Brinkamahof II muss CT IIIa weichen

Das ehemalige Fort Brinkamahof II ist nicht nur ein Relikt aus der Kaiserzeit, sondern auch Wohn- und Brutstätte, Futterplatz und Lebensgrundlage artenreicher Vielfalt. Doch mit der vermeintlichen Idylle ist es bald vorbei. Der Containerterminal wird erweitert und die Ruine ist im Weg. Doch bevor der Abrissbagger kommt, wird die Brutzeit abgewartet und werden Blasenalgen umgesiedelt.

"Eine Vorbereitung für CT IIIa"
Brinkamahof II wird im Juli abgerissen- Transplantationen von Blasentang

"Fledermäusen ist es hier zu zugig", weiß Ulrich Kraus, Mitarbeiter des Hansestadt Bremischen Hafenamtes (HBH). Der Landschaftspfleger springt leichtfüßig den Steinabsatz hinunter in die Katakomben von Brinkamahof II. Er schreckt eine Brandgans auf. Hier draußen an der Weserküste bietet die Ruine vielen Tieren Brut- und Niststätte. Damit ist jetzt bald Schluss. Das nicht denkmalgeschützte Fort wird abgerissen. Zurzeit werden Braunalgenbestände umgesiedelt.
Das HBH plant die nördliche Ergänzung des Container-Terminals (CT) in Bremerhaven um einen weiteren Großschiffsliegeplatz (CT IIIa). Die bestehende Kaje wird um 340 Meter verlängert. Das Plangebiet umfasst rund 14 Hektar. In diesem Gebiet befindet sich die Ruine des ehemaligen Fort Brinkamahof II. Im Bereich dieser mehr als ein Jahrhundert alten ehemaligen Festungsanlage befindet sich ein im Bereich der Nordseeküste seltenes Hartsubstrat. In verschiedenen Höhenanlagen des Gezeitenbereiches bildet eine ausgedehnte Blasentang-Zone einen wichtigen Teil der Besiedlung.  Zur Vorbereitung des Baufeldes für den geplanten CT IIIa muss die Ruine des ehemaligen Forts abgerissen  werden. Das HBH wurde von der Naturschutzbehörde Bremen (Senator für Bau und Umwelt) aufgefordert, zu prüfen, ob es möglich ist, die Blasentang- Bestände zu bergen und umzusiedeln.
Dabei besteht die Aufgabe darin, die Pflanze mit dem Hartsubstrat umzusiedeln. Das passiert zur Zeit. Die Blasentang-Bestände bekommen ein neues Zuhause in der rund 4.000 Quadratmeter großen Bucht südlich der Kaiserschleuse in der Nähe von Pingelturm und Auswandererdenkmal.
Baggerführer  Rolf Christians (Firma Colcrete-von Essen) beweist Feingefühl, wenn er die Gesteinsbrocken samt Bewuchs transplantiert. Wenn die Brut- und Setzzeit auf Brinkamahof vorbei ist, kommt Firma Grube und reißt das Fort von der Landseite her ab. Die Steine werden bei der BARAB zerkleinert und später beim Bau von CT IIIa wieder verwendet.

Quelle: Bremerhavener Kurier vom 31.05.2000