu einem maritimen Zentrum umgebaut werden.

Nach den Plänen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS ist vorgesehen, die Fassadenansicht des Gebäudes nach historischem Vorbild zu rekonstruieren. Ende August soll zunächst damit begonnen werden, den blassgelben Spritzputz von den Klinkern zu entfernen. Keine leichte Aufgabe, denn das zähe Zement/Beton-Gemisch will von dem alten Gemäuer gar nicht mehr lassen. "Wir haben Testläufe mit verschiedenen Methoden gefahren", sagt BIS-Bereichsleiter Volkert Osterloh. Inzwischen wurde eine Lösung gefunden."
Während sich die Außenansicht am geschichtlichen Original orientiert, soll der Schuppen im Inneren total umgebaut und modernisiert werden. Nur die tragenden Mauern bleiben stehen. Für die bisherigen Mieter hat das allerdings keine großen Auswirkungen: Die Hafenrundfahrt bleibt ebenso in dem Gebäude beheimatet wie die Schiffahrts-Compagnie und die Schiffergilde mit ihren Werkstätten. Besuchern wollen die Traditionssegler interessante Einblicke in die "gläserne Werft" gewähren.



Im Sanierungsprogramm enthalten ist auch die Erneuerung der Steganlage. Der quer vor der Kaje liegende Teil wird verbreitert, die ins Hafenbecken hineinreichenden "Finger" komplett ersetzt.
                    Zu einem neuen Zuhause soll das Debeg-Gebäude für die Touristiker und die Marketingleute der BIS werden. Bremerhaven-Besucher werden dann im Herzen des neuen Tourismusgebiets eine zentrale Anlaufstelle finden. Gleich daneben entsteht ein "maritimes Themen-Bistro", wie BIS-Geschäftsführer Hennig Goes erläutert. Als Themen sind der Norddeutsche Lloyd und die Auswanderung im Gespräch.
An der Südseite  wird Platz für ein paar Ladengeschäfte mit maritimen Kleinigkeiten geschaffen. Außerdem soll ein Bauschaufenster eingerichtet werden, wo sich Besucher über den Planungs- und Baufortgang im Entwicklungsgebiet Alter und Neuer Hafen informieren können.
Als Kosten sind inklusive Stegerneuerung und einiger Außenarbeiten 2,3 Millionen Euro veranschlagt worden. Knapp die Hälfte davon kommen aus einem Wirtschaftsförderungs-
programm, an dem Bund und Land je mit 40 Prozent und die Stadt Bremerhaven mit je 20 Prozent beteiligt sind. Der Rest wird aus dem Investitionsprogramm zur touristischen  Entwicklung des Alten und Neuen Hafens finanziert. Fertigstellungstermin: Sommer kommenden Jahres.

Nordsee-Zeitung vom 23.07.2002